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Der Israelit · 1901-01-17 · Heft 5 (17.1.1901) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 5 (17.1.1901)
Date
1901-01-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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99 dieses wichtige Organ einen Druck auf die betreffenden Herren auszuüben." Dazu bemerkt das genannte Blatt: Indem wir diesem Wunsche durch den völligen Abdruck des Schreibens entsprechen, muffen wir freilich hinzufügen, daß, so überaus berechtigt der darin gegebene Hinweis ist, sein Erfolg doch nicht lediglich durch den guten Willen der Berliner Finanzkreise bedingt wird, nicht einmal durch den des Herrn Carp allein, sondern dadurch, daß endlich einer größeren Zahl von rumänischen Staatsbürgern und allmählich auch dem rumänischen Volke klar werde, in wie hohem Maße Volk und Land sich selbst schädigen, wenn und so lange sie an der bisher so kurzsichtigen Behandlung der Judenfrage festhalten. Herr Carp hat bekanntlich gleich nach Uebernahme der Regierung einen Schritt gethan, der den rumänischen Juden durch Beseitigung einer besonders schreienden Unbill gerecht werden will; aber auch damit bleibt in vielen anderen Beziehungen der maßlose Druck fortbestehen, unter dem Rumänien seine jüdischen Staatsangehörigen hält. Anderseits vermag Herr Carp seine Intentionen nicht leicht durchzusetzen, da er ja bekanntlich selbst seine Finanzprojekte teilweise fallen lasten mußte, weil die liberale Opposition, geführt von seinem Schwager Sturdza, durch Skandalmeetings etc. ihn daran verhinderte. Eine Auslastung, wie die obige jedoch, die offenbar sowohl zutreffend ist für den deutschen Markt, als auch wohlgesinnt für Rumänien, sollte von den Interessenten, in Berlin wie Bukarest, ernstlich berücksichtigt werden: vielleicht gelingt es dann doch, in Rumänien durch eindringliche Aufklärung und entschlossenes Vorangehen endlich Zustände zu schassen, die jenen skandalösen Ungerechtigkeiten ein Ende machen, und so allmählich das Vertrauen des ausländischen Marktes zurückkehren zu lasten, daß in Rumänien Gewaltmaßnahmen und Unterdrückung endgiltig beseitigt werden, und daß deßhalb auch das nicht rumänische Kapital dort auf Recht und Billigkeit rechnen dürfe. Hamburg. 14. Jan. In dem benachbarten Wandsbeck('"“k rn'rrip s>tze> p nn) verschied am pw iiw nach segensreichem Wirken von ca. 37 Jahren Herr Rabbiner Dr. D. H a n o v e r. Lange hatte der Verstorbene gegen ein hartnäckiges Leiden gekämpft und mit Gottvertrauen Genesung erhofft, wobei er pflichtbewußt sein heiliges Amt gewissenhaft versehen. Allmählich aber verließen ihn die Kräfte und ein sanfter Tod erlöste ihn von seinen Leiden. Um ihn trauert seine gottergebene Wittwe und fünf erwachsene, theils bereits selbstständige fromme Kinder, wie nicht minder seine treue Gemeinde, die mit ihm in Frieden und Eintracht gelebt, wie man es schöner selten antrifft. Aber auch bei Behörden und den distinguirten Wandsbecker Bürgern war Herr Dr. Hanover beliebt und angesehen, so daß man ihn zu mancherlei Ehrenämtern, die außerhalb seiner rabbinischen Funktionen lagen, heranzog und seinen bewährten Rath gerne begehrte. Beredtes Zeugniß hierfür legte die allgemeine und große Betheiligung an seiner gestern Vormittag 11 Uhr stattgefundenen Beerdigung auf dem alten Wandsbecker Bes ha-keworaus ab. Von den Schwestergemeinden Hamburg und Altona waren trotz der kalten Witterung viele Freunde herbeiaeeilt, auch der Lübecker Rabbiner und andere Herren aus dieser Gemeinde, wie eine Deputation aus der Gemeinde Segeberg, die zu dem Wandsbecker Rabbinatssprengel gehört. Vom Trauerhause wurde der Oraun zum Gemeindehause durch einheimische und auswärtige Chewrahmitglieder geleitet und hier hielt der Hamburger Raw einen die Verdienste des Verblichenen nach jeder Richtung würdigenden Hesped. Der bewährte Redner blickte auf das früheste Wirken des Dahingeschiedenen zurück, wie er als junger Mann aus seiner Heimath (Baden) nach Hamburg gekommen, um als Lehrer an der Talmud-Tbora-Realschule zu wirken, und welche dankbare Erinnerung er daselbst zurückgelasten, als er. von hier aus gut empfohlen, das Wandsbecker Amt übernahm. Die mctr s*nc mit der Entwickelung und dem Lebenslauf unseres großen Lehrers ntra bot dem vortrefflichen Redner die Folie, die Verdienste des Betrauerten zur elastischen Darstellung und für diejenigen zur Anerkennung zu bringen, die ihn nur ,ymo von der Ferne gekannt. Dann widmete Herr Rabbiner Dr. C a r l e b a ch als langjähriger freund und engerer Landsmann (ebenfall aus Baden) dem Amtskollegen tiefempfundene Worte des Nachrufes, worauf noch einige Freunde ihren Gefühlen um die Trauer des noch nicht im Greisenalter (66 Jahre) dahingegangenen Freundes und Bruders Ausdruck verliehen. Der imposante Leichencondukt bewegte sich dann in musterhafter Ordnung, wobei die Wandsbecker Polizei, zur Abhaltung Unbefugter, würdigen Beistand leistete, nach dem -'rn rra, wo man dem bi n-jtfn die übliche S*rir pK Ede aufstreute, hierzu wurde außer den Rabbinern jedes Chewrahmitglied zugelasten. Der älteste Schwiegersohn, Herr Badrian, ist höherer Lehrer an der Hamburger Talmud-Thoraschule. Der zweite Schwiegersohn, ebenfalls in Hamburg, ist ein wohlangesehener sehr frommer Kaufmann. Der einzige Sohn ist Hörer am Rabbinerseminar in Berlin. — Der Altonaer Raw war durch eine größere Reise verhindert. H. B. Könitz, 13. Jan. Bei einem Rundgang durch den Logengarten, den der Oekonom der Loge, Herr Dobrindt täglich vorzunehmen pflegte, fand er heute Vormittag ein blaues Kammgarnbeinkleid, das offenbar während der letzten Nacht über den Zaun geworfen sein muß. Durch den hinzugerufenen Sekundaner Hans

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