Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 101 (20.12.1900)
- Date
- 1900-12-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449143--52229-2502768- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
viele Kosten auf die Verwirklichung des einen oder anderen Projektes verwendet wurden, es wollte bis jetzt nicht gelingen. Der außerhalb Stehende kann sich gar keinen rechten Begriff von allen den zu überwindenden Schwierigkeiten machen, und doch waren sie so mannigfache und oft nicht vorauszusehende. Zu den letzteren gehörte es besonders, daß so oft von befreundeter Seite, natürlich unbeabsichtigt, uns entgegengearbeitet wurde, so daß manches Projekt, das schon direkt vor der Realisation stand, im letzten Augenblick scheiterte. Um so mehr freuen wir uns, mittheilen zu können, daß am ersten Januar in dem Hause Ludwigstraße 13 — vom Centralbahnhof etwa 4—5 Minuten entfernt — von Herrn Wolf aus Cöln ein Mittags- und Abendtisch eröffnet werden wird. Trotzdem die Person des Herrn Wolf vollauf Garantie für das Kaschros bietet, soll doch noch ein Schomer angestellt werden, der auch zugleich den Verkauf der Wurstwaaren in dem im selben Hause befindlichen Geschäfte des Herrn Wolf übernehmen soll. Bei der Schwierigkeit der Fleischversorgung, die von Cöln aus geschieht, dürfte es wohl in der ersten Zeit angemessen sein, wenn die Herren, die schon vorher zu disponiren im Stande sind, sich einen Tag vorher anmelden, bis der Betrieb, wie ja zu erwarten ist, sich bedeutend gehoben hat. Wir wollen nur noch einmal auf die Nummer des Hauses aufmerksam machen, weil in derselben Straße noch ein gleiches Geschäft mit fast gleicher Firma besteht, Herr Wolf wohnt Ludwigstraße 13. Nürnberg, 18. Dez. Mit größter Freude haben wir einem Leitartikel der jüngsten Nummer des „Israelit" entnommen, daß das Kgl. Ministerium des Innern in Ungarn im Einvernehmen mit dem Kultusministerium den Behörden die Weisung gegeben hat, den Beschneidungsakt in Zukunft wieder nach dem alten, bewährten Verfahren zu gestatten, und die jüngst erlassene Verfügung gegen die nrsc außer Kraft zu setzen. Es ist das ein schöner Erfolg der Bemühungen seitens der „Jüd.-orthodoxen Landesrepräsentanz." Diese hat damit von der ungarischen Judenheit eine schwere Gewissensbedrückung abgewendet, wie sie vor dreißig Jahren der unvergeßliche b'D "lyatc’Bar svbi virta in Wien von der österreichischen fernzuhalten wußte, g eg e n die Bemühungen einer Anzahl jüdischer Aerzte in Wien. lSiehe den Aufruf im „Israelit" des Jahres 1876.) Ganz im Gegensatz zu diesen Aerzten soll an dieser Stelle einem hiesigen jüdischen Arzte öffentliche Anerkennung aus gesprochen werden für seine Unterstützung, die er durch ein wissenschaftlich-gründliches Gutachten der „Jüd.-orthodoxen Landesrepräsentanz llngarns" hat zu Theil werden lassen. '*07 bv tot p^o: Herrn Dr. Münz, der den Lesern dieses Blattes bereits bekannt ist durch seine Abhandlungen über die Pflege des gesunden und kranken Magens, mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Speisegesetze. Diese Abhandlungen werden demnächst lim Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckereü, als Handbuch erscheinen. An dieser Stelle sei auch gestattet, daraus hinzuweisen, daß Herr Dr. Münz in Kiffingen eine Heilstätte für jüdische Kinder zu gründen gedenkt. Dieses Unternehmen verdient wegen seines eminent menschenfreundlichen Charakters allseitig: Unterstützung. Cs soll in einer weiteren Zuschrift noch des Nähern über diese Anstalt berichtet werden. Wir wünschen Herrn Dr. Münz zur Realisirung dieses Projektes ein herzliches: rH2C Schwöb.-Hall. Wohin wir jetzt auch blicken wollen, überall fast macht sich ein feindseliger Geist gegen die Juden geltend, und Alles scheint sich vereinigen zu wollen, um die Jehudim auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens immer mehr zurück zu drängen. Um so erfreulicher ist es, wenn wir auch von Städten berichten können, in welchen m. G. H. keine Spur dieses feindseligen Geistes zu finden ist. Zu diesen Städten können wir auch Schwäbisch- Hall zählen, wie dieses aus folgender Thatsache allein schon zu bekunden ist. In den ersten Tagen dieses Monats hat in Schwäbisch-Hall die Wahl von acht Mitgliedern des Bürgerausschusses stattgefunden. Fast alle Parteien hatten bei ihrem Wahlvorschlage den allseitig hochverehrten Herrn Heinrich Herz in Vorschlag gebracht und Herr Herz vereinigte bei der Wahl von allen gewählten Candidaten die höchste Stimmenanzahl auf sich. Diese Wahl gereicht sowohl Herrn Herz, wie auch Schwäbisch-Hall zur Ehre. Aus einer ganz besonderen Ursache verdient dieses Ereigniß aber noch hervorgehoben zu werden. Es ist ja auch in unserer Zeit nicht allzu selten, daß Juden von ihren Mitbürgern in Vertrauensstellungen berufen werden. Fast ausschließlich sind es dann aber Männer, welche dem Namen nach Juden sind, in ihrem praktischen Leben sich aber nicht als Jehudim bekunden. Man glaubt ganz allgemein, die Würde eines Stadtverordneten bilde schon einen Freibrief für alle Uebertretungen der jüdischen Gebote. Man glaubt fälschlich m\-i bv uec D'i’ayo mcbc bv vhv ^cpcn bz. Bei dieser Wahl wird aber bekundet, daß man das vollste Vertrauen seiner Mitbürger auch genießen kann, ohne an ihren Tafeln zu speisen und ohne an ihren Gelagen theilzunehmen. Herr Herz ist trc” cvc '"irr er ist macos p-tnc "MC, sein ganzes Haus ist eine leuchtende Stätte für mite: min, weit über Württembergs Grenzen hinaus. Er bekundet stets Allen gegenüber, Juden wie Nichtjuden, wie ernst es ihm mit der Erfüllung von min mit di ist, und wenn ihm von allen Seiten so großes 'Vertrauen entgegengebracht wird, so ist mit die Ursache: th’ *m icrr d-6 Tn o.! Wir sehen also, daß der alte, weise Spruch heute noch nichts von seiner Wahrheit eingebüßt hat: "sbci '32 t nx kt! W