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Der Israelit · 1900-11-26 · Heft 94 (26.11.1900) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 94 (26.11.1900)
Date
1900-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1953 her Midrasch.' vm an cv> bzz jrm th irrn 'b:i vm ~b:n ux nvibs mn r>'2^ 'J^s c'.pcb iv'xi crtzbi ynzb vrx ms'zc David sagte, ob ich auch Tag für Tag es für angezeigt gehalten da und dort hin zu gehen und verschiedentliche Wege einzuschlagen, meine Füße, — mein in meiner ganzen Persönlichkeit begründeter Standpunkt — führten mich letzten Endes wieder dem Gotteshause und dem Lehrhause zu. Die Anwendung auf unsere Zeit liegt auf der Hand. Ob auch Israel sei es von kosmopolitischen oder allgemein-menschlichen Anwandlungen ergriffen, da und dort einlenken und einbiegen zu muffen glaubte, hier und da mitthun zu sollen, — Dank der göttlichen Vorsehung findet die echte alte Jakobsstimme, Israels wahrer Standpunkt \-rx mx'ic 'Sm den Weg durch alle Wirrniß. Wenn der Nebel sich theilt und das Dunkel und die Unklarheit der Lage schwindet, findet es sich, wie hoffnungsvoll es auch anderswohin ausgeschaut by 'bn rc'tjw dort auf dem Wege zum Beth-Hakneseth und Beth- Hamidrasch. Der neuen Anstalt aber gilt der Wunsch, daß sie gleich ihren Schwesteranstalten zu Frankfurt und Berlin, denen sie sich ebenbürtig an die Seite stellen will, gedeihe und zum Segen werde. Möge es ihr vollauf gelingen, den oft spröden, steinigen Boden urbar zu machen, um in immer weiteren Kreisen die alte Jakobsstimme zu Ehren gelangen zu lassen. Dr. R. F. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 22. Nov. (Ein neuer großer Papyrusfund in Egypten.) Die beiden unermüdlichen englischen Gelehrten Bernard P. Grensell und Arthur S. Hunt, deren Namen mit fast allen den wichtigen Funden der letzten Jahre verknüpft sind, haben auch im letzten Winter, diesmal auf Kosten einer nordamerikanischen Universität, planmäßige Ausgrabungen im Fayum gemacht, jener Gegend am linken Nrlufer südlich von Kairo, deren Mumienkirchhöfe uns schon so zahlreiche Papyrusurkunden wiedergeschenkt haben. Die Ergebnisse haben alle Erwartungen weit übertroffen. Die Grabungen begannen am 3. Dezember 1399 mit 40, später 149 Arbeitern, in der Gegend Urun el Baragat, drei Meilen südlich von der Stadt Tutun, als deren alter Name nunmehr Teptunis festgestellt ist. Die dortigen Ruinen waren von den einheimischen Papyrussuchern, die hieraus längst ein lohnendes Gewerbe machen, so gut wie verschont geblieben, da, was zu Tage lag, aus der Zeit der Mohammedaner herrührte, also keine Reste aus dem Alterthum vermuthen ließ. Man stieß zuerst auf die Ruinen eines Tempels des Seknebtunis, einer Form des Krokodilgottes Sebek, um den herum die Häuser der Priester zu erkennen waren, in deren Kellern zahlreiche Papyrusrollen gefunden wurden, im Ganzen etwa 200 mit griechischer Schrift bedeckte aus den drei ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Im Januar d. I. entdeckte man dazu den Kirchhof im Süden der Stadt mit Gräbern aus der Ptolemäerzeit und etwa 60 Mumien in Papyrusstücke eingehüllt, alles in guter Erhaltung. Der größte und überraschendste Fund war aber die Entdeckung eines großen Kirchhofes von Krokodilmumien. Mehrere Tausende von Krokodilen, und zwar von dem größten, das über vier Meter lang ist, bis zum kleinsten Krokodilbaby, hat man dort wohlbehalten ausgefunden. Was aber diesen Mumien einen unschätzbaren Werth für die Alterthumswiffenschast verleiht, ist die Art ihrer Erhaltung. Alle sind sie eingewickelt in schöne lange Papyrusrollen, bedeckt mit griechischer Schrift, Stücke, die an Größe alles übertreffen, was uns bisher erhalten war. Selbst die Eier der heiligen Thiere hat man so erhalten, daß viele Mumien, die von außen den anderen gleichen, hinter den dicken Papyrusrollen nichts enthalten als Krokodileier. Wenn auch namentlich die äußeren Hüllen vielfach durch Nässe und Fäulniß verletzt sind, so versichern dennoch die glücklichen Finder, daß durch diesen Krokodilfriedhof die Zahl der erhaltenen griechischen Papyrusitücke aus den drei letzten vorchristlichen Jahrhunderten nahezu verdoppelt worden sei. Natürlich wird bis zur Entzifferung dieses neuen Schatzes, von dem die meisten griechischen Stücke nach Oxford geschafft worden sind, noch geraume Zeit verstreichen. Leipzig, 23. Nov. Vor der Strafkammer in Krefeld ist am 31. Juli der Redakteur der „Deutschen Zeitung," JLken in Krefeld, wegen Beschimpfung einer Einrichtung der jüdischen Religionsgesellschaft zu einer Woche Gefängniß verurtheilt worden, nachdem ein früheres gleichlautendes Urtheil vom Reichsgericht auf seine Revision aufgehoben worden war. Der Angeklagte hatte in seinem Blatte einen Artikel über den Mädchenhandel und das Kolnidre-Gebet veröffentlicht. Es heißt darin, der Talmud heiße den Mädchenhandel gut und gestalte auch, Eide, die Nichtjuden geleistet sind, zu brechen u. s. w. Die Strafkammer hat angenommen, daß der Angeklagte einen Brauch der jüdischen Religionsgesellschaft durch grobe, wegwerfende Ausdrücke verächtlich gemacht hat. In seiner Revision gegen das neue Urtheil behauptete der Angeklagte, das Urtheil habe die allgemeinen Sitten und die religiöse Sittenlehre verwechselt. Alle anderen Gerichte, u. a. das Landgericht Dresden, hätten wegen desselben Artikels auf Freisprechung erkannt. Daher habe dem Angeklagten das Bewußtsein der Beschimpfung gefehlt. Das Reichsgericht erkannte heute auf Verwerfung der Revision, da einwandfrei festgestellt sei, daß nicht

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