Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1901)
- Date
- 1901-01-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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46 ligion bedacht sein und alles zur Befestigung derselben thun möchten. Im vorigen Jahre versuchte man durch Aufsätze im „Israelit" über die jüdischen Zustände in Frankreich, Besserung zu erzielen, leider bis heute vergebens. Strastbnrg i. E., 3. Jan. Am Sonntag, den 30. Dezember, sand im israelitischen Waisenhause das 26jährige Jubiläum von Frl. Loew als Vorsteherin dieser Anstalt statt. Anwesend waren sämmtliche Vorstandsdamen, Herren vom Verwaltungsrath, Vertreter des isr. Konsistoriums, Gönnerinnen und viele ehemalige Zöglinge der Anstalt. Herr Oberrabbiner U r y schilderte in beredten Worten das Wirken der Jubilarin, hob besonders ihre Pflichttreue hervor und überreichte ihr zum Schluffe ein silbernes Aehrenbouquet. Auch gedachte er in seiner Ansprache der Gründer und Föderer der Anstalt. Im Namen der Präsidentin richtete eine der Vorstandsdamen , Frau Piquart-Aron Worte wärmster Anerkennung an Fräulein Loew. Die Feier wurde noch besonders verschönt durch deklamatorische und gesangliche Darbietungen der Zöglinge. Zahlreiche Geschenke, Briefe und Depeschen bewiesen die große Beliebtheit der Jubilarin. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Wien, .8. Jan. Gestatten Sie zu dem in Nr. 1 d. I. dieser Blätter enthaltenen Artikel „Regelung des Schächtwesens in der Wiener isr. Kultusgemeinde" folgende Bemerkungen: Daß die Schechitah-Verhältnisse der hiesigen isr. Kultusgemeinde, wie auch die zur Regelung derselben berufenen Funktionäre für die dtou o-kt1 von keinerlei Bedeutung, ist eine längst abgeurtheilte Sache. v'2w27i svi fo mim fo was nt nn. Was nun dennoch zur Besprechung der Angelegenheit veranlaßt, ist die zwingende Nothwendigkeit, etwaigen Begriffsverwirrungen und dem sich daraus ergebenden C21 zu begegnen. Es ist traurige Wahrheit, daß die Schechitah in Wien im Allgemeinen nicht einmal dem Namen nach verläßlich ist. was Anlaß zu Angriffen gegen den Vorstand der Kultusgemiende gab. der sich denn auch thatsächlich bewogen fühlte, einige konservative Vorstandsmitglieder reisen zu lasten, um auswärtige Kaschrus-Einrichtungen zu studiren, jedoch ohne nennenswerthen Erfolg. Da brachte eine glückliche (?) Fügung den Rev. Mayersohn nach Wien. Der Vorstand und Ober-Rabbiner Dr. Güdemann, müde der ewigen Anrempelungen, versuchten die Schechitah zu regeln, indem sie Herrn Dajan Mayersohn unbeschränkte Vollmacht (vorsichtshalber nur auf drei Monate) zu deren Regelung gaben. Und nun gelangen wir zum Kapitel der „segensreichen Wirksamkeit" des Herrn Mayersohn. Man muß es wohl gestehen und auch der blasse Neid darf es Herrn Mayersohn nicht nehmen, daß er thatsächlich eine rastlose Thätigkeit entfaltete; kann diese unheilvolle ThvtigtM, vM tot et seine Maulwurfsarbeiten einleitetr, jedoch bester und treffender charakterisirt werden, als durch den Umstand, daß er vor allem Anderen bewährt Bestehendes «ntasten, daß er die altehrwürdigen und von der ganzen jüdischen Welt anerkannten, früher unter der Aufsicht des Vst •wato'er ttd p*tr» m ica und gegenwärtig unter der Aufsicht seines Nachfolgers bdto "re" ,t?d fKjn stehenden riin ^--Institutionen der Schiffschul (Adaß Jisroel) unterwühlen wollte? — Ein solch' unerhörter, unbefugter Eingriff mußte natürlich energischen Widerstand Hervorrufen und wurde auch kompetenterseits mit gebührender Entschiedenheit zurückgewiesen. Seine weitere Thätigkeit erstreckte sich nun darauf, daß er innerhalb seines Wirkungskreises auch mehrere von der Schechitah entfernte, jedoch blos um aus denselben -'-'wew Aufseher zu machen. Es würde zur Weitläufigkeit führen, in Einzelheiten seiner weitern Wirksamkeit einzugehen und faßt sich das Facit der vielgepriesenen Thätigkeit dieses Herrn für den genauen Kenner der Verhältnisse in Folgendem zusammen: Kampf der Dajanim, resp. des Rabbinates gegen die Orthodoxie und deren bisher von niemanden angetasteten Rechte. Kamps der Schächter, Fleischer rc. gegen Rabbinat und Gemeinde. Kamps der Fleischer gegen die Schächter. Suspension der unzuverlässigsten Elemente vom Schächten und Verwendung derselben als Maschgichim. Ersetzung der weniger verläßlichen Schächter mit ganz unbrauchbaren, so daß selbst die bis nun für uw geltenden, nicht orthodoxen Fleischbänke, nichts weniger als brauchbar sind. Mit einem Worte: Kampf Aller gegen Alle, ohne jedes greifbare Resultat und das unverkennbare Streben, die Orthodoxie unter sein kaudinisches Joch zu beugen nten trb trm. Mit der Persönlichkeit des Dajan Mayersohn wollen wir uns beute nicht befassen; auch nicht mit feiner talmudischen Tüchtigkeit, die hierzulande noch nicht bekannt und vorläufig nur die Weite und Breite des -Horizontes des Korrespondenten ausfüllt, dessen überschwängliche Phantasie auch von so vielen LwbvD tvn onamr wimmelt, von denen mit Recht anwendbar:?v» mr vkp; es wären überhaupt, dem Friedensbedürfniß recte der Friedensliebe der Orthodoxie Rechnung tragend, diese Vorgänge der Öffentlichkeit verschwiegen worden, würde es nicht die Richtigstellung der Thatsachen als auch die Pflicht bw-v i'vnb als gebieterische Nothwendigkeit hinstellen. Schweiz. Basel, 3. Jan. Am Samstag, 22. Dez., hielt Herr Rabbiner Dr. A. C o h n in der Aula der hiesigen höheren Töchterschule, für den jüdischen Litteratur