Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1900)
- Date
- 1900-11-26
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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■ap?yyyity*y^T»>»^y.»‘ 1969 beruht, oder in einem Magengeschwür bestellt, sowie alten und geschwächten Personen ist eine behagliche, angemessene Ruhe auch direkt nach dem Essen anzurathen. Es giebt freilich auch nervöse Dyspeptiker, denen der Schlaf nach der Mahlzeit nicht bekommt; diese werden dann davon absehen müssen. Magenkranken Frauen ist es empfehlenswerte das Tragen eines Corsets ganz zu unterlassen oder doch wenigstens dasselbe beim Essen und während einer darauf folgenden Ruhe abzulegen, weil es sonst auf die Magengegend drückt und die Funktion desselben beeinträchtigt. Es ist als eine der Hauptforderungen der Hygiene anzusehen, dass, wie mit der ganzen Lebensweise, so auch vor Allem, in der Nahrungsaufnahme eine gewisse Regelmässigkeit sich abspiele. Magenkranke zumal sollten dies nicht vergessen, in erster Reihe ist es erforderlich, dass die Nahrungsaufnahme, in entsprechender Weise auf die einzelnen Tageszeiten vertheilt, inregelmässigeiTlntervallen, etwa.1 — 4 Stunden,*) stattfinde. Gerade bei vielen Magenkranken erweist es sich als vortheilhafr, dass ihnen geringere Mengen von Nahrungsmitteln in kleineren Pausen verabfolgt werden, weil ein kranker Magen kleinere Mengen leichter und schneller verdaut als grössere. Man sei darauf bedacht, dass, bevor die eine Mahlzeit genügend verdaut ist, eine andere nicht eingenommen werde; der kranke Magen soll eben so viel als möglich geschont werden. Als Erstes gilt es darum, enthaltsam zu sein in Speise und Trank. Man esse, um zu leben und seine Gesundheit zu erhalten, um seine Kräfte in den Dienst einer höheren Aufgabe stellen zu können; man lebe aber nicht, um zu essen. Ein Magenkranker zumal, dessen Gesundheit oft durch den kleinsten Diätfehler erschüttert werden kann, frevelt an seinem eigenen Leibe, wenn er nicht vor Exzessen in Speise und Trank gar sehr auf der Hut ist. Es ist bekannt, dass Magenleidende gerade das, was ihnen verboten ist, am heftigsten begehren und sich nicht selten zu Versuchen hinreissen lassen, ob ihnen diese oder jene Nahrung bekommt. Darum müssen Magenkranke gerade dann, wenn sich ihnen Gelegenheit zu Exzessen bietet, darum müssen sie Freitag Abends. Samstag, kurz an den Festtagen, an denen eine reich besetzte Tafel zu den herkömmlichen jüdischen *) Das Religion.sgosMtz gestattet es auch in allen Fällen, wo es sich um Kranke handelt, hei denen dies erforderlich ist. von der normirten religiösen Zeitbestimmung. innerhalb welcher der Fleischuahnmg; Milchnahningfolgen dürfe, ahzuweichen. Gebräuchen gehört, und an denen man, den Alltagssorgen entrückt und in seiner Häuslichkeit weilend, sich gütlich thun möchte in Speise und Trank, Enthaltsamkeit und Vorsicht üben. Freitag Abends sollen Magenkranke jedenfalls den gemeinsamen Genuss von Fischen und Fleisch unterlassen. Am Samstag ist von den mannigfachen Kuchensorten, dem in jüdischen Haushaltungen so beliebten „gesetzten Essen“, den fetten und gewürzreichen „Strudeln“, „Kugeln“, und anderen Mehlspeisen Abstand zu nehmen, weil sie sammt und sonders zu den schwer verdaulichsten Gerichten gehören. Auf diese hygienische Regel bedacht zu sein, bieten auch die Mahlzeiten an den anderen Feiertagen Veranlassung genug. Wie auf der einen Seite Exzesse in der Ernährung, mögen sie in dem Genüsse übermässger oder schwer verdaulicher Nahrungsmengen bestehen , zu Störungen der Gesundheit Anlass gehen, so vermag auf dev anderen Seite gerade das entgegengesetzte Verhalten, eine längere Zeit hindurch fortgesetzte Nahrungtentziehung, eine Unterernährung, den Organismus schwer zu schädigen. Wir finden es ja gar nicht so selten, dass Magenkranke eben zu wenig Nahrung, so wenig, dass sie nicht einmal den stofflichen Bedarf des Körpers decken kann, zu sich nehmen und infolgedessen abmagern, immer mehr körperlich verfallen. Als Ursache ist bei den einen, die sich meist aus nervösen Personen recrutiren, eine übertriebene Aengstlichkeit vor Diätfehlern zu bezeichnen, eine Aengslichkeit, welche dazu führt, dass selbst jene Nahrung, die der Magen ganz gut vertragen könnte, gemieden oder in viel zu geringen Mengen genossen wird. Hier kann zumeist Unterweisung und Belehrung, welche gar oft der Energie und Strenge gegen die Kranken nicht ermangeln darf, die Ernährung in die richtigen Bahnen lenken. (Fortsetzung folgt.) Zettungsnachri chte« und CorrefporrVenzen. Deutschland. Strasrkrrrg, 22. Noo. Dieser Tage Haben die ersten Studentinnen der Hiesigen medizinischen Fakultät: Fräulein Hirsch aus Frankfurt a. M. und Fräulein P h i l i p p s o n aus Bonn, die ärztliche Vorprüfung, das sogenannte Physieum, bestanden. Die beiden Prüflinge waren durchweg sehr gut beschlagen und gaben den Beweis fleißigen Studiums. Die beiden nuninehrigen rand. med. haben ihre Maturitäts-