Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1900)
- Date
- 1900-11-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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41. Jahrgang. M »4. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. iTeümmu« in main}. Montag, de« 26. Nov enr b er 5661 (1966). Für Eine Mnek abonnirt man bet allen Postanstalten für den Monat Dezember auf den Dieser Preis tritt aber nms'ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post Zeitungöfchalter des Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträge-r aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Me Erprdiljon des ..Israelis. Leitender Artikel. feine neue Stätte tut Die ulte Älsbsstiim. Wien, 20. November. Ob auch im Allgemeinen das ganze Leben ein Kommentar aus die aus der Tiefe des Thorawortes sich ergebenden Lehren ist, so ist insbesondere, so oft wir die Geschichte des Verhältnistes von Jakob zu Esau lesen, die Zeitgeschichte die traurigste I l l u st r i r u n g der hier dargelegten Grundrisse dieser zwei unversöhnlichen Weltanschauungen, der uralten und stets von Neuem schrecklichen Kluft zwischen dem Jakobsgeiste und der Esaufaust. Non diesem Gesichtspunkte aus findet weder der deutsche Staatsbürger jüdischer Confession in Könitz, noch der österreichische in Polna und Pisek, noch der nationale Jude in beiden Ereignissen eine Ueberraschung. Es ist derselbe Ausdruck des ’-p cth 'Ws in modernen Namen, wie unsere Alten — jeweilig zu ihrer Zeit — gesagt: -cp ev-ns m wx c*Tn: wr''' BW bv X'm CiPP C^XB hv :tup nnxo o^bb, oder b;vb -pBB nn»* mp dibcecx m 'i;i X 21 mxs "i, oder auch '.rnz ns nz'^rntn r'zbz 17 lixnxc uSbtt neispi. An einem Commentar, zu dem im ’T b*to hat es auch im weiteren Verlaufe der jüdischen Geschichte nie gefehlt. Weit mehr fehlte es zu vielen Zeiten an der Erkenntnitz der Beziehung dieser Esauhand zu app' by bipn zur Wunderkraft der alten Jakobsstimme. Ob auch in den meisten Fällen, in welchen Israel den so ganz eigenartigen Druck von Esaus Bruderhand empfunden hat, die Vernachlässigung der Jakobsstimme historisch bewiesen ist, begegnen wir dennoch selten nur der richtigen Einsicht, daß Israels Schutz und Zuflucht, der Weg zu seiner für alle antastbaren äußeren Güter es entschädigenden inneren Glückseligeit und Zufriedenheit nur in apy Sip, in der Pflege der Thora und des Spezifisch- Jüdischen überhaupt zu suchen ist. Und fürwahr! Ob wir auch vom religiösen Gesichtspunkte — und nur der soll hier maßgebend sein — alle Schicksale unseres Volkes aus Gottes Hand entgegennehmen und als, in allerdings uns Menschen nicht völlig verständlicher Weise, heilbringend ansehen, so durfte es sich erweisen, daß wir nur dann nicht vergeblich gelitten und gestritten, wenn wir in ihnen einen Fingerzeig zur Rückkehr zur vernachlässigten Jakobsstimme erblicken, einen Wink zum Aufgeben der steten Anlehnung an Fremdes und zum Festhalten an der vor Jahrtausenden geprägten und bewährten jüdischen Volksindividualität. Es ist das Charakteristikum unserer Zeit, daß. nachdem das gewiß unanfechtbare iw bhti sich in der sozialen Stellung unseres Volkes als feststehende Erfahrung, als Dogma nahezu sich erwiesen, hinterher erst das langverkannte Heilmittel des ^iprt 2py ^ip unter dem Namen des „conservativen Zuges" die Schäden ebenso werthloser als unwürdiger Assimilationsbestrebungen gut machen soll. So wie es nun gewiß mit diesen Bestrebungen, wenn sie nur durchaus ehrlich sind, nicht zu spät ist und sie alle Förderung verdienen, so hat doch das gesetzestreue Judenthum, das sich durch den Ausklärungs- und Humanitätsdusel nie verleiten ließ, den durchgreifenden tiefgehenden Unterschied zwischen der Weltanschau-