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Der Israelit · 1900-11-26 · Heft 94 (26.11.1900) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 94 (26.11.1900)
Date
1900-11-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1952 ung und den ethischen Idealen Jakob's und Esau's aus dem Auge zu verlieren, jederzeit das -pr ‘np ^pn vorangestellt, um zumindest nach menschlichen Kräften die Folgen der Wucht von %,w cmn für Israel abzuschwächen, wenn nicht ganz ihnen vorzubeugen. Es war und ist die feste Ueberzeugung aller derer, die sich um die Fahne der ewigen Göttlichkeit des Judenthums und seiner Erhaltung in fester Unveränderlichkeit schaaren, daß so wie 2-02 xSx uS-tp iry px, die rohe Kraft Esau's Merkmal ist, upr px b:pz, Jakob und Israel auf dem Gebiete des Geistes und vorzüglich des Thorageistes seine Culturmistion erfüllt. Allein, ob auch, wie gesagt, die gesetzestreue Judenheit seit jeher die Jakobsstimme gepflegt hat, und zwar in den in unseren Landen oft nur engen Wirkungskreisen, so gibt es doch etwas, das heute die Veranlassung bieten kann, unter dem Eindrücke der sich immer verschlimmernden äußeren Verhältnisse, die Jakobsstimme auch außerhalb der gesetzestreuen jüdischen Häuser für weitere Kreise in der Schule ertönen zu lassen, und dieses Etwas ist die allerdings weit weniger im Innern gefühlte, als von außen uns aufgezwungene Solidarität unseres Volkes. Von diesen Erwägungen ausgehend und um namentlich den schädlichen Einflüssen der großstädtischen Irreligiosität für die gesetzestreue Jugend vorzubeugen, ist in unserer Stadt der echten, alten Jakobsstimme eine würdige Heimstätte errichtet worden. Der Vorstand der hier rühmlichst wirkenden „Adaß Jisroel- Gemeinde (Schiffschul) hat Dank der beispielgebenden Dpserlvilligkeit seiner wackeren Mitglieder in diesen Tagen eine „Religionsschule" in's Leben gerufen, die unter der Leitung Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Fürst die Ziele verfolgt, die Gesetz und Geschichte uns als wahrhafte zpr Tp “rp.” bezeichnen. Der Aufgabe, die diese Anstalt sich gesetzt hat, gereckt zu werden und den richtigen Weg dazu einzuschlagen, ist schwer und leicht. Schwer zunächst, wie überhaupt große Zwecke, große Mittet erfordern, große Mittel nach jeder Richtung hin. Leicht aber — und Kenner hiesiger Verhältnisse werden nicht überrascht sein insofern, als man, um den richtigen Weg zu diesem Ziele einschlagen zu können, nur den hier allenthalben gebräuchlichen Religionsunterricht näher anzusehen braucht, um zu wissen, wie man es nicht machen darf. In dem hier leider noch obligaten Religionsunterricht hat die Jakobsstimme von jüdischer Hand das erfahren müssen, was Israel als Volk nur von Esaus Händen zu erleiden gewohnt ist. Alles Rationale, Spezifisch-Jüdische ist ebenso geflissentlich ausgemerzt, wie die Kinderseele von allem Historisch- Heiligen im Judenthume und der sich etwa daraus ergebenden Begeisterung für Gott und sein Volk und seine Thora sorgfältig verschont bleibt. Eine wohlgepflegte Unkenntniß der heiligen Sprache unserer! Väter und der Zeugnisse des Judenthums — bringt man es doch während des ganzen Verlaufs der Schulzeit kaum zum geläufigenBuchstabiren — soll vor der Vertiefung und dem Segen der Unmittelbarkeit des Gokieswortes bewahren. Dagegen wird viel Scharfsinn darauf verwendet, das Entstehen eines jeden Confliktes zwischen den Forderungen des Judenthums und dem natürlich meist irreligiösen Hause sorgfältig zu vermeiden, was zur Folge haben muß, daß den Mizwoth und allem „blos Ceremoniellen" kein Gedanke und kein Gefühl im Kinderherzen vorbereitet werden darf. Daß eine lvirkliche Kenntniß der jüdischen Geschichte ihrem wahren Wesen nach den Assimilaiionszielen nicht dienlich sein kann, braucht nicht erst lange klargekegt zu werden. Diesen hier nur andeutungsweise skizzirten Zuständen des hiesigen Religionsunterrichtes soll nun, soweit es in der Macht der „Adaß-Jisroel" liegt, abgeholfen werden. Vor allem soll der Religionsunterricht nicht als abstraktes Theorem dem Kinde geboten werden, sondern der Hinweis auf die stete Wechselbeziehung von Thora und Jirah die Grundlage dieser Anstalt sein. Im Sinne der echten, alten vollkräftigen Jaboksstimme, die von hier aus ertönen soll, werden die Schüler angehalten, das in der Schule Gelernte in der Schule schon, wie später im Leben zu bethätigen. So z. B. werden sie instruirt, sich zum Schreiben am Sabbath unier keinen Umständen in der Schule verleiten zu lassen und gegebenen Falls steht ihnen die Intervention der Religionsschule zur Verfügung. Der hier gebotene Wissensstoff hinwieder, der nach einem von ebenso pädagogischem als jüdischem Gebiete entworfenen Lehrplane den Schülern beigebracht wird, findet in der der Schule sich anschließenden, schon längere Zeit bestehenden "rrn -rr seine Ausmündung in das große Meer des Gemara-Unterrichts. Nicht ganz unerwähnt mag bleiben, daß die wackeren Gründer der neuen Anstalt sich bemüht haben als Lehrer wahrhaft geeignete Kräfte, in gleicher Weise talmndisch lvie wissenschaftlich gebildete Männer zu gewinnen, deren Airsbildung und bisherige Wirksamfeif der neuen Stätte für die alte Jakobsstimme eine J hoffnungsreiche Zukunft verbürgen. In densalben Tagen, fast zur gleichen Stunde, , als in Pisek im Wahrspruch der Männer aus dem ' Volke das L:' '"> e-th sich zeigte, das heißt, das Mißlingen der thörichten Methode unserer leitenden jüdischen Kreise, im Aufgeben des Spezifisch-Jüdischen und der Preisgabe der Jakobsstimme das Heil zu sehen, sich krystallisierie, fand die Eröffnung der neuen Stätte für die alte Jakobsstimme statt. Im Zusammentreffen dieser Ereignisse liegt die große Lehre unserer Zeit. In den Worten des Psalmisten: 'Z-- tukt Tmy b'j 'b:' nrtrx: „Ich sinne über meine Wege, und wende mein Füße zu deinen Zeugnissen" bemerkt

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