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Der Israelit · 1901-01-24 · Heft 7 (24.1.1901) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 7 (24.1.1901)
Date
1901-01-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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141 Freitagabend - Gottesdienstes wurde vom Kantor S ch n i t t k i n , der den gesanglichen Theil der Feier leitete, der Psalm 21 angestimmt. Darauf hielt Rabbiner Dr. Feilchenfeld die Festrede, in welcher er die Tugenden und Verdienste, namentlich den hervorragenden Gerechtigkeitssinn des Hohenzollernhauses schilderte und in begeisternden Worten über die Entwickelung des kleinen Staates zur Großmacht sprach. Nachdem alsdann Psalm 118 von einem eingeschulten Chore gesungen wurde, recitierte Kantor Schnittk in das Gebet für den Landesherrn<njwn fn;n) und Dr. Feilchenfeld sprach ein ergreifendes Gebet für das fernere Gedeihen des Vaterlandes und des Königshauses. Mit den von dem Chore gesungenen Psalmen 110 und 160 schloß die wohlgelungene Feier, die auf die zahlreichen Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck machte. Ein Mitglied unserer Gemeinde hat dem Magistrat ein Kapital von 20 000 Mark zur Verfügung gestellt, dessen Zinsen zur Förderung der darstellenden Künste (Ankauf von Kunstwerken u. s. w.) verwandt werden sollen. Memel, 21. Jan. (Ehrengabe für Dr. R ü l f.) Aus Anlaß des 70. Geburtstages (10. Februar) von Dr. R ü l f (zur Zeit in B o n n a. Rh.) hat sich hier ein Komitee gebildet, welches zu einer Ehrengabe Beiträge entgegennimmt. Die Vetheiligung in unserer Gemeinde ist eine rege. In dem diesbezüglichen Aufrufe des Komitee's werden besonders die Verdienste Rülf's als eines Philantropen gefeiert. Und dieses Lob verdient er mit Recht. Kattowitz, 21. Jan. Am 13. d. fand zu Beuthen im „Deutschen Haus" eine Versammlung des „Verbands der Rabbiner Oberschlesiens" statt. Der Vorsitzende, Dr. Cohn- Kattowitz, theilte u. A. mit, daß in einer oberschlesischen Gemeinde in einer zwischen dem Vorstande und einem Kultusbeamten entstandenen Streitsache die Vermittlung des „Oberschlesischen Gemeindebundes" und des „Oberschles. Rabbinerverbandes" angerusen und auch ein Vergleich erzielt worden sei. Die Generalversammlung des „Oberschlesischen Gemeindebundes" habe für die seitens des „Rabbinerverbandes" beantragte rituelle Verköstigung der jüd. Sträflinge am Peßachfeste in Gr.-Strehlitz und Ratibor die Summe von 200 Mark bewilligt. Nach Verlesung des Kassenberichtes und Ertheilung der Decharge erfolgte eine eingehende Behandlung des bereits in früheren Versammlungen besprochenen Punktes der Tagesordnung betreffs der Revision des Religionsunterrichtes in den rabbinerlosen Gemeinden. Dr. Cohn gibt an Hand der diesbezüglich eingelaufenen Schriftstücke eine eingehende Darlegung der Sachlage Die Verhandlungen zwischen dem „Oberschles. Rabbinerverbande" und „Gemeindebund" sind soweit gediehen, daß an die betr. Gemeinden ein von Rabb. Dr. Cohn-Kattowitz und Amtsgerichtsrath Glogauer-Tarnowitz entworfener Fragebogen versandt wurde. Eine große Anzahl von bejahenden Antworten ist bereits eingelaufen. Dementsprechend beschließt die Versammlung, dem „Oberschles. Gemeindebunde" Mittheilung zu machen, baß die Verbandsrabbiner die Revision und Inspektion in den rabbinerlosen Gemeinden in der nächsten Zeit in Angriff nehmen würden. In dem Thema der Zuteilung der einzelnen Gemeinden an die betr. Rabbiner wurden auf Wunsch mehrerer Kollegen noch einige Aenderungen vorgenommen. Die schon längst angestrebte und gewünschte Inspektion des Religionsunterrichtes und der religiösen Institutionen, sowie die Abhaltung von Wanderpredigten in den rabbinerlosen Gemeinden ist hiernach ihrem Ziele nahe gerückt. Wegen vorgeschrittener Zeit mußten einige Punkte von der Tagesordnung abgesetzt werden. Es wurde der Antrag angenommen, die künftigen Sitzungen in möglichst leicht zu erreichenden Städten abzuhalten, und in möglichst frühe Morgenstunden anzusetzen, damit event. alle Punkte der Tagesordnung zur Erledigung gelangen können. Strastburg, im Jan. Tugendpreise so auszutheilen, daß sie ihrer Bestimmung gerecht werden, ist eine Tugend, die nicht immer und überall geübt wird. Gar oft fehlt es den Tugendrichtern an gutem Willen und rechtem Geschick, nicht selten auch haben die glücklichen Prämiirten es verstanden, ihre Tugenden recht offen an den Tag zu legen. Diejenigen aber, die am ehesten solcher Preise würdig sind, ziert gewöhnlich neben anderen Tugenden auch die der Bescheidenheit. Ihre Wirksamkeit entzieht sich öfters der Oeffentlichkeit, sowie sie sich auch zu derartigen Ehrenbezeigungen nie vordrängen. Umsomehr kann man das Konsistorium des Unter-Elsaß beglückwünschen, wenn es in diesem Jahre mit dem alljährlich zu vertheilenden Tugendpreis Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Weil in Buchsweiler ausgezeichnet hat. Herr Dr. Weil ist ein wahrhaft edler Charkter, geschmückt mit den lautersten Gesinnungen und einem tief religiösen Gemüth. Es dürfte wohl kaum ein Rabbiner in seinem Distrikte größerer Liebe und Achtung begegnen, als er. Sein verdienstvolles Wirken ist aber auch weit über seinen Sprengel hinaus bekannt. Ueberläßt man doch ihm, seit im September 1899 die unter Leitung des Herrn Dr. Wolf in Colmar bestandene Vorbereitungsschule für Rabbinats-Aspiranten aufgelöst wurde, die Vorbereitung der jungen Leute, die sich dem verantwortungsvollen Amte eines Rabbiners widmen wollen. Wer da weiß, wie scharf gerade der Charakter des Lehrers sich oft in seinen Schülern widerspiegelt und wie sehr es uns heute an gesinnungstüchtigen Männern Noth thut, der konnte schon damals die Ausersehung des Herrn Dr. Weil zu diesem wichtigen Posten mit Freuden begrüßen. Wir

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