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Der Israelit · 1900-12-20 · Heft 101 (20.12.1900) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 101 (20.12.1900)
Date
1900-12-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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2118 raturbereine, des Zionismus u. s. w. ist. Wie gerne möchten wir diese Vereine und Bewegungen unterstützen und fördern, wir sagen aber: Reschis Chochmoh Jiras Haschern. Aller Weisheit Anfang ist die Gottesfurcht, und solange ihnen jeder Jude willkommen ist, wenn er nur den Namen Jude führt, mag sein Leben ein noch so unjüdisches sein, so muffen wir gegen sie kämpfen, und wir wissen uns darin eins mit allen großen Männern der jüdischen Geschichte und nicht zuletzt mit dem Begründer dieser Blätter. Aber der uns aufgedrungene Kampf ist nur eine Seite der Wirksamkeit, die der „Israelit" sich gestellt hat. Wie die Bauleute des zweiten Tempels mit der einen Hand das Schwert und mit der anderen die Baukelle führten, wie die Helden unseres Festes zuerst allerdings für den löwenmuthigon Kamps bereit standen, wie aber dieselbe kämpfende Hand dann das Licht im Heiligthume entzündete und es ihren Nachkommen zur Pflege überwiesen, so ist die Tendenz des „Israelit," selbst wo ihr der Kampf aufgedrungen wird, eine eminent friedliche. Die Berichte, die der „Israelit" über die Schicksale der Judenheit in allen Theilen der Erde diesseits und jenseits des Oceans bringt, bilden ein inniges Bruderband, das alle seine Leser wie Glieder einer großen Familie geistig verbrüdert. Die Anregungen zu Sammlungen und Hilfsleistungen behufs Linderung von harten Schlägen, welche in den verschiedenen Ländern unsere Glaubensgenossen betroffen, haben, so oft sich der „Israelit" deßhalb an den großen, weitverbreiteten Kreis seiner Leser gewendet hat, immer herzerhebende Erfolge zu verzeichnen gehabt. Dieser große Leserkreis und ihre Gesinnungsverwandtschaft erklärt auch den großen Erfolg, dessen sich die Anzeigen und Bekanntmachungen im Inseratenteil des „Israelit" erfreuen. Allerdings scheuen wir auch kein Opfer, um unseren geehrten Lesern und Leserinnen immer nur das Gediegenste und Interessanteste zu bieten. Die tüchtigsten Kräfte werden zur Mitarbeit am „Israelit" fort und fort herangezogen. Unsere Bemühungen waren nach dieser Seite hin von dem schönsten Erfolge begleitet, indem es uns gelungen ist, Meister der Feder zur Mitarbeiterschaft am „Israelit" zu gewinnen. Wie wir bestrebt sein werden, diese Bemühungen in Zukunft noch womöglich zu steigern, so gestatten wir uns bei diesem Anlasse auch die Bitte, die geschätzten Leser des „Israelit" auch für die Zukunft für diese Mitarbeiterschaft zu gewinnen. Lernen wir in dieser Beziehung von unseren Feinden. Wenn ein Antisemit irgendwo ein Local betritt, sei es aus der Reise, im Bahnhofrestaurant, oder sonstwo, so verlangt er mit lauter Stimme nach der „Staatsbürgerzeitung" oder der „Deutschen Tageszeitung." Ein Jude genirt sich oft, in der jüdischen Restauration nach dem „Israelit" zu fragen, vielleicht könnte sein interconsessioneller Nachbar ihn mit spöttischen Augen betrachten. Auch nach dieser Richtung könnte ein Schritt nach vorwärts gemacht werden, indem unsere Gesinnungsgenossen auf gleiche Weise wie die Judengegner zur Verbreitung ihres Organs beitragen. Man verlange, wo es irgend angängig ist, den „Israelit." Je verbreiteter unsere Zeitung sein wird, destomehr wird sie ihren Lesern zu bieten im Stande sein. Mit dieser Bitte reichen wir unseren geschätzten Lesern und Mitarbeitern zum Schluffe des gegenwärtigen und zu Beginn des neuen Jahrganges im Geiste die Hand und rufen jedem Einzelnen 1:27 "wpinnr p:n zu. — „Stehe Jeder fest, und fördern wir gegenseitig dieseFestiqkeit zun> Besten unseres Volke s." u'T new njjw uh» ntfim ’h ojnj w Feiturtgsttachrichterr unv Correfpon-enzen. Deutschland. Kempen i. P., 16. Dez. (Ein Rabbiner j u b i l ä u m.) Am Chanukafeste, dem Feste der Weihe und des Lichtes (am 23. Dezember ds. Js.), begeht die jüdische Gemeinde zu Kempen in Posen das 26jährige Jubiläum ihres ehrwürdigen Rabb. Dr. L. Münz. Ein Bierteliahrhundert ist verstrichen, seitdem Herr Dr. Münz, der bereits früher eine lange Reihe von Jahren als Kreisrabbiner des Wadowitzer Kreises, mit dem Amtssitze in Oswiecim, segensreich gewirkt hatte, als Rabbiner und Prediger nach Kempen berufen wurde. In Kempen blühte von Alters her eine große, angesehene. jüdische Gemeinde, in welcher Frömmigkeit und Thorakenntniß heimisch waren. Aus dem dortigen alten Beth-Hamidrasch wich nicht bei Tag und nicht bei Nacht das Wort der heiligen Lehre. So galt Kempen weithin als Metropole in Israel Lm -7. Ausgezeichnete Rabbiner ^n; standen als geistige Führer an der Spitze dieses Gemeinwesens und trugen zur Verherrlichung und Ausbreitung der Thora bei. — Als nun vor 26 Jahren der verwaiste Nabbinerposten in Kempen wieder besetzt werden sollte, da handelte es sich darum, einen Mann zu finden, der einerseits durch hervorragende talmudische Gelehrsamkeit, durch ungeheuchelte Frömmigkeit und durch erprobte Gesinnungstüchtigkeit der Reihe der großen alten Kempener Rabbiner sich würdig zur Seite stellen konnte und zumal den sehr bedeutenden Talmudgelehrten, die damals noch in Kempen lebten, sich als ebenbürtig erweisen sollte, der aber auch andererseits, ausgerüstet mit den Bildnngmitteln der modernen Zeit, durch hohe philosophische und wissenschaftliche Bildung und durch

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