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Der Israelit · 1900-12-31 · Heft 104 (31.12.1900) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 104 (31.12.1900)
Date
1900-12-31
Page
– (sequence 23)
Language
German
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71 Macht und dem Einflüsse des alten Rabbiners auf die Gemüther seiner Gemeinde zeugt. Es waren auf der Gemeindestube mehrere Tausend Gulden Pupillen- und andere Gelder in eiserner Kiste verwahrt und über Nacht daraus gestohlen worden, worüber dann natürlich Jammer und Klage in der Gemeinde erfolgte. Das kleine Eigentum und die Ersparnis vieler geringen Leute, insbesondere vieler Witwen und Waisen war plötzlich verschwunden und der Thäter konnte nicht ermittelt werden. Da ordnete Rabbiner Levi einen Fasttag an, an dem alle Gemeindeangehörige bis zum 13. Jahre herab, mit Ausnahme schwächlicher Frauen, in der Synagoge erscheinen sollten. Als dies geschehen und die Synagoge dicht gefüllt war, kam Levi im Sargenes, begleitet vom Vorbeter und Schofarbläser, gleichfalls im Sargenes, und stellte sich mit ihnen vor die heilige Lade, die Thorah aus derselben holend und hoch empor im Arme haltend. Darauf liess er, wie am Roschliaschonoh Schofar blasen und hielt dann eine eindringliche ergreifende Rede an die Versammelten, das Unglück schildernd, welches der Diebstahl über so viele arme und geringe Leute gebracht habe. „Ich glaube den Thäter zu kennen oder vermuthe ihn doch,“ sagte er, „und bitte ihn fussfällig, das Geld wieder zurückzubringen (zu welchem Ende er drei Häuser bezeichnete, in welche es geschehen konnte, ohne bemerkt zu werden, wie er dann auch Jedermann befahl, an den nächsten drei Abenden zu Hause zu bleiben, seine Thiire aber offen zu lassen, damit kein Nachbar ein Kommen und Gehen erfahre), in welchem Falle ich den Segen Gottes auf ihn, seine Kinder und Kindeskinder herabrufe etc. Sofern er aber binnen drei Tagen das Geld nicht zurückgebracht habe, thue ich ihn und seine Angehörigen in ewigen Bann und rufe all die Flüche auf sie herab, die in der Thorah geschrieben stehen“ etc. Nach diesen Worten soll die ganze Gemeinde in lautes Weinen ausgebrochen sein. Sie hatten aber den gehofften Erfolg. In der zweiten Nacht wurde das Geld in die Hausflur des Herz Kahn gelegt. Es fehlte nur wenig daran. Zur Geschichte der Juden in Worms. If. Worunter FlücliUinge. (Schluss.) f. Rafael Durlach. Rafael b. Baruch Durlach, der in Worms das Amt eines Rabbinatsassessors bekleidete, flüchtete von da nach Mainz, wo er als Vereinsrabbiner bei der dortigen Chewra Kadischa Anstellung fand. Das Protokollbuch dieses Vereins1) enthält folgenden Eintrag: noecne -IN' uceom n:;i ucj [ti my e".-! '’ropn nenp xe'Tp xrrcnn *:njx -ins nsL> nnx' ''ö^y r:z by nr.zpb urut? e"i nyicrn newe» inxo encn ri«n *ryn nnw nu- 'rccn cvicn emx crrmis bxx ks .tt ncpn cy '"y ttbdi t:b pucee: txcs xsjjc -pne pzb -irren *arc evien emx "zpb dtp;e irne* nrr ns neptr eyoei pcby rrz by un; b":n cr.T Tyn '2 yrc nwf:v ar enpte "Tie mmb ’ ‘nar na paor er y:n er 'mx rviry1? XL"np xmenn uSy ::bzp pe er ’P.nn er imx to^i ep:ee eirinn xtrnp xrrcnn bz n-:yr. D’C’ isre ->jt -natp rern^ xse ny, »no mso n-nye 'czv nr imn irnxte er: nSSn mix vcpSi man pnx lp^ni npnsb pecc ’*n unxe ins bz rnS: .Ttrro e"pr -!L'xr uby ubnp nt bz pjyb er mixe sp-n rxrn nyz xne> ba:n E'-p xrnerr ae*e enc yx nr bz *] i*i e rin fe b x er xs"np xrrcnn bxx ^yn1? nc^c *• nxm nxtn eye n o e i tp m nnnnn xr"DViifi :,n j »xi ee ,n^r bv nn:x e'p' Der hier geschilderte Vorgang bezieht sich auf die Zeit, als Mainz am Anfang des Jahres 1689 von den Franzosen belagert wurde. Der Friedhof, zu dem während der Belagerung der Zugang unmöglich war, wurde erst an oben genanntem Tage — 10. Januar 1690 — wieder freigegeb-n. Die bis dahin im Synagogenhof bestatteten Leichen wurden ausgegraben und auf den Friedhof transferirt und der 1. Scliebat wird heute noch von der Beerdigungsbruderschaft als Freudentag gefeiert. Rafael Durlacli kehrte später wieder nach Worms zurück und starb2) rryn mn x — 10. September 1714. — Am folgenden Tage wurde er mit grossen Ehren beerdigt. Sein Sohn Jakob Elieser, gewöhnlich R. Leser Durlach genannt, war nahezu 50 Jahre Rabbinatsassessor in Worms, wo er 7/8. Adar I (14/15. Februar) 1777 starb.3) Der Sohn des Dajan Leser, namens Maier Durlach, war Herausgeber von Elia Loanz Koheletkommentar (Berlin 1775).4) g. Samuel Scliwob. Samuel Schwöb, der in Pressburg wohnte, nennt sich in einem Briefe an den Vorstand von Worms d. d. 26. Jjar — 10. Mai — 1706 xe"'eiT n^uo. ln diesem Briefe, dessen Original im jüd. Gemeindearchiv von Worms sich befindet, 1) Durch die dankenswerte Gute des Herrn Rabbiner Dr. Bondi wurde mir ein Einblick in das Buch gestattet. 2) Wormser Memorbuch ed. Berliner 8. 25, Kobez al Jad 1893 8 20. 3) Wormser Memorbuch ibid. 8. 51. 4) Vgl. Löwenstein, Kurpfalz 8. 168 n. 2.

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