Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1900)
- Date
- 1900-11-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1834 kippur . . . oder aber endlich die meisterhaften Uebertragungen einiger hebräischer Originale, wie Jehuda Halevis Zionselegie, des 125. Psalms, Gabirol und Hu Giats . . . Dazwischen blühen und düsten jene Gebetsblumen, die aus dem eigensten Herzen des Dichters hervorsproßten. Ich wiederhole es, diese Dichtungen nähern sich ihren Vorbildern, den Psalmen, in einem Maße, wie man es bei einem durchaus modernen Dichter gar nicht für möglich haltensollte. Es ist leider*) tief zu bedauern, daß, während die profanen Gedichte Kiß's bereits ihre deutschen Uebersetzer gesunden haben (in Josef Steinbach, der sein bei Georg Szelinszki, Wien, erschienenes Buch dem weil. Kronprinzen Rudolf von Oesterreich gewidmet hatte und in Ladislaus Neugebauer, dem weithin bekannten Uebersetzer ungarischer Dichter), ohne jedoch, was ich hier gleich bemerken muß, dem deutschen Leser die volle Schönheit des Originals zu vermitteln, da die gedrängte, ungarische Sprache dem Uebersetzen von Gedichten große Schwierigkeiten bereitet, daß, sage ich, seine Festtage noch immer ihres berufenen Uebersetzers harren. __ (Fortsetzung folgt.) *) Insbesondere für das jüd. Publikum des Westens. Ter räthsclhnfte Mord. In den Berliner Lustigen Blättern ist folgende lehrreiche Geschichte zu lesen: „Es war einmal eine Ortschaft, in der hatte sich ein räthselhafter Mord ereignet. Man suchte den Mörder, aber man fand ihn nicht. Dagegen fand man zahlreiche Untersuchungsrichter, Staatsanwälte, Strafrichter, Geschworene, Schöffen und Vertheidiger, die sich mit der Sache eingehend beschäftigten und entschlossen waren. ihr auf den Grund zu gehen, um den Schuldigen der verdienten Srafe zuzuführen. Da gab es Prozesse über Prozesse, und Verurtheilungen über Verurtheilungeu. Bis zum 47. Prozesse reichten die vorhandenen Strafanstalten. noch aus: dann wurden die Erweiterungsbauten feierlich eröffnet, und als diese auch nicht mehr genügten, errichtete man neue Gefängnisse und Zuchthäuser, da sich im Kreise der Verurtheilten eine allgemeine Wohnungsnoth fühlbar machte. Im vierten Jahre nach dem räthselhaften Morde saßen bereits hinter Schloß und Riegel und wurden auf Staatskosten verpflegt: 288 halbwüchsige Burschen, die aus Anlaß jenes Verbrechens zahlreichen gänzlich unbetheiligten Bürgern die Fenster eingeworfen resp. die Läden zertrümmert hatten, 41.8 Personen, die aus Anlaß der Ereesse der Polizeigewalt Widerstand leisteten, und 80 Polizisten, die sich in der Behandlung dieser Exeedenten Uebergrisfe erlaubt hatten. Im fünften Jahre kamen hinzu: 142 Leute, die als Zeugen in diesen Prozessen falsch geschworen, 98 Bürger, die zu den besagten Meineiden angestiftet, 54 Redakteure, die über diese Prozesse in einer fiir die Staatsruhe gefährlichen Weise geschrieben, 34 Buchdrucker und 32 Verleger, die diese Blätter verbreitet, 87 Kolporteure, die sie ausgetragen, 48 Wanderredner, die sie in einer die Bevölkerungsklassen aufreizenden Weise in öffentlichen Versammlungen ungebührlich betragen hatten. Im siebenten Jahre brummten sämmtliche Einwohner der angenehmen Ortschaft und klebten Düten, sämmtliche bis aus Einen. Wahrscheinlich war der Eine gerade derjenige. der die räthselhafte Mordthat begangen hatte. Aber es war ihm nichts zu beweisen. Und da er kein Fenster eingeworfen, keinen Laden zertrümmert, keinen Landfrieden gebrochen, keinen Widerstand geleistet, keinen Meineid geschworen und keinen Unfugsartikel geschrieben hatte, so mußte man ihn laufen lassen." Der «Israelit" erscheint wöchentlich zweimal. Hon tags and (>onnerMtag;s, jedeSmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an — Der Buchhandel verkehrt durch &. jjf. Kleinacher, Veiprixg Notzplatz sb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. 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