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Der Israelit · 1901-01-21 · Heft 6 (21.1.1901) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 6 (21.1.1901)
Date
1901-01-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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130 «Schliche; ihr Charakter war ein gerader, und sie verschmähte es, ihn nur eine Stunde lang zu täuschen. „Ludwig," sagte sie sanft, „hat Dir die Tante denn nicht gesagt, daß ich auf Deine Hand verzichten muß, weil ich Dir nicht diejenige Liebe entgegenbringen kann, die Du von Deiner Lebensgefährtin zu fordern berechtigt bist?" „Freilich sagte sie es mir, doch ich glaube es ihr einfach nicht!" „O glaube es ihr doch, lieber Ludwig," sagte sie ruhig, „und glaube es mir, daß ich niemals die Deine werden kann, niemals, auch nicht die eines anderen Mannes!" „Außer des kranken Soldaten da drinnenhabe ich errathen, Dora?" Erröthend nickte sie mit dem Kopfe. „Sei glücklich, meine Dora," sagte Ludwig herzlich. „Wenn auch das Band der Liebe sich gelöst, ebenso wie das der Verwandtschaft, das uns unserer Meinung nach bisher verband, das Band der treuen Freundschaft soll uns ferner desto fester und unauflösbarer verbinden, und niemals und durch nichts gelockert werden. Und wills Gott, wenn alles gut geht, dann sollen sich wieder neue Verwandtschaftsbande um uns schlingen." Verwundert, nach Aufklärung forschend, blickte Dora ihren Jugendfreund an. „Laß die Zukunft noch vorläufig ruhen, Dora, und rathe mir lieber, was mit dem armen Kerl anzufangen, damit er doch endlich geheilt werde." Er setzte ihr nun seinen Plan auseinander, der ihren vollsten Beifall fand. Zehntel Kapitel. Dem mit Empfehlungen von höchster Seite versehenen Doktor Goldenkron wurde nach kurzer Zeit die Ueberführung des Gefangenen behufs häuslicher Pflege gestattet, und Tante Hanna's stilles Haus beherbergte alsbald die so schmerzlich vermißte Nichte, den als Sohn! des Hauses betrachteten Doktor, und noch einen Gast, nebst einem geübten Krankenpfleger. Die Heilung der Wunde, und somit Vefferung des! Allgemeinbefindens, schritt unter diesen veränderten! Verhältnissen rasch vorwärts. Gute Luft, gute Pflege, > liebevoller Zuspruch und vor allem das öftere Zusam- I mensein mit dem angebeteten Mädchen übten eine an's j Wunderbare streifende Wirkung aus den Kranken aus.! Auf einer Tragbare war der bleiche, abgezehrte Soldat in's Haus gebracht worden, und nach kurzer Zeit schon konnte er das Bett verlassen und stundenlang im Lehnstuhl sitzen, in warme weiche Decken eingehüllt. Denn der Winter hatte inzwischen mit aller Macht seine Herrschaft angetreten, und der Wind rüttelte oft ganz ungeberdig an den Fenstern des Erdgeschosses, worin das Zimmer für den Kranken hergerichtet war. Wenn draußen der Sturm heulte und tobte, dann schob Dora den Lehnsessel des Kranken näher zum warmen Ofen, sie selbst nahm ihre Stickerei zur Hand, die Tante ihren unvermeidlichen Strickstrumpf, und wenn es seine Zeit erlaubte, gesellte sich auch Ludwig zu ihnen, wo dann der Abend im trautesten Gespräche angenehm verging. (Fortsetzung folgt.) WochcnWalenöer. Freitag, 25. Jauuar, 5. Schewat. Sabbat-Anfang in Mainz 4 Uhr 45 Min. Samstag, 26. Januar, 6. Schewat fo. Sabbat-AuSgang in Mainz 5 Uhr 55 Min. — Berlin 5 Uhr 27 Min — München 5 Uhr 47 Min. — Hannover 5 Uhr 43 Min. — Stuttgart 5 Uhr 56 Min. — Prag 5 Uhr 25 Min. — Straßburg 6 Uhr Min. — Posen 5 Uhr 15 Min. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags end Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. P eis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonniu ganzjährlia,, halbjährlich od r vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel urrkrhi k durch V Steinacker, Leipzig. Rotzplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaliene Peiitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich >4 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für'S Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3702. Telephon 315. Eine Rücksendung der an die Redaction eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten ans Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des JnsertionsbettagS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt): leitender Artikel: Stamm und Wurzel. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Aus dem Großberzogtbum Hessen. Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien Budapest. Schweiz: Basel. St. Gallen. — Feuilleton: Versöhnte Fcinde. (Forschung). Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Berliner Brief. — Zeitungsnachchten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Aus Westfalen Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Sprechsaal. Extra-Beilage: Spenden-Verzeichniss'e. Verantwortliche Redaction Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der 3oh. Wirth schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilagen.

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