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Der Israelit · 1900-11-08 · Heft 89 (8.11.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 89 (8.11.1900)
Date
1900-11-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ff q wrtr**- - ■ - 1831 Gerichts }n Anspruch genommen werden müßte. Herr Sainnel, ein geborener Elsäster, ist nunmehr gezwungen, da er seine Stelle in Hamburg aufgegeben hat, hier Privatunterricht zu ertheilen. Seit ungefähr einem Monat wird in fcimmtliehen Gemeinden des Unter-Elsaß, laut einer Verfügung des Sberrabdiners, nach der Fürbitte für S. '0,'. den 5?aifer, ein Gebet für die in Sstasien tämpfenden Krieger eingeschaltet. Q. zNenwerlrr (bei Buchsweiler), 4. Rov. Der erst iiit Knigen Bionaten hier amtierende Borbeter machte gestern seineni Leven durch den Strick ein Ende. Gr ivurde an seirier Stubenthür todt ausgefunden. Nähere tirsachcn find nicht bekannt. Man nutnteU jedoch da >l,'n, er sei geisteskrant gewesen. D. Hcpv, nlrcim n. d. B. (Gin >v e i h u n g s i c i c r.) Ain erden Dag lsol ha inoed fand dahier die feierliche Einweitzimg der neuerbauten Hirsch Slmagoge statt, "ins Nab und Sern halten sich zahlreiche Fest theilnehiucr eingefunden. Persönlich anwesend waren die Herren Gebr. H i r s ch aus London, die von hier ssammen und denen die bieNge Gemeinde den schönen Bau zu verdanlen bat. In edler Bethätigung des Willen ihres Valers Baruch H i r s ch s.?l. haben sie die Kosten zum weitaus grössten Theile getragen. Ilni I Ehr versuinn?eltc man sich zum letzten Male in der alten Synagoge. Nach dem Minchahgebet hielt Herr Provinzial Nabbiner Dr. \IU arr - Darmstadt die bldschied^orediat, die allgeineincn Beifall fand. Sodann >ourd"n unter den üolichen Gesängen die Dhorarollen o.usgehoben und in feierlichen^ singe, unrgeben von Guirlandenträaerinnen nach der neuen Synagoge getragen. So wie der Fesszug stch nun dnrch die reichbeslaggten Straßen und hohen Ehrenpforten unter Betheiligung der hiesigen Behörden rnrd Geistlichleit, verschiedener Herren Nabbiner nnd einer grasten stahl Fremder in ehrwürdiger Pracht dahinbewegte, bot er einen imposanten Anblick. Bor der Hirsch Synagoge überreichte die Schlüsselträgerin nach Vortrag eines Gedichtes den Schlüsse, Herrn Architekt M e tz e n d o r s. Dieser übergab den Bau Herrn M. Hirsch- Mannheim, der von den Spendern mit der Ausführung der Stiftung betraut worden war. Bon diesem empfing Herr Vorstand M a i n z e r unter reichen Worten des Dankes den Schlüssel, worauf der Herr Provinzialrabbiner mit den Worten Pis-chn Scheorim die Pforte öffnete. Nun bot der prachtvolle Innenraum sich den Einziehenden dar. Der hierauf begonnene Weihegottesdienst, bei welchem ein vortresflicher Ebor Herrn Kantor Bloch unterstützte, stimmte zu feierlichster Andacht. Herr Provinzialrabbiner Dr. M a r r - Darmstadt sprach das Gebet für den Landcsfürsien nnd hielt sodann die Weihepredigt. In längerer Rede stellte er an der Hand der Namen des Bethanses die Ziele desselben dar und erläuterte seine Bedeutung. Mit der Verheißung himmlischen Segens für Alle schloß die meisterhafte Predigt. Am ersten Tage fand ferner in den Sälen des „Halben Mond" Festesten und Abends Bankett, das in sehr animirter Stimmung verlief, statt. Am zweiten Weihetage folgten Festgottesdienst, nnd mittags gemeinsamer Spaziergang. Die Hirsch-Synagoge ist in mittelalterlichem Stile erbaut nnd liegt malerisch am Fuße des von der Starkenburg gekrönten Schloßberges. Innen ist sie herrlich ansgessattet nnd genügt mit elektrischem Licht, Luftheizung etc. allen modernen Ansprüchen. ch. N u m ä n i e n. Bukarest, .ckl. Ott. Daß die Vorgänge in Buda nnd die sinikarevolteu überhaupt von den Gegnern der Negierung Earps zu Angriffen aus das herrschende Negime benützt werden, ist selbstverständlich. Doch >oird fick, dnrch diese Angriffe E n r p von der weiteren Verfolgung seiner Finanzprojekte ebenso wenig abbringen lassen, als er stch durch das Geschrei der AnlisemitenpreNe gegen ns freie Niederlastungsrecht der eiubcin'ischen Israeliten von weiteren Schritten zur Lösung der rumänischen Judenfrage abhalten ließ. In dem ministeriellen Erlasse, in welchem die Präsekten beanffraat werden, die 'hrer Militärpflicht im Lande Genüge leistenden einheimischen Juden nicht mehr als Fremde zu behandeln, wird zugleich gesagt, daß die hierher aebörig"n Individuen zur Regelung ihrer bürgerlieben Recht ansgesordert werden sollen. Es geht daraus hervor, daß Earv die so viel umstrittene rumänische Iuocnsrage nicht ans dem immerhin gefährlichen Wege einer Verfassungsänderung, sondern durch die individuelle Znerkennung des Bürgerrechts an alle in Rumänien ihrer Militärpflicht genügenden Israeliten lösen will. Da in Rumänien die allgemeine Militärpflicht herrscbt nnd alle nicht in einem anderen Staate Militärpflichten erfüllenden Einwohner des Landes in die rumänischen Heeresergänzungslisten eingetragen werden, so dürften nach einer Generation alle rumänischen Israeliten gesetzliche Bürgerrechtsansprüche besitzen. Vermischtes. Mainz. Wie uns von zuständiger Seite mitgetheilt wird, erscheinen die seit einer Reihe von Jahren vergriffenen und seitdem vielgesuchten „lemvelgesänge für den israelitischen G otte s i c n st" (G ms von dem berühmten Oberenntor H. Weintraub, (Königsberg i Pr.) denmäast in der bekannten Verlagebnchhandlung M. W. Kaufinann, Leipzig in neuer, nnverändeler Auflage. Wir glauben annebmen zu dürfen, daß nns unsere Leser in Lehrei > nd Eantorkreisen für dicke Mittheilung Dank wissen.

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