Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 100 (17.12.1900)
- Date
- 1900-12-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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2098 ivollte Zeit und Gelegenheit finden, ein Gespräch mit dem seinen Kaffe schlürfenden Doktor anzuknüpfen. „Lassen Sie mich doch umschauen, wie Sie hier eingerichtet sind, war ich doch nicht in diesem Zimmer, seit der arme Karl fort ist. Schön haben Sie es hier, das muß man sagen! Und alle diese Dinge schleppen Sie in den Krieg mit? Diese Bücher, diese Instrumente, diese Bilder?" „Warum nicht? Wir haben ja einen großen Bagagewagen für die Sanitätsabtheilung." „Ei sieh' da, das ist eine schöne Dame," sagte sie, scheinbar unbefangen weiter plaudernd, indem sie aus Doras Photographie zeigte; dies wird wohl das Bild sein, dessen Anblick meine arme Rosa derart verwirrte, daß sie so unbesonnen gesprochen hatte!" „Wirklich?" ries der bisher schweigend zuhörende Doktor aus, und die Falten tiefen Unmuthes, welche auf seiner Stirne gelagert hatten, glätteten sich mit einemmale, während ein Blitz freudigen Verständnisses aus seinen glänzenden schwarzen Augen fuhr. „Ja wirklich," parodirte die kleine Diplomatin, „Sie fuhren die arme Kleine so hart an, ließen ihr keine Zeit, eine Entschuldigung vorzubringen, haben der verzweifelnden Schwester nicht ein Wort über das Schicksal des Bruders erzählt, von dem sie doch annehmen mußte, daß er verwundet oder gar todt sei, dies ist grausam von Ihnen." „Sie hat mich ja gerade darin unterbrochen, darum braucht auch Niemand hier etwas zu erfahren!" „Ich auch nicht, Sie Böser?" „Was geht es Sie an, Fräulein Anna? Es ist doch nicht Ihr Bruder, auch sovie ich weiß, kein Anverwandter?" „Das wohl nicht, aber wissen Sie, Herr Doktor! — ich schäme mich fast, es Ihnen einzugestehen, — wie ich aus dem Bilde, welches ich da vor Ihnen sehe, erkenne, wissen Sie auch, >vas Liebe ist, und werden mich nicht auslachen, also," fuhr sie verlegen mit den Bändern ihrer weißen Schürze spielend und die Augen niederschlagend, fort, „wir haben uns seit Kindheit gern gehabt, ich und der Karl Herrmann, aber Niemand hier durfte davon erfahren." „Ei, liebes Kind," rief der Doktor belustigt, die erröthende Kleine beim Kinne fassend, „da erfahre ich ja etwas Neues! Ist es aber auch wahr, was Sie da sagen?" „Wirklich wahr, betheuerte das Mädchen ganz ernsthaft." „Wenn Sie wirklich solch' wichtigen Grund zur Neugierde haben, so muß ich mich schon zum Erzählen bequemen." Und er setzte sich bequem in einen der beiden Lehnstühle, während er das junge Mädchen ausforderte, auf dem Divan ihm gegenüber Platz zu nehmen. (Fortsetzung folgt.) Wochkn-Walenüer. Freitag, 21. Dezember, 29. Kislew. Sabbat-Anfang in Mainz 4 Uhr 00 Min. Samstag, 22. Dezember. 30. Kislew, n"i 'N PPO. Sabbat-Ausgang in Mainz 5 Uhr 15 Min. — Berlin 4 Uhr 45 Min. — München 5 Uhr 10 Min. — Hannover 5 Uhr 02 Min. — Stuttgart 5 Uhr 16 Min. — Prag 4 Uhr 50 Min. - Straßburg 5 Uhr 25 Min. — Posen 4-Uhr 33'Min. Sonntag, 23. Dezember, 1. Tewet, n"-n '3 m\ Montag, 24. Dezember, 2. Tewet nsicn ro:n. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal. Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an — Der Vuchhandel verkehrt durch V. ff. Skrinackrr, Leipzig, Notzplatz sb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile ober deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3863. Telephon 315. «ine Rücksendung der an die Redaction eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet deshalb, fich von allen Einsendungen eine Copie -nrückzirbehalte« Stellensuchende erhalten ans Wunsch die Inserate« Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt. Ebenso stunden wir aus Wunsch die Zahlung des AnfertionsbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: fHauptblatt): Leitender Artikel: Das Chanukahlicht u»d sein* Schatten.* — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Berlin Willmars. Oesterr. Ungar. Monarchie: Wien. Nikolsbmg. Rußland: Petersburg."Kiew. Odessa. Feuilleton: Versöhnte Feinde. (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Cine'rabbinische Berühmtheit aus Bayern. — Zeitt'ngsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a M. Waldenburg i. Schl. München. ^Worms. — Vermischtes. I Pädagog. Beilage: Nach den Lehrerkonserenzen I960. — Die jüdischen Schulen^undWehrer wie sie fein sollen.^— Zur Methodik des hebräischen Unterrichts. Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit",-Schottstraße Nr."2. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast inIMainz Hierzu drei Beilagen.