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Der Israelit · 1901-01-07 · Heft 2 (7.1.1901) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 2 (7.1.1901)
Date
1901-01-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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4*. Jahrgang. Aeitage zu 2 des „Israelit". Leitender Artikel. Am 26. v. Mts. hielt der „Verband der Synagogengemeinden Ostpreußens" seine 17. ordentliche Generalversammlung in Königsberg i. Pr. ab. Der öffentlichen Versammlung ging am Abend des 25. Dez. eine „Sitzung des Verbandsausschuffes" voraus, in der eine Vorberathung der am Verbandstage zu erledigenden Tagesordnung ftattfand. Besondere Ausdehnung gewannen hierbei die Verhandlungen über die Neuordnung der Schulinspektion des Verbandes und wurde beschlossen, die bereits auf dem vorjährigen Verbandstage gewählte gemischte Commission zur Bearbeitung des Normalschulplanes auch mit der Aufgabe zu betrauen, geeignete Vorschläge behufs Neuregelung der Schulinspection vorzubreiten. Die Herren Rabbiner Dr. Perle und Lehrer Rosenthal wurden neu zu Mitgliedern der Schulinspektion gewählt. Am Morgen des 26. Dezember fand die konstituirende „Generalversammlung der Ostpreußischen Pensionskasse" für jüd. Religionslehrer und Kultusbeamte statt. Herr Rechtsanwalt Schey - Allenstein erstattete den Geschäftsbericht über die Zeit der Vorbereitung bis zur konstituirenden Versammlung. Die vorbereitende Thätigkeit, so bemerkte der Redner, habe fast fünf Jahre gedauert. Dafür habe man aber das Gefühl, daß alles wohl vorgesehen und praktisch und zuverlässig gestaltet sei. Auch die Begeisterung der Gemeinden und Beamten für das Werk habe trotz der langen Zeit nicht abgenommen, sie sei eher gewachsen. Schon vor der konstituirenden Versammlung sind 20 Gemeinden (fast die Hälfte derer, die überhaupt für die Kasse in Betracht kommen) mit ihren Beamten der Pensionskasse als Mitglieder beigetreten. Die hierdurch erzielte gesicherte Jahreseinnahme beträgt 3760 Mk. Rechne man die vom Synagogen-Verbande und der Gemeinde Königsberg in Aussicht gestellten Subventionen und die Beiträge der freien Wohlthätigkeit hinzu, so sei bereits jetzt ein Etat von ca. 6000 Mk. zu erwarten, ein Resultat, das alle Erwartungen für den Anfang übersteige. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die Pensionskasse bald alle Gemeinden und Beamten der Provinz Ostpreußen in sich vereinigen möge. — Bei der folgenden Statutenberathung wurden einige unwesentliche Veränderungen der ursprünglichen Statutsbestimmungen beschlossen. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Rechtsanwalt Schey-Allenstein, Vorsitzender, Stadtrath I. Eichelbaum-Jnsterburg, Kaufmann S. Jacoby-Osterode, Dr. med. Kamnitzer-Allenstein, Kantor Davidsohn-Rastenburg, Waisenhaus-Inspektor Peritz-Königsberg und Prediger Sturmann-Osterode. Zum Schatzmeister wurde Herr Kaufmann Joseph Simonsohn-Königsberg gewählt. Die Generalversammlung des Synagogenverbandes wurde um 12 Uhr Mittags durch den Verbandsvorsteher Herrn Stadtrath I. E i ch e l b a u m-Jnsterburg eröffnet. Der Vorsitzende der Königsberger Synagogengemeinde, Herr Stadtrath S. Magnus, begrüßte die Versammlung mit herzlichen Worten. Redner erinnerte besonders daran, daß ein Königsberger, der verstorbene Rabbiner Dr. Bamberger, es gewesen, der den Verband begründet hat; gedachte auch des Interesses, das der verstorbene Professor Dr. Samuel dem Verbände bewiesen und forderte die Versammlung auf, das Andenken beider Herren durch Erheben von den Plätzen zu ehren. Zu den Zwecken des Synagogen-Verbandes übergehend, bezeichnete Redner es als eine Pflicht der Selbsterhaltung für die Juden, sich zum Widerstande gegen ihre zahlreichen Feinde zusammenzuschließen und vor allem der Unkenntniß über Wesen und Inhalt des Judenthums innerhalb und außerhalb unserer Glaubensgemeinschaft mit allen Mitteln entgegenzuwirken. In solchem Streben verdiene der „Östpr. Synagogen-Verband" die Unterstützung Aller. Er wünsche ihm Namens der Königsberger Synagogen-Gemeinde ein fortdauerndes Wachsen und Gedeihen. Nachdem der Vorsitzende dem Vorredner für seine freundlichen Worte gedankt und noch des Hinscheidens des friiherenEhrenmitgliedes des Verbandes, des Herrn M. Davidsohn-Lötzen, ehrend gedacht, wurde zur „Wahl des Bureaus" geschritten u. die Herren: Stadtrath I. Eichelbaum-Jnsterburg, Vorsitzender, Stadtrath S. Magnus-Königsberg, Rechtsanwalt Schey- Allenstein, Gemeindevorsteher Jul. Lazar-Königsberg, Hertz-Gerdauen, Jacoby-Osterode und Waisenhausinspektor Peritz-Königsberg gewählt. Dem Geschäftsbericht des Verbandsvorsitzenden war zu entnehmen, daß sich der Verband im vergangenen Jahre vorwiegend mit den Vorbereitungen zur Errichtung der Pensionskasse bechäftigt hat. Daneben wendete er, wie bisher, sein Interesse der Förderung des jüdischen Religionsunterrichtes in der Provinz zu. 33 Schulen von Verbandsgemeinden wurden inspicirt. Der Verband unterstützte eine Anzahl armer Gemeinden behufs Anstellung eines Religionslehrers, nahm sich junger Leute an. die sich dem Lehrerstande widmen wollten und bemühte sich, Kindern, die zerstreut auf dem Lande wohnen. Gelegenheit zum Religionsunterrichte zu verschaffen. Der Verband subventiom'rt«

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