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Der Israelit · 1900-12-27 · Heft 102-103 (27.12.1900) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 102-103 (27.12.1900)
Date
1900-12-27
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Orthodoxe <AudeirlI)umÄj 7. Dez. 1000] l«r. 13 Ml MIelsgrapblsLbe MlüLkwünsLbe m Mocbreitev oder Mie spcrrt nic»n fein Geld? <. (Lin neuer Vorschlag.) X Von L. W. 4—►- Noch vor 40 Jahren begnügte man sich bei Hochzeiten mit einem mündlichen Maffel-tov oder nach der Hochzeit mit einem Gratulationsbrief. Seit dieser Zeit hat sich allmählich die Sitte eingebürgert, daß Verwandten, Freunden und Bekannten, die nicht der Hochzeit beiwohnen können oder gar nicht dazu eingeladen wurden, mindestens einen kurzen oder langen Telegraphengruß und Glückwunsch senden. Dieser Gebrauch ist namentlich bei jüdischen Hochzeiten so allgemein geworden, daß nach der Erfahrung der jüdischen Restaurateure, welche Hochzeiten ausrichten, selten bei einer Hochzeit weniger als 60, oft aber mehrere Hundert Depeschen eingehen u. bei Tische unter dem obligaten Jubel der Gäste zur Verlesung gelangen. In größeren Städten, wo die meisten jüdischen Hochzeiten an den Sonntagen stattfinden, werden besondere Boten von den Telegraphenämtern für diese Nachmittage abkommandirt, die diese Sonntagsunruhen nicht als eine Plage, sondern als eine Bonifikation betrachten, da selten eine Depesche empfangen wird, ohne daß dafür ein Trinkgeld gewährt inird. — Nach einer Darstellung, die vor 10 Jahren der Generalpostdirektor Stephan im Reichstage auf eine Petition unserer antisemitischen Freunde wegen Störung der Sonntagsruhe gegeben, betrugen damals die Gebühren für diese telegraphischen Wünsche bei jüdischen Hochzeiten mehrere hunderttausend Mark per Jahr. Es ist ein altehrwürdiger p, daß man von jeder Hochzeit einen gewissen Prozentsatz als rewo giebt. Daß ein Theil dieses „Zehnten" der Postfiskus erhalten muß, steht nirgends geboten, und doch kann man, wie oben die Bemerkung des sel. Stephan zeigt, alljährlich mehrere Hundert Bräute mit den — Telegraphengebühren, allein von jüdischen Hochzeiten, ausgeben. Aus diesem Blatte ist vor einiger Zeit der sehr be achtenswerthe Vorschlag ausgegangen, diese Glückwünsche an einer Centralstelle zu sammeln, die die sämmtlichen Depeschen, in geschmackvoller Form vereint, an das Brautpaar übersendet. Für jede Depesche wäre in diesem Falle eine Gebühr von 50 Pfennig zu zahlen, wofür der Name des Auftraggebers unter dem Glückwunsch verzeichnet würde. Der Ueberschuß sollte dann einem Wohlthätigkeits-Jnstitut zukommen. Der Vorschlag war, wie gesagt, gut, so gut, daß er — nicht zur Ausführung kam, denn erfahrungsgemäß ziehen die Interessenten es vor, mit ihren Angehörigen bei solchen Gelegenheiten direkt in Verbindung zu treten. Wir unterbreiten heute unseren gesch. Lesern einen

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