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Der Israelit · 1901-01-03 · Heft 1 (3.1.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 1 (3.1.1901)
Date
1901-01-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 5) 10,000 Mk. für wohlthätige Vereine in der Israelit, Gemeinde Hierselbst, 6) 20,000 Mk. dem schleswigholstein'schen Verein zur Fürsorge entlassener Blinder in Kiel, 7) 30,000 Mk. der Mädchenschule des Charl Paulsen-Stists in Hamburg, 8) 20,000 Mk. der Hamburger Kunsthalle zum Anlaus eines oder mehrerer werthvoller Bilder, 9) seine Oelgemälde, Aquarelle, Handzeichnungen. Kupferstiche und Radirungen an die Stadt Altona für das städtische Museum, 10) 270,000 Mark für eine Stiftung. Für den Betrag von 170,000 Mark soll ein Platz Hierselbst angekauft und aus diesem ein Stift erbaut werden, das im Andenken an di-: Mutter des Testators „Betty-Stist" heißen soll. Di", weiteren 100,000 Mk. bilden das Betriebsvermögen der Stiftung. Das Stift ist im Allgemeinen sür hiesige alleinstehende weibliche Personen gebildeter Stände, z. B. pensionirter Lehrerinnen oder Lehrerwittwen, bestimmt; im Einzelnen sind von dem Testator für die Aufnahmefähigkeit, wie sür viele sonst in Betracht kommenden Punkte genaue Bestimmungen getroffen. Die Stiftung soll durch einen aus drei Mitgliedern bestebenden Vorstand verwaltet werden und soll der Magistrat der Stadt Altona ein Aussichtsrecht über die gesammte Verwaltung der Stiftung ausllben. Memel, im Dez. Der dieser Tage von dem „Verein sür jüdische Geschichte und Litteratur" veranstaltete Vortragsabend war wiederum von vielen Damen und Herren besucht. Herr Direktor Dr. M. Stern aus Berlin sprach über das „erste Jahrtausend der deutschen Judenheit." Von der Stellung der Juden im römischen Reich ausgehend, schildert er die Geschichte der deutschen Juden bis zum Tode Heinrichs VI. mit historischer Treue, verschiedene Sagen, die sich um einzelne hervor-! ragende Persönlichkeiten gebildet haben, zerstörend. Großer Beifall folgte den interessanten Ausführungen des Redners. An den Vortrag schloß sich lebhafte Diskussion über verschiedene an den Vortrag anknüvfende und andere allgemeine Fragen, die gutes Zeugniß für das rege Interesse an den Bestrebungen des Vereins gab. Posen, Chanukka 6601. Schon mehrmals und erst in einer der jüngsten Nummern ist in diesen Bl. von dem geräuschlosen, aber ersprießlichen Wirken des vor einem Jahrzehnt unter dem Namen D’Tiö^ \"<eh hier gegründeten Jünglingsvereins berichtet worden. Der Zweck desselben ist ausschließlich der, die der Schule entwachsenen, in Geschäften oder Handwerksbetrieben thätigen jungen Leute, auch Schüler der oberen Klassen höherer Lehranstalten zur Beschäftigung mit jüdischer Wissenschaft heranzuziehen. Dieser Verein hat nun am ersten Ehanukkaabenv sein zehnjähriges Stiftungsfest gefeiert. An dieser Feier nahmen außer den Mitgliedern auch die Mitglieder des Rabbinats und ein überaus großer Theil der Gemeindemitglieder tbeil, so daß der geräumige Festsaal nahezu gefüllt war. Eingeleitet wurde das Fest durch eine Eröffnungsrede des I Herrn Rabbiners Dr. S i l b c r b e r g aus Grätz, der als früheres Mitglied und eifriger Förderer des Vereins jetzt als Ehrenmitglied herbeigekommen war, um durch seine gediegene Rede die Feier zu verherrlichen. Es wurde dann der Bericht über die zehnjährige Wirksamkeit des Vereins unter die Festtheilnehmer vertheilt. der auch die Genesis des Vereins und dessen jetzigen Status enthält. Nun folgten in verschiedenen Pausen Trinksprüche auf die Gründer und Leiter des Vereins und Vorträge und Gesänge ernsten und heiteren Inhalts, alle mit Beziehung aus den Verein, dessen Leiter und Thätigkeit: aber auch die gemeinschaftliche Absingung des i's uv? fehlte selbstverständlich nicht. Von vielen Nichtmitgliedern wurden Ansprachen an den Verein gehalten: besonders hervorzuheben ist die Ansprache des Herrn Rabbiners, in der er den Verein wegen des bisher Ereichten beglückwünschte und die besten Hoffnungen und Wünsche für dessen ferneres Gedeihen aussprach. Die Glanznummer des Festes bildeten zwei scherzhafte Festspiele, gedichtet und aufgeführt von Mitgliedern des Vereins. Die Stücke, die das interne Leben des Vereins behandelten, waren von wahrhaft dramatischer Wirkung und erregten auch durch die gelungene Aufführung allgemeine Heiterkeit. Erft gegen Mitternacht trennten sich die Theilnehmer mit dem befriedigenden Bewußtsein, einer dv' nr-ir “*3te und zwar einer außerordentlich gelungenen, beigewohnt zu haben. München, 31. Dez. (D i e „j ü d. - d e u t s ch e" Litteratur.) lieber'dieses Thema sprach am 20. dss. Herr Dr. S i m ch o w i tz - Köln im hiesigen Verein für „Jüdische Geschichte und Litteratur." Nachdem Redner in anschaulicher, klarer Weise die historische Seite und den Entwickelungsgang der Sprache beleuchtet hatte, entwarf er in markanten Zügen ein Bild des geographischen, auf zwei Welttbeilen sich erstreckenden Gebietes des jüdisch-deutschen Idioms. Bei dem Umstand, daß an acht Millionen Menschen sich genannter Sprache bedienen, darf man sich billig wundern, daß dieselbe hinsichtlich Sprachforschung und sprachgeschichtlicher Behandlung bisher fast noch ganz vernachlässigt geblieben, während sich z. B. für das Schwedische. Dänische, Portugiesische, Holländische längst Fachgelehrte gefunden, die sich mit ebenso viel Liebe als Ver ständniß der Aufgabe unterzogen, die Ergebnisse ihrer Studien und historischen Forschungen in zweckfördernden Arbeiten festzulegen: hierbei muß man berücksichtigen. daß keine dieser Sprachen auch nur annähernd von fo vielen Menschen gesprochen wird, wie das Jüdisch-Deutsche. Redner entwirft dann eine gründliche, lichtvolle Schilderung über Lyrik, Romantik, Novellistik, sowie über Schöpfungen auf dem Gebiete des Dramatischen in jüdisch-deutscher Sprache und bespricht auch die jüdisch-deutschen Theater und deren Aufführungen. Die jüdisch-deutsche Sprache enthält so manche Worte, die uns als Entstellungen deutscher Ausdrücke er-

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