Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1900)
- Date
- 1900-11-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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41. Jahrgang. Erste Anlage zu M 89 des „Israelit". Leitender Artikel. Smiiiwi M Pgtiit jtt. 8kI>t«sl»islhiiiiWz. Frankfurt a. M., 6. November. Wenn auch hier in Frankfurt das Entstehen von jüd. Vereinen nicht zu den Seltenheiten gehört und das Vereinswesen in vollster Blüthe steht, so gereicht es uns doch zur Freude, Ihren Lesern diesmal von der Gründung eines neuen Vereins Mittheilung zu machen, an dessen Wirksamkeit auf dem Gebiete der Thoragelehrsamkeit, namentlich bei unserer jüngeren Generation, wir die schönsten Hoffnungen zu knüpfen berechtigt sind. Schon der Umstand, daß diese neue Vereinigung, die den Namen "nst rhm trägt, sich an den Verein „Mekor Ehajim" angegliedert hat, dessen segensreiches Wirken seit Jahren in dem Heranziehen unserer jüngeren Generation zum Studium der Thora allbekannt, bietet uns die sichere Gewähr, daß hier die Lösung wichtiger jüdischer Aufgaben in rechtem Geiste angestrebt wird. Der glänzende Verlauf des ersten Vereinsabends, der Dienstag, den 23. v. M., Abends S*:> Uhr im Saale der Loge „Zum Adler" unter überaus zahlreicher Betheiligung der Mitglieder und geladener Gäste abgehalten wurde, lieferte den Beweis, daß diese neue Vereinigung „Nachlath Zewi" einem Bedürfnisie entspricht und zu den schönsten Erwartungen berechtige. Mit besonderer Freude war die rege Betheiligung der Jugend zu begrüßen. Am Vorstandstische hatten die Vorstandsmitglieder der neuen Vereinigung, die Herren Jakob B e st h 0 f, Saly Geis, Marcus Hirsch, Louis Kahn, Jakob L e v y, Maxim. Michel, Jakob R 0 s e n h e i m , Leopold Schwab, Joses Wohlfahrt, und die Ehrengäste, darunter Herr Rabbiner Dr. Breuer und das Dozentencollegium der Vereinigung Platz genommen. Wir bedauern, daß der uns karg zugemesiene Raum es nicht gestattet, eingehend die inhaltsreichen, ihre Zuhörer begeisternden Reden der Herren Rabbiner Dr. Breuer, Vorsitzenden Herrn Jakob Rosenh e i m und des Mitglieds des Dozentencollegiums Herrn Dr. I. H. B 0 n d i auch nur im Auszuge wiederzugeben. Diese mußten gehört oder müßten wenigstens in wortgetreuer Niederschrift gelesen werden, um sie nach Schönheit und Werth ganz zu würdigen. Wir müssen uns daher nur auf einen kurzen Bericht beschränken. Den Beginn des Vereinsabends bildete die groß angelegte, aus die Versammlung mächtig wirkende Rede des Herrn Jakob R 0 s e n h e i m. Mit Kraft und Wärme « behandelte der Redner die Ziele der Vereinigung in demselben Sinne, wie sie in dem Programmschreiben der Vereinigung in folgenden Worten niedergelegt sind: „Die Vereinigung betrachtet es als ihre Aufgabe, den Gedanken- und Empfindungsinhalt der überlieferten jüdischen Lehre weiteren Kreisen in populärer Form zum Bewußtsein zu bringen, im Lichte dieser Lehre die Jugend vor allem in den verwirrenden Strömungen des Tages zu orientiren und sie zum geistigen Widerstande zu befähigen gegenüber den Versuchungen, die in allen Gestalten an sie herantreten. Sie erblickt die geeigneten Mittel zur Lösung dieser Ausgabe in gemeinsamem, die Selbstthätigkeit weckenden Studium passender Schriften, namentlich derjenigen Samson Raphael Hirsch ' s s. A., dessen Andenken der hebräische Titel unserer Vereinigung ehren soll. Die Gedankenwelt dieses Großen unter den jüdischen Denkern der Neuzeit soll nicht den ausschließlichen Inhalt, wohl aber den Ausgangspunkt und das Richtung gebende Prinzip der Vereinsarbeit bilden. Das Gelesene soll durch freien Meinungsaustausch zum geistigen Eigenthum werden, und in der Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf die Probleme der Zeit, in der Heranziehung verwandter, in der Würdigung gegensätzlicher Anschauungen findet die Vereinsarbeit ihren Abschluß." Mit dem Ausdrucke der Hoffnung auf eine .rege Tbeilnahme. besonders der Jugend, an der neuen Vereinigung, schloß Herr Rosenheim unter minutenlangem Applaus seine eindrucksvolle und mit großem Beifall aufgenommene Begrüßungsrede. Hierauf ergriff Herr Rabbiner Dr. Breuer das Wort, um in schwungvoller, geistreicher Rede seiner Freude über das Zustandekommen der Vereinigung „Nachlath Zewi" Ausdruck zu verleihen und den Aufforderungen des Vereinsvorstandes, einige Worte über den heilsamen Zweck der neuen Vereinigung zu sprechen, nachzukommen, was ihm eigentlich ohnehin Herzensbedürfniß gewesen. Mit großer Sympathie begrüße er diesen Verein, der sich die Erwählung des Tomim-Jdeals zum Ziele gemacht. „Ganz sein"LD7i sei das Streben Hirsch's s. A. gewesen, das war der Grundstein, auf den sich dessen Meisterwerke stützten, L'v.n sei die Quelle, aus der man seine Ideen schöpfte. con das Meer, in das der Strom der begeisternden Jugendschöpfung des „Nachlath Zewi" sich ergieße. Dieses Ziel sei aber nur durch Lernen erreichbar. Nur Lehren und Lernen sei der Zweck des Vereins. Ein Theil der Rede, nämlich die geistvolle Erklärung einer Midraschstelle zum Wochenabschnitte sei hier wiedergegeben: An die Vibelworte vnrrr rrn con pns tr« n: knüpft der Midrasch folgende Erklärung: w» v bd mo1? wiur utytn c’cn 13 Was verstehen wir