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Der Israelit · 1900-12-31 · Heft 104 (31.12.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 104 (31.12.1900)
Date
1900-12-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2163 rabbiner Duekes, anschloß. Wie immer erntete Herr Rabb. Duekes ungetheilteL Lob für seine geist- ] reichen Ausführungen, in welchen er neben einem Rück! bliel bis aus die Zeit der Gründung der p'~ und deren i Gründer, auf die Bedeutung von Gemilus chesed im! Verein mit Talmud Tbora hinwies. Dem Redealt! folgten wiederum der Feier entsprechende Psalmge- \ sänge, tHeils reeitativ, theils solo meisterhaft von Herrn Nathanscn ,;u Gehör qebvadjt. i Dem offiziellen Theil schloß sieg eine opulente! Mahlzeit an, ivelche die VereinsmitgliWer bis in später Stunde in fröhlicher Stimmung beisainmenhielt. In seiner Begrüßungsrede wies der Gastgeber, Herr Ater Möller, auf die Gründer und Förderer des Vereins - hin, die es durch ihre Munificenz ermöglicht haben, daß > der Verein, unabhängig von den Mitgliedsbeiträgen, j nicht nur in seinem Bestände gesichert dasieht, sondern > außerhalb des Raumes seiner eigentlichen Thätigkeck.! auch noch ini Stande ist, anderweitig Gemilus chesed i zu üben. Daß außerdem noch vielseitig geistreiches! jüdisches Wort und jüdisches Lied erklang, bedarf wohl! kaum der Erwähnung. Hervorzuhsben sind die kan-? toralen altehrwürdigen Melodien, die vom Klansi rbasan, Kerrn Rendsburg, zur allgemeinen! Freude gesungen wurden.! Gekrönt wurde das in schönster Weise verlaufene i Fest durch die Anwesenheit des Nestors unserer Gej meinde, unseres hochgeehrten Klausrabbiners Rabbi i Iekew E o h n vn'tLv vir r. der in selten! geistiger Rüstigkeit und Frische seine Theilnahme kundj gab und durch seine Midrascherklärungen die Anwesen-! den entzückte. Daß Rebbe Iekew auch bei den Gesängen | einer der Eifrigsten war, werden seine vielen Verehrer i obnehin gerne glauben. > — Eine Erinnerung an die ersten Jahre des Be- , ftehcns des Vereins „Brckur Chaulin" bilden noch heute j fünf auf dem alten Friedhof der hochdeutschen Jsrae- '■ litengemeinde in der Königstraße befindliche Grabsteine j von an den Blattern verstorbenen Personen. Die Steine! wurden damals, als die Epidemie herrschte, glatt ge-! legt und zwar mit der Inschrift nach unten. j Kempen (Prov. Bosenß 2".. Dep Der heutige! (Amuickmaa gestaltete ssck für unsere Gemeinde p! einem unvergleichlich schönen Licht- und Freudentag.! An demselben fand die Feier des 2-öjährigen Amtsj jnbiläums unseres ehrwürdigen Herrn Rabb. Dr.! L. Münz statt.! Am Vormittag dieses Tages erschienen zunächst das Vorstandskollegium unter Führung des ersten Vorj stehers, Herrn Isaak Bloch, und die Repräsentanten-! Versammlung unter Führung ihres Vorsitzenden Herrn j David G u t t m a n n und überreichten dem Jubilar! eine stilvoll ausgeführte Adresse, nebst einem Ehren-! geschenke. Herr Isaak Vkoch richtete an den Jubilar! herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung. j Hierauf erschienen die Deputationen der anderen ' Vereine und Körperschaften und brachten Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Münz ihre Huldigungen dar. Einen geradezu überwältigenden und ergreifenden Eindruck machte es, als die Deputationen der Chewra Kadischa uicker Führung von zwei fast neunzigjährigen Greisen erschienen, Ne, ausgezeichnet durch altjüdische Frömmigkeit und wertthätige Menschenliebe, gleichsam als feste, unerschütterliche Säulen aus der alten , ruhmreichen Zeit in die neue Zeit hineinragen. Im Namen des Walsenunterstützungsvereins wandte sich Herr Vorsteher Moritz G o t t h e i m e r mit innigen Worten an den Jubilar. Einer jeden Deputation drückte unser ehrivürdiger Herr Rabbiner in geistvoller und sinniger Weise seinen tiefgefühlten Dank in besonderen Ansprachen ans. Ihren nachhaltigsten und lveihevollsten Ausdruck erhielt über tie Feier in dem Festgottesdienft, der am Nachmittage in den geheiligten Räumen der festlich geschmückten und erleuchteten Synagoge siattfand. Nachdem die Ehanukalichter entzündet und das alte Ehanukalied „Moaus zur" verhallt war, bestieg Se. Ehrwürden Herr Rabb. Dr. R o s e n t h a l - Breslau die Kanzel und hielt in herzinniger, meisterhafter Weise die Festprcdiat. Mit beredten Worten feierte der Redner l ie hoben Verdienste des Jubilars um seine Gemeinde und das Judenthum, hob besonders dessen hohe Gelehrsamkeit, sein vielseitiges Thorawissen hervor und pries seine lauteren Charaktereigenschaften, seine Selbstlosigkeit und Demuth. Sinnig wandte der Festredner aus den Jubilar die Talmudstelle an, daß die Thora für ihn nicht nur sei eine ~v’"z ein Gut, das ibm von feinem berühmten hohen Ahnen als Erbe überliefert worden ist, sondern auch eine nv'm: ein Besitzthum, das von ibm selbst durch unermüdliches Studium bei Tag und Nacht erworben worden ist. Vom Gotteshaufe begab sich die Festverfammlung in gehobener Stimmung in das jüdische Waisenhaus. Ein mildes, gutes Werk sollte die Feier des Tages verklären und verschönern: Zwanzig Waisenkinder wurden zu Ehren des Festes vom Waisenunterstützungsverein bekleidet und reich beschenkt. Mit ergreifenden und zündenden Worten wies hier Herr Rabbiner Dr. W. M ü n z aus Gleiwitz, der älteste Sohn des Jubilars, aus die Bedeutung dieses Wohlthätigkeitsaktes hin, und kein Auge blieb thränenleer, als er von der Liebe und Treue sprach, die dem armen verlassenen Waisenkinde erwiesen wird. Am Abend vereinigte ein Festessen, dessen gelungenes Arrangement der rührigen Thätigkeit eines besonderen Festkomitees zu danken war, die Ehrengäste und einen großen Theil der Gemeinde zu einer schönen, gemüthlichen Feier. Nachdem der Vorsteher, Herr I. Bloch, einen Toast auf Se. Majestät den deutschen Kaiser ausgebracht hatte, folgte eine Reihe schöner, erhebender Tischreden, die zur besonderen Würze des Mahles beitrugen. Ganz besonderen Eindruck auf die

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