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Der Israelit · 1900-12-27 · Heft 102-103 (27.12.1900) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 102-103 (27.12.1900)
Date
1900-12-27
Page
– (sequence 26)
Language
German
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2172 anderen Plan, wodurch sie nicht allein einen Glückwunsch direkt, natürlich „per Telegraph," an die Hochzeitsgeber senden können, sondern sie werden dadurch in den Stand gesetzt, einen „Glückwunsch in Versen", und zwar „unbeschränkt in der Wortzahl," für „eine Gebühr von fünfzig Pfennigen" abzusenden. Als Beispiel diene folgendes Poem: Hochzeitsgesellschaft Mayer! Caffel's Hotel, Berlin. Wohl bin ich der Hochzeit ferne. Doch bringe ich von Herzen gerne Dem lieben jungen Paar Meine Masicltow dar. Dem holden, lieben Paar, Das heut' am Traualtar Zum schönsten Bunde sich vereint, Dem hell des Glückes Sonne scheint. O möge nie ihr Glanz erbleichen — Und nimmer von ihnen weichen, Stetes neue Freuden ihnen erblüh'n Und immer hell ihr Stern erglüh'n! Es möge stets mit vollen Händen Fortuna ihnen Gaben spenden, Damit die Jahre, die entschwinden, Ihnen immer neue Kränze winden. In unserm Namen bei dem Mahle Füllet nun die blinkenden Pokale — Und wollet jubelnd sie erheben: Gott möge Massel und Brocho geben. Das junge Paar, — es möge leben! Mainz. Familie L e v y. Das sind 114 Worte, die, je fünf Pfennige, zusammen „6 Mark 70 Pfg." kosten würden. Wir befördern nach unserem Plane diese 114 Worte für 50 Pf., indem wir unter der Adresse und Unterschrift nur die Worte Glückes Sonne depeschiren. Es handelt sich also um die Herausgabe eines Büchleins mit etwa 100 originellen Vorlagen für „Hochzeits-Glückwünsche." Aus diesen Glückwünschen wird nunmehr ein Stichwort, wie vorstehend „Glückes Sonne" entnommen und diese zwei Worte telegraphirt. Der Empfänger schlägt nun das Büchlein auf und findet auf der ersten Seite im alphabetischen Register unter dem Buchstaben G. das Wort „Glückes Sonne" Seite 10. Er schlägt nun diese Seite auf und findet hier den obigen Glückwunsch. Anstatt ein Stichwort werden auch, wo es angeht, die Anfangsbuchstaben des Glückwunsches geschrieben, z. V. Auf daß niemals Glück und Eintracht Euch fehlt, Und Liebe und Frieden Euch Beide beseelt, Bis in's späteste Alter zum Jubelfest noch Darauf bring' ich Euch telegraphisch ein Hoch! Man telegraphirt nun: „A u b" und findet auf Seite?. den obigen Glückwunsch. Natürlich werden auch Prosa-Glückwünsche für nüchterne oder ernste Leute in dem Codex enthalten sein, z. V. „Ich gestatte mir, Ihnen und Ihren verehrten Angehörigen zu Ihrem heutigen Feste meine innigsten Glückwünsche darzubringen, möge u. s. w.," auch hierfür wird eine Ziffer oder ein Wort zur Hand sein. Für jede weitere Anregung in Bezug auf Vervollkommnung des Büchleins werden wir unseren Lesern dankbar sein. Das Büchlein erfordert eine einmalige Ausgabe von einer Mark, und man hat nicht allein für jeden derartigen Fall ein bedeutendes Ersparniß, so daß sich schon bei einer Depesche das Büchlein bezahlt macht, sondern auch eine reiche Auswahl Glückwünsche, resp. Toaste zum gelegentlichen mündlichen Vortrage. Besonders viel Geld wird man sparen können, wenn beispielsweise in einer und derselben Stadt sich zahlreiche Verwandte und Bekannte befinden, die verhindert sind, auf die Hochzeit zu kommen, sie können Alle ein und dasselbe Buch benutzen. Da die Hochzeiten fast in jeder Stadt von gewissen und bekannten Restaurateuren oder Hoteliers hergerichtet werden, so wird Sorge getragen, daß diese in erster Rede das Büchlein zum Gebrauch halten. Auf den Hochzeitseinladungen wäre eventuell zu bemerken: „Schlüssel für Telegramme ist beim Hotelier." Einer der Gäste müßte natürlich stets das Amt der „Ausschließung" der Telegramme übernehmen. Damit die Sache ganz glatt ginge und beim Vorlesen kein Aufenthalt entstünde, wären die Telegramme vorher aus die Formulare abzuschreiben. Hoei Unglückliche, die glücklich wurden.... von Michael Jacob. Reb Ebajim, ein frommer und angesehener Mann, war der Svnagogenvorsteher im Städtchen V. Er wurve von seinen Mitbürgern verehrt ob seiner Lauterkeit und Redlichkeit. Er war, um es kurz zu sagen, eine Autorität. Auch mit Reichthümern war dieser edle Fromme gesegnet. Doch in sein Glück mischte sich ein herbes Mißgeschick. Seine heißgeliebte Gattin, die ihm viele Jahre hindurch treu und sorgsam zur Seite gestanden, wurde ihm durch den unerbittlichen Tod plötzlich entrissen. Diesen Verlust, der Reb Chajim so unerwartet gekommen, konnte er nur sehr schwer überwinden. Allein

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