Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 101 (20.12.1900)
- Date
- 1900-12-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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2124 Leitender Artikel. As KhWlikslicht mih scin Ichllttkil. Bon Rabbiner Dr. Daniel Fink W i e n. (Schluß.) Wenn aber dennoch unsere Geschichte statt der Bewunderung mit einer Art schmerzlicher Enttäuschung auf das Heldengeschlecht der Makkabäer zurückblickte, so haben dies ausschließlich ihre Nachfahren verschuldet. Der Vergangenheit und der väterlichen Ueberlieferung nicht eingedenk, schlugen sie Wege ein, welche denselben schnurstracks zuwiderliefen. Schon unsere Weisen haben diese Wahrheit erkannt und ihr folgende Worte geliehen: jib» 'oy irasis ■’juctr T,srp »b T^raai '71222 nayxjr xcm ,'a nnrn? wt sb n::ixra Djpnn D\sjiDB>n jy>s '2^22 np^nc: a:n nx;u>2 rra ^pi ’cn nvbc nx ana x X'2a vur ~y a^-iscnx: 7172272 ’J2eB> ’PEJ 'XOl ~2V )b 7WVX T<2)bü“ i7707X 7XSP S112'~!J 'b>V (Siehe Raschi Schir haschirim 6, 12) „Ehe ich es mich versah. Hab' ich mich selbst zum Vorspann für die Herrschergewalt fremder Völker gemacht," — so klagt der Genius Israels, „ja, ich hatte es nicht verstanden, mich in meiner Ehre und Größe für die Dauer zu behaupten. Ich bin vielmehr über Parteizwist und grundlosen Haß gestrauchelt, die unter den hasmonäischen Königen Hprkanos und Aristobulos dermaßen überhand nahmen, daß der erstere den römischen Machthaber (Pompejus) Herbeigerusen, um von ihm mit der Krone sich belehnen zu lassen. So ward ich denn zum Sklaven fremder Nationen erniedrigt, ich machte mich gleichsam zu einem Gefährte, auf welchem die Mächtigen anderer Völker einhersuhren." Oder mit einem Worte gesagt: die Makkabäer haben uns die Freiheit erkämpft, ihre Nachko:nmen dagegen haben den Fuß des Römers auf unseren Nacken gesetzt, der uns so lange getreten, bis wir zermalmt waren. Nun erscheint auch der bekannte Lehrstreit bezüglich der Anordnung der Chanukalichter in einem neuen Lichte. Beth Schammai lehren nämlich: -pm ms die Chanukalichter sollen vom ersten Tage ab stetig abnehmen: Beth Hillel dagegen -pa:a ihre Zahl hätte, wie dies auch unser Brauch ist, stetig zuzunehmen. Erstere wollten durch ihre Anordnung das Geschick der Makkabäer zum Ausdruck bringen. Sie bildeten ein herrliches Gestirn gleichsam, das im vollsten Strahlenglanze am Himmel emporstieg, aber bald zu erblassen anfing, bis es schließlich gänzlich unterging. Ihr Schicksal bewegte sich in absteigender Linie. — Beth Hillel dagegen wollten durch ihre Weise, die Chanukalichter anzuordnen, die siegreiche Macht des Gedankens zur Darstellung bringen. Mag auch das Heldengeschlecht der Makkabäer untergegangen sein, der Gedanke, für welchen sie gestritten, sobald er einmal im jüdischen Volke Leben gewonnen, ist unsterblich. Mag er auch anfangs nur eine kleine Schaar von Auserwählten unter seinem Banner vereinigt haben, so wird doch nichts die Wahrheit an ihrem siegreichen Vordringen hindern können. Sie lebten des Glaubens, Laß ihr Weg sich in aufsteigender Linie bewegen, daß sie schließlich das ganze Volk für ihre Sache gewinnen werde. Fragen wir jedoch nach dem eigentlichen Grunde, der es vermocht hatte, daß die Makkabäer, einst die Zierde und Hoffnung Israels, schließlich dessen Verderben herbeigeführt, so finden wir ihn in der verkehrten Politik, die sie eingeschlagen hatten. Auch hier findet das bekannte Wort Anwendung: „Was das Schwert des Feldherrn (Juda Makkabis) erworben, das hat die Feder des Diplomaten (Hyrkanos) wieder verdorben." Anstatt auf die Kraft seiner guten Sache zu bauen und darin den Bestand seines Volkes wie seines Hauses für alle Zeiten zu suchen, lehnte er sich auf fremde Hilfe. Der Kurzsichtige ging ein Bündniß mit dem adomitischen Häuptling Antipator ein, und ahnte nicht, daß er damit den geschworenen Erbfeind Judas zu seinem Vertrauten erkor. — Dieser verstand es in seiner verschmitzten Schlauheit, gar bald einen Streit um die Thronfolge unter den Brüdern Hyrkanos und Aristobulos anzuzetteln, den er hinterher vor dem römischen Gewalthaber zur Entscheidung brachte. Der Erfolg war vorauszusehen. Die Krone wurde dem Einen abgesprochen, dem Anderen aber nicht zuerkaunt, sie ward vielmehr so lange zum Spielball in den Händen der Römer, bis sie schließlich auf den Kopf des Jdumäecs flog. Interessant und für immer denkwürdig bleibt es jedoch, die Stimmung auf der anderen Seite zu der Zeit zu belauschen, als scheinbare Freundschaft die sonst in Zwietracht Zerfallenen verbunden hatte. Davon gibt auf eine höchst verblüffende Weise eine seltsame Erzählung bei unseren Weisen Ausdruck: mx ’oro e" mnx my bxici? nox rmrr n nas "vn c"x by 'rrx pa^ai cbv B7x awaa n;a> a^a^S bv Vispip )b prraai ptwnn a-x bv nyisSa lrnx pa^ai xr'O xn nynx Hpaa n'TO nH -Pni lipxna bxyae" 'v inabs n’p -ja : 7':sb pmp: pvua: -jys2 apnvr\ nx psm ’jnx *xa xan xb xen xbm xan xam x:sm xj*ib"i '.mnx pnb v '2.7 .na 'a-aa: 7'77:a"72 x^s'vdi n^mxana nxav.-nV pn aip' na (Abod. sar. 11). Bevor in die Würdigung dieser seltsamen Schilderung eingetreten werden kann, sei zunächst hervorgehoben, daß aus gewissen Gründen, die dem Kenner ohne weiteres einleuchten, unsere Weisen sich veranlaßt gesehen, den Schauplatz der Handlung nach Rom zu verlegen, während er in der That in Edom lag. Dort wurde alle siebzig Jahre ein Volksfest auf folgende