Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1900-12-20 · Heft 101 (20.12.1900) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 101 (20.12.1900)
Date
1900-12-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449049-2449143--52228-2502767
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2125 höchst eigentümliche Weise gefeiert: „Man setzte einen Menschen mit gesunden Gliedern auf den Nacken eines Lahmen, ersterer wurde nach der Weise Adams bekleidet, die Haut, welche dem Blutzeugen Rb. Jismael b. Elisa vor seinem Tode abgezogen worden, wurde über sein Gesicht gebunden, ein Diamant von vier Sus Schwere nur seinen Hals gehängt und die Schenkel mit Rubinen verziert, alsdann ließ man vor ibm ausrufen: Lüge ist es, was der Herr geredet, der Bruder unseres Gebieters (Esau) ist ein Betrüger! Wer dieses Schausviel gesehen, hat es ein für allemal geseben, wer nickt, der wird es nie wieder sehen! — Welchen Bortheil bat nun der Arglistige von seiner List, der Betrüger von seinem Betrüge? — Endlich hieß es: Webe dem Einen, wenn der Andere sich einst erheben wird." — Da haben wir es. — Trotz des engen Freundschaftsbündnisses. welches Hvrkanos mit Edom einging, wurden jedoch sofort Vorkehrungen getroffen, damit in dessen Mitte alles dasjenige nicht in Vergessenheit gerathe, was den alten Hast und die Verachtung gegen Inda lebendig zu erhalten geeignet war. Diese Ersahrung können bis auf den heutigen Tag alle Diejenigen macken, welcke mit Esau's Nachkommen enge Treundsckaft sucken. Im Angesichte süste Vertraulichkeit und kaum, dass der Rücken gewendet, grinst die verwerte kratze, Im alten Edom dagegen bat man diesen Bestrebungen eine gewisse abgerundete Form, in einer strbenden össentlicken Einrichtung, gegeben, die alles das zusammenfastte, was man auf dem Herzen trug. Schlau genug jedoch war man, sich diesen Hast nur alle siebzig Jabre einmal zn leisten. Das konnte der fremden Beobachtung leickt entgehen und war für seinen ldweck. Hast und Verachtung gegen Juda für alle Zeit lrbcndig zu erbalten, vollkommen ausreichend. Es fehlte auch zu allerletzt nickt ein scheuer Blick auf das G-sv-nst dex Veraeltuna. welche alle Diejenigen in Sckrecken versetzt, welche im Genüsse der Bosheit gewissermaßen schwelgen. Tragen wir nun zum Schlüsse: Was war es denn eiaentlich. was auf dgs glänzende Geschlecht der Makkabäer einen so starken Schlagschatten aeworfen. so ergibt sich für uns als Antwort: Es bildete den Ruhm der Makkabäer, dast sie auf Israel ibr Vertrauen zu einer Zeit setzten, wo Alles an dessen Fortbestand veriwpjfelte. Tbr Berbänanist jedoch bildete es. dast sie V^-selben sich entschlngen und durch fremde Hilfe ihren Bestand zu sickern vermeinten. Ohne digeistigen und -.fischen Errungenschaften anderer Völker zu unters-dästen wüst ein wd-2 Volk den Sckwervnnkt seine! Bassins in sich selbst linden. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 17. Dez. Der in Nummer 99 Ihres geschätzten Blattes veröffentlichte „Brief eines jüdischen Soldaten in China" enthält einen Schmerzensschrei, der allerdings nur zwischen den Zeilen zu lesen ist. Es sind nach verschiedenen Veröffentlichungen ca. 40 Soldaten jüdischer Confession von deutscher Seite in; China, eine kleinere Zahl aus Oesterreich-Ungarn und j viele Hunderte jüdischer Soldaten aus Rußland. Während für jedes Contingent sowohl ein katholischer wie evangelischer Feldprediger mit nach dem Osten gesandt wurde, sind die jüdischen Soldaten ohne jeglichen geistlichen Beistand. Nun gewiß, ein Jude bedarf keines Beichtvaters, und selbst wenn er auf dem Schlacktselde oder im Hospital stirbt, so kann ein jüdischer Kamerad ihm das Sch'ma vorsagen, aber 'm crc rietst xbi erts nicht für den Tod, sondern für das Leben gebrauchten unsere jüdischen Angehörigen, die für das Vaterland im fernen Welttheil kämpfen, einen geistlichen Beistand. Dieses erwägend habe ich im August dieses Jahres ein diesbezügliches Immediatgesuch an Se. Majestät den Kaiser eingereicht. Die Antwort lautete ablehnend; icfi glaube aber daraus entnehmen zu dürfen, daß Se. Majestät der Bitte nicht abgeneigt war. Vielleicht findet sich eine autoritative jüdische Vertretung, die ein solches Gesuch wiederholt. Die betreffende Antwort lautet: An den Prediger Herrn Lion Wolfs. Berlin N.. Johannisstraße 4. „Euer Wohlgeboren unter dem 26. August 1900 an des Kaisers und Königs Majestät gerichtetes Immediatgesuch, in welchem Sie um Anstellung eines jüj dischen Feldpredigers bei dem Ostastatifchen Expeditionskorps bitten, ist auf Allerhöchsten Befehl dem Kriegsministerium zur Prüfung und weiteren Veranlassung überwiesen worden. In Erledigung dieses Allerhöchsten Befehles wird Ihnen nach stattaefnndener Prüfung eröffnet, dast das Kriegsministerium nicht in der Lage ist, Ihrem Wunsche um weitere Folge zu vermitteln. Kriegsministerium. I. V.: Blök. AnS Wcstpbalen. Es wird vielen Lesern Ihres geschätzten Blattes sicher eine erfreuliche Neuigkeit sein, dast es vom 1. Januar 1901 möglich sein wird, auch in Dortmund einen offen Anforderungen des Kaschrus genügenden Mittag- und Abendtisch zu haben. Schon seit Jahren ging das Streben des Vereins „Zur Wcchj rnna der religiösen Interessen des Judenthums in! Westfalen" dahin, diese Möglchikeit zu schaffen: so oft aber auch der Versuch unternommen wurde, ein jüi disches, streng koscheres Restaurant oder Hotel dort irüs Leben zu rufen, und so viele Mühe und auch so

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.