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Der Israelit · 1901-01-10 · Heft 3 (10.1.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 3 (10.1.1901)
Date
1901-01-10
Page
– (sequence 18)
Language
German
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58 vor seinen Augen das Gebäude erstehen. Wer diese Vorzüge des Buches zu würdigen weiß, der wird ihm einen wissenschaftlichen und einen erzieherischen Werih nicht absprechen, der wird ihm seine Anerkennung nicht versagen. Dr. Münz, Nürnberg. Ein neneS jüdisches Volksbuch, angezeigt von Dr. A. P. Lehmann's jüdische Volksbücherei, dieses so verdienstvolle Institut, veröffentlicht in Nr. 13—15 ihrer Schriften soeben eine recht anziehende Sammlung von 'Aufsätzen aus der Feder des den Lesern dieses Blattes genugsam bekannten Jnsterburger Kreisrabbiners Dr. Mar Beerinann. Was seine Israelit-Artikel auszeichnet, glutbvolle Begeisterung, tiefe Sachkenntniß, hinreißende Sprachgewalt, dieselben Vorzüge zeichnet auch diese litterarischen Produktionen aus. Der Autor nennt sein Werk dp „Die Stimme Jakobs, Volksthümliche Aufsätze über Israels Weltanschauung." Der Standpunkt des Verfassers ist ansprechend im Motto angegeben: c^-rjnon ppr6 \:S „Mein Herz schlägt für das thoratreue Israel, das voll Edelsinn lebt inmitten der Völker." Dem harmonieenreichen Dreiklang von Thora, Gebet und Menschenliebe weiht der Verfasser sein Buch: „Es will empfänglichen Herzen in trauten Sabbatstunden die Schönheiten unserer heiligen Religion erschließen und dadurch jüdische Gesinnung und Gesittung erwecken und fördern. Was wir geben, sind Skizzen und Versuche: nicht unser Thema zu erschöpfen, sondern die großen Richtlinien scharf hervortreten zu lassen, war überall unser Bestreben. Was uns die Feder führte, war die Liebe und Begeisterung für Israels einzigartiges Schriftthum und beispiellose Märtyrerheiligkeit. Diese Gefühle auch im Herzen des freundlichen Lesers zu wecken, ist das beglückende Ziel, durch dessen Erreichung unser Mühen sich reichlich belohnt fühlt. So möge denn die „Stimme Jakobs" auch der jüdischen Gegenwart mächtig in's Herz tönen — den Abtrünnigen zur Umkehr, den Gleichgültigen zur Einkehr, den Freunden zu guter Wehr, dem Judenthum zu Heil und Ehr!" iS. 35, Bd. 33.) Und der Verfasser hält, was er verspricht. In mehr als dreißig geistvollen Essays werden die verschiedensten jüdischen Themata behandelt. Stimmungsvolle Festbetrachtungen, gedankenreiche Schrifterklärungen, lebendige Schilderungen aus der glorreichen Geschichte, belehrende Aufsätze über die Grundgedanken und Satzungen unserer heiligen Religion werden geboten. Bei der Fülle des Stoffes ist es unmöglich, auf Einzelheiten einzugehen. Wie reich und abwechslungsvoll der Inhalt dieses Buches ist, zeigt schon ein Blick auf den Index: 1. Die Stimme Jakobs; (statt einer Vorrede). 2. Der Anfang Deines Wortes schaffet Licht; (zum Sabbat Bereschit). 8. Ein neuer Prolog zur alten Tephilla. 4. Sulamit-Jsrael. Eine Festbetrachtung für Pcsach. 5. Das Buch Ruth. Eine Festbetrachtung für Schabuot. 6. Die Agada in der Beleuchtung des Feststraußes. Zu Sukkot. 7. Ellulwünsche. Ein Mahnwort in ernster Zeit. 8. Die jüdische Geschichte beim Scheine des Chanukaleuchters. 9. Die Moral der Megilla. 10. Antisemitische Stimme aus dem klassischen Alterthum. 3.3. Thierschutz und Judenthum. Ein Vortrag (im Thierschutzverein zu I.). 12. Sociale Streifzüge durch den Pentateuch. 13. Sociale Bilder aus dem Leben und Wirken der Propheten. 14. Aus dem Tagebuch eines russisch-jüdischen Auswanderers. 35. Das Kaddischgebet. 16. Der Sündensall in rabbinischer Beleuchtung. 37. Die jüdische Volksschule des Talmudes und die moderne Pädagogik. 18. Der Kelch des Heils. Eine Sederabendbetrachtung. 19. Die Lehre des Judenthums. 20. jtk*? *n. 21. Der Sabbat. 22. Pragmatismus der jüdischen Geschichte. 23. Recht und Religion. 24. Kunst und Handwerk im Judenthum. 25. r.Trn rxr Festbetrachtung zum Schabuotfest. 26. Die Messiasidee u. ihre Geschichte. 27. Die Hockschulhäupter in Babylon: Rab und Samuel. 28. Dto. Abaja und Raba. 29. Dto. Rabina und Rab Aschi. 30. Festpredigt zur Grundsteinlegung einer Synagoge. 31. Festpredigt zur Einweihung einer Synagoge. So ist :pr dp ein volksthümliches Buch im besten Sinne des Wortes. Es zeugt von der glücklichen Begabung des Autors, selbst schwierige Probleme in klarer, leicht verständlicher Form auch für die darzustellen, die dem jüdischen Wissen gegenüber als Uneingeweihte gelten müssen. Es zeugt ebenso von der umfassenden Gelehrsamkeit des Verfassers, dem überall der Stoff so reich zuströmt, daß man öfters den Eindruck gewinnt, als ob nur in Rücksicht auf den Umfang seiner Arbeit auf weitere Belegstellen verzichtet wird. Der Autor schreibt populär, doch nirgends oberflächlich. Daher wachsen seine Aufsätze oft zu gründlichen Monographieen aus. Mir denken an Nr. 10, 11, 12, 13. 14 u. a. Zumal die wirklich instruktive Studie über die Volksschule im Talmud und der Aufsatz über die babylonischen Hochschulhäuser verdienen in diesem Sinne lobende Hervorhebung. Was uns aber an dem Buche besonders zusagt — denn an gelehrten Abhandlungen fehlt es unserer Sitte - ratur nicht — das ist die vollendete künstlerische Darstellung. Der Heiligkeit des Inhaltes entspricht die würdige und schöne Form. Dr. Veermann's Bilder sind plastisch; seine Sprache ist warmherzig und ergreifend, sein Satzbau klar und durchsichtig. Es liegt auf seinen Worten eine kräftige rhetorische Farbe, es ist nicht, als ob Jemand schreibt, und ein Anderer Geschriebenes liest, man glaubt, Jemanden reden zu hören, so gegenständlich und lebendig ist alles gezeichnet. Und wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir eine große Anzahl

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