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Der Israelit · 1900-12-31 · Heft 104 (31.12.1900) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 104 (31.12.1900)
Date
1900-12-31
Page
– (sequence 22)
Language
German
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70 ,***i'*w. ■ 9 ^p.»4i'i.ifc werden uns aus den Ausführungen Halevys über den der. klar. Der Jeruschalmi ist nach Halevys überzeugender Darstellung nie zum Abschluss gelangt; er erfuhr weder eine auf das Ganze sich beziehende Redaktion, wie sie beim Babli zur Zeit Rabas (s. Dor. Har. Theil 2 *) stattfand, noch eine Schlussredaktion, wD sie R. Aschi und sein Kollegium lierbeifiihrte; er ist vielleicht in der Gestalt und dem Texte erhalten, wie er aus der Metibta zur Zeit R. Jochanans und des Geschlechtes nach ihm hervorgegangen ist Durch die unglücklichen, politischen Verhältnisse, die Palästina heimsuchten, durch die grausamen Verfolgungen, denen unsere Vorfahren dort ausgesetzt waren, konnte die segensreiche Arbeit der palästinensischen Amoraim nicht fortgesetzt werden und der Talmud blieb unvollendet ohne die Frucht jener segensreichen Thätigkeit, die beim Babli das Geschlecht R. Aschis unter Beteiligung aller Gelehrten Israels und die Saburäer leisteten. Aus diesem Grunde mussten unsere Rischonim hervorheben, dass man trotzdem sich auf den der. verlassen könne, wenn er dem Babli nicht widerspricht, und in diesem Sinne allein werden uns die Worte unsers grossen Meisters Rabbenu T an im Sefer Hajaschar verständlich. Jedenfalls sehen wir auch hier wieder eine Behauptung sich bewahrheiten, die Halevy in seinem so bedeutungsvollen Werke aufstellt, wie ich auch vor kurzem Gelegenheit hatte aus einem neu gefundenen Briefe, des Rabbenu Chuschiel, mitgeteilt von Prof. Sehechter (Jewish Quarterly Review, Juli 1899 p. 649 ff.) darzuthun, dass mit ihm die Behauptung Halevys, dass die vier Gefangenen nicht aus Babylon, sondern aus Italien kamen, ihre erneute Bewahrheitung finde. Die zweite Stelle des Sefer Hajaschar, auf die ich hinweisen möchte, befindet sich auf Seite 97 in dem Sendschreiben 7>-L> zr>vz?pn8 pjjn S'-uS'. dort schreibt Rabbenu Tarn an R. Meschullam am Ende etwa rnn1? bip nxinn “’Boo -pupi tesP Tp warn nb'zzn ja ns’sr; npmm pxatn an nna pn:r n~ [an: ana psSi pj?8 rcn nxi ,B’ait2 .“nr6 vr,z rrn xVi -]b rrn aro ans Der geehrte Herausgeber des Sef. Hajaschar Herr Rabb Dr. Rosenthal ändert das sonst unverständliche Wort p'tb' in c*bSi und fügt zur Erklärung bei n"c rmj pnr na pon: an bv ran: "ns c: nvn' Sx nc'na: moxp xa pam ncrsb inxn ans am anz'y *nna 'z'bz ana an mn *noap ’xa allein auch damit ist uns keine genügende Erklärung der Stelle gegeben. Ich glaube jedoch, *i Per Druck dieses Teiles wird binnen kurzem fertig sein; ich hatte jedoch Gelegenheit, seho . vorher in die Druckbogen Einsicht zu nehmen. dass wir die Lesart beibehalten können, und dass Rabbenu Tarn mit seinen Worten auf Bab. Batra 22 hinweisen wollte; dort heisst es rtbzb bw'3~i ’op’o xar bz rrn n^a v"a pnjp na fcn: an b"y mm rrnyatpS aaa na ana an mma v'.nnv Er wollte also damit ausdrücken: „Wenn Du gewohnt wärest erst nachzudenken und dann erst sneH den Gegenstand zu verbreiten, wie es R. Nachman b. Jzcliak tliat, der mit R. Adda bar Abba erst den Gegenstand durchging, dann wäre es besser gewesen u. s. w.u Ela Rabbiner von Worms vor 100 Jabrea. Von -4. Rothschild—W orins a/Rh. Als man im Jahre 1889 die Erinnerungsfeier an die vor 20(» Jahren erfolgte Zerstörung der Stadt Worms durch die Franzosen beging, wurde auch an die gleiche Feier erinnert, welche im Jahre 1789 dahier abgehalten wurde. Jener Feier stand der Rabbiner Samuel Levi, der Grossvater des jüngst verstorbenen Hofkapellmeisters Hermann Levi, vov. 27 Jahre lang war Samuel Levi Rabbiner in Worms. Er zählte zu den Notablen der Stadt und flüchtete, um nicht von den Franzosen als Geisel für Contribiition mitgenommen zu werden, nach Frankfurt. wo er mehrere Monate blieb. Er wohnte 1806 dem vorbereitenden und 1807 dem wirklichen Sanhedriii in Paris bei, war ein Jahr angesehenes Mitglied derselben, umso mehr, da er der französischen Sprache vollkommen mächtig gewesen und ganz frei in derselben reden konnte. Infolge seines dortigen Wirkens ward er von Napoleon zum Grandrabbin du Oonsistoire du Depart de Tonnere nach Mainz berufen, wo er nach sechs Jahren 1813 starb, ln welchem Grade er der französischen Sprache mächtig war, beweist folgendes, das er selbst niedergeschrieben. „Zu damaliger Zeit, in den 90 er Jahren, waren in Worms sehr wenige Leute der französischen Sprache kundig; ich war vielleicht der Einzige, der sie geläufig sprach lind cursoriscli las. Und da dies in der Stadt bekannt war, versammelten sich eine zeitlang allabendlich Bürgermeister, Gemeindei äthe und viele Bürger vor meinem in der Häuserreihe der Judengasse etwas zurückstehenden Hause, um ihnen auf dem Sessel sitzend, den Inhalt der angelangten Pariser Zeitung sogleich deutsch vorzutragen.“ Interessant ist folgende Thatsache, die nicht nur von der Rednergabe, sondern auch von der

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