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Der Israelit · 1900-12-31 · Heft 104 (31.12.1900) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 104 (31.12.1900)
Date
1900-12-31
Page
– (sequence 18)
Language
German
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66 macht" und dass ,.die öffentlichen Reden einerseits und die Guillotine anderseits einen vollständigen Erfolg erwarten lassen“. Dann fügte er noch hinzu: ..Die jüdische Race, von den Tyrannen der alten Staatsverftissung den Lasttliieren gleich gestellt. hätte sich ohne Zweifel ganz der Sache der Freiheit hingehen sollen, welche ihnen die Menschenrechte einräumt. Indessen ist hiervon gar nichts zu Sehen. Die Juden haben uns in mehreren kleinen Städten und Dörfern in der Gegend von Weisseiiburgverraten. Es würde Mühe kosten. 10 ausgesprochene Patrioten in den Departements des Ober- und Unterrheins unter ihnen zu finden. Ueberall setzen sie die Habsucht an die Stelle der Vaterlandsliebe und ihren lächerlichen Aber glauben an die Stelle der Vernunft. Wäre es nicht am Platze, eine Umgestaltung mit Hilfe der Guillotine in’s Auge zu fassen?“ Wir wissen nicht, was Duval auf diesen schändlichen „Umgestaltung»“ - Vorschlag erwiderte. Aber Tliatsache ist es, dass wenige Tage später in Strass bürg die Verhaftungen von Israeliten begannen. welche bis zum Ende der Schreckensherrschaft nicht mehr aufliören sollten Gleich am 1. Erimaire sehen wir Cerfbeer, Leopold Samuel, Isaae Leyser, Salomon Levy. Abraham ('ahn. Meyer Nettei, Meyer Dreyfus und noch mehrere andere in’s Gefängnis führen, und schon am folgenden Tag trat, geiclisam zur Rechtfertigung dieser Massenverhaftungen. das Direktorium des Strassburger Distrikts zusammen, lim die Vorlesung eines schriftlichen Antrags seines Anwalts in Bezug auf die Israeliteil anzuhören. Dieses Schriftstück verdient ohne Zweifel wörtliche Mitteilung als eines der seltsamsten unter allen albernen und wunderlichen Arbeiten der Revolutionszeit. „Man muss, sagte der Redner, den Lasterhaften schlagen und Jeden als Feind der Republik erklären, der sich ihr entziehen will. Die Juden sind es, über die ich mit Ihnen sprechen will, und welche, trotz all dem, was die Revolution an Nützlichem für sie get li a n hat, ihre barbarischen Gebräuche (Ur Rache der so lange mit erdrückten Natur entziehen zu wollen scheinen Es besteht unter diesen Menschen das unmenschliche Gesetz, an das neugeborene männliche Kind biutigeHand zu legen, als oh die Natur nicht vollkommen wäre. Das ist eine Schmach für die Göttlichkeit. Sie tragen einen langen Bart aus Prahlerei u n d z u r N a e li ä f t u u g der P a t r l a r c ii e II, deren Tugenden sie nicht geerbt haben. Sie gebrauchen eine Sprache, die sie n i c h t kennen und die seit langer Zeit nicht mehr üblich ist Ich fordere daher die provisorische Kommission auf, ihnen diese Gebräuche zu untersagen und zu befehlen, dass der Wahrheit ein Autodafe gebracht werde m i t allen h e b r ä i s c h e n Büchern u n d besonders mit dem Talmud, dessen Verfasser Schelm genug war, ihnen zu erlauben, Menschen, die nicht ihren Glaubens sind, auf Wucher zu leihen.“ Die provisorische Kommission des Strassburger Distrikts liess sich durch diese herrliche Ansprache überzeugen und beschloss, „dass die in dem Antrag enthaltenen Vorschläge durch die entsprechenden Gemeinderäte des Aufenthaltsortes der Bürger, die bis jetzt zur mosaischen Lehre sich bekannten, in Vollzug zu setzen seien und dass sie zu diesem Behufe am 10. Tage der laufenden Dekade die Bürger versammeln, ihnen gegenwärtigen Beschluss vorlesen und ihnen zur Pflicht machen sollen, sich darnach zu richten, sonst würden sie als verdächtig behandelt werden.“ Unsere Administratoren schärften ausserdem den Gemeinderäten des Distrikts ein, „sofort alle hebräischen Bücher, besonders aber den Talmud einzusammeln, ebenso alle Zeichen ihres Kultus, und sie an die provisorische Kommission einzusenden“, damit „am 10. Tag der 2. Dekade der Wahrheit ein Autodafe mit all diesen Büchern und Zeichen des mosaischen Kultus gebracht werde.“ Dieses Schriftstück war von dem provisorischen Distriktspräsidenten Charles von Klauer, einem preussischen Kavalier, unterzeichnet, welchen Abenteuer, die noch nicht enthüllt sind, aus dem Potsdamer Gefängnis in die Mitte der Strassburger Terroristen geführt hatten, deren würdiger Nebenbuhler er lange Zeit gewesen ist Die Bürger Daum, Hess, Tisserant und der Sekretär Christmann hatton ihre Unterschrift mit der seinigen an den Fuss dieses sonderbaren Beschlusses gesetzt. Zu solchen ketzerrichterlichen Autodafes führten, unter dem Einfluss hundertjährigen Hasses und allgemeiner Intoleranz, die edlen Grundsätze, die von der Konstituante proklamirt wurden. Man liess es aber bei diesen Beschlüssen nicht bewenden. Spione wurden ausgeschickt, um festzustellen, ob die Israeliten der Umgebung sich darein fügten, den nöthigen Gehorsam zu leisten. Wir besitzen noch den Bericht, der

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