Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1901)
- Date
- 1901-01-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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38 lieferten Judenthums beruht, und die Verwirrung, die es anzurichten vermag, sobald diese Grundlage verlaffen wird, weist eine größere Abhandlung rrwn imntto tone» von tzk pip p:n p-ar cm:x n pwa |Tpi in überzeugender Weise und klastischer Sprache nach. Die Frucht des entarteten Nationalitätsprincip, der Zionismus, wird in scharfer, geistvoller Polemik bekämpft. Diese Polemik erinnert in ihrer Gediegenheit und Schärfe an Lesting's Anti-Götze und bietet einen wahren Genuß für die aufmerksamen Leser. In herrlichen Gedichten, und in jeder Arbeit, die aus der Feder des Herausgebers selber stammt, zeigt sich die Meisterhand in der Handhabung der heiligen Sprache. Wir begegnen da einer Abhandlung: na rau ran '^2 als Uebertragung des Aufsatzes: „Wie gewinnen wir unsere Kinder für das Judenthum," aus Rabb. Ehrmann'. „Durch's Jahr," welche spielend die Schwierigkeiten überwindet, moderne Ideen in dem Gewände der heiligen Sprache wiederzugeben. Die Zeitschrift kostet p. a. nur 15 Mk. und ist in Deutschland durch die Buchhandlung von A. I. H 0 f - mann in Frankfurt a. M. zu beziehen. Wir können dieselbe den Freunden und Kennern der Thora und ihrer Sprache nicht warm genug empfehlen und sind des Dankes eines Jeden sicher, der durch diese Zeilen angeregt, auf den „Hapeles" abonnirt. Berlin, im Jan. Nunmehr ist die amtliche Statistik der letzten dreißig Ersatzwahlen erschienen, welche in der Periode von 1898 bis zum 1. Oktober 1990 stattgefunden haben. Diese Statistik bringt auch eine Zusammenstellung der Stimmenziffern, die in den betr. Kreisen 1898 bei den allgemeinen Wahlen und jetzt bei den Nachwahlen für die verschiedenen Parteien abgegeben wurden. Dabei ergibt sich ein starker Rückgang der antisemitischen Stimmen, der bemerkenswerth ist, weil er in so argem Widerspruch zu dem Lärm steht, den die „Staatsbürgerzeitung" und andere Blätter von den angeblichen Erfolgen der Judenfresser machen. 1898 wurden abgegeben 38,065 Stimmen, bei den Nachwahlen dagegen nur 18,128 für die antisemitischen Kandidaten, also noch nicht einmal die Hälfte. Erfolg kann man dies wahrlich nicht nennen. Frankfurt a. M., im Jan. Die Ansprüche, die in dem abgelaufenen Jahre an den „Israelit. Hilfsverein" gestellt wurden, waren ganz ungewöhnliche. Nicht weniger als 2884 Petenten fanden Unterstützung, wozu ein Betrag von Mk. 18,104 47 verwendet wurde, während 433 als einer Unterstützung nicht würdig befunden worden sind. Die größten Ansprüche stellten die Monate Juni und Juli, während welcher Zeit ein Theil des rumänischen Auswandererzuges durch unsere Stadt kam, hier verpflegt und weiter befördert wurde. Für diesen speziellen Zweck wurden uns vom hiesigen Hülfskomitee für nothleidende osteuropäische Juden Mk. 13,074.14 zugewendet. An sonstigen Geschenken zur Verwendung erhielten wir Mk. 11,112.90. Während dieser Betrag die Höhe der vorjährigen Gaben übersteigt, haben wir zu unserm Bedauern bei den Mitgliederbeiträgen eine Abnahme um Mk. 245 zu verzeichnen. Die regelmäßigen Mitgliederbeiträge des Rosch- Chodesch-Vereins betrugen Mk. 6517. Vertheilt wurden in 13 monatlichen Spenden Mk. 6510, und im Auftrag der Hinterbliebenen des Herrn Siegmund Jeidels Mk. 100. Als Geschenke zum Kapitalfonds erhielt der HülfSverein Mk. 4000. Durch letztwillige Verfügung hat der am 18. August 1900 verstorbene Herr Max Heim die Summe von Mk. 20,000 zu dem Zwecke vermacht, daß die Zinsen für solche hülfsbedürftige ausländische Juden, welche durch die Verhältnisse genöthigt sind, die Heimath zu verlassen, verwendet werden. Bei ganz besonderen Nothständen sollen, falls die Verwaltung das Bestehen eines solchen Nothstandes feststellt, auch Vergebungen aus dem Kapital erfolgen dürfen. Seit längerer Zeit hatte es sich als wünschenswerth herausgestellt, daß der Verein ein festes Heim besitze. Ein für die Zwecke desselben sehr passendes Haus mit großem Garten wurde für Mk. 108.000 angekauft. Dasselbe wird bezogen werden, sobald die nöthigen baulichen Veränderungen vorgenommen worden sind. Die Verbindung, in der der Verein mit dem Almoscnkasten der Jsr. Gemeinde steht, wird auch fernerhin räumlich gewahrt werden, da er eine Etage des Hauses gemiethet hat. Oesterr. -Ung. Monarchie. Wien, 1. Jan. (Das Wiener jüdische Museum.) Erst in der letzten Zeit setzt man sich in einigen großen Städten des Continents, unter Anderen in Frankfurt a. M. und in Hamburg, dafür ein, daß lüdische Museen gegründet werden, deren Aufgabe es sein soll, weitere Kreise des gebildeten Publikums mit bemerkenswerthen jüdischen Alterthümern und Kunstwerken bekannt zu machen. Bei uns in Wien besteht ein solches Museum schon seit fünf Jahren. Allerdings ist seine Existenz in der Öffentlichkeit fast gänzlich unbekannt. Wer es nicht gesehen hat, kann sich schwerlich eine Vorstellung davon machen, welch reizende künstlerische Schätze und interessante Dokumente da zu sehen sind. Der Vorstand des jüdischen Museums sollte einen umfassenden Katalog ediren, der nicht nur einen Ueberblick über die Einzelheiten des Museums bilden, sondern auch gleichzeitig einen Commentar zu einzelnen Sammlungsstücken bieten könnte. Das werthvollste Schriftstück des Museums scheint ein Gebetbuch zu sein, das mit der Hand auf Pergament geschrieben und mehr als 600 Jahre alt ist. Seine Schriftzeichen haben den Vorzug künstlerischer Feinheit. Unter den anderen Büchern religiösen Inhaltes ragen insbesondere die von dem kaiserlichen Bibliotheks-Schreiber Wolff-Herling»n aus dem