Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1900)
- Date
- 1900-11-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1830 ständniß dafür innewohne, welches er nur im Studium der heiligen Lehre finde, (Mögen es sich diejenigen merken, die in angeblicher Verbesserung des Gesanges die einzige Hebung des Gottesdienstes erblicken.) diese Lehrbäuser seien nunmehr verödet. Beeilt Euch, Ihr Klausvorstände, Männer herbeizuschafsen, die hochgelehrt und würdig sind, die Dahingeschiedenen zu ersetzen und neue Triebe bekerem haschem zum Segen unserer Gemeinde und ganz Israel hervorzubringen. Es wiirde den dargebotenen Raum weit überschreiten, wollte ich mich über den reichen Inhalt der tief zu Herzen gedrungenen meisterhaften Trauerrede weiter verbreiten, oder auch nur alles dasjenige wiedergeben, was der verehrte Redner aus Talmud und Midrasch citirte. crt-isK ,12* ,otr ,nj ncy cp'is njmx Vier Gottesmänner erstanden der Welt, ein jeder luchte in seiner Weise seine hohe Aufgabe zu erfüllen. Jur Charakteristik der hier gedachten vier Gottesmänner führtder Redner zum Schlüsse noch die Bezeichnung Rabbi 7zochanan ben Sakkaj's auf dessen hervorragendsten Schüler an. Rabbi Jesajas Wohlgemuth lvar -in Bor sud, eine gekalkte Grube, die keinen Tropfen verlor, was er einmal gesehen und gelernt hatte, das hielt er für immer fest, um es seinen Schülern ,,u überliefern, die V'zwb cx 2 z'cb xvx xb' 2npp 2in ab 12-1 zu ihm kamen. Rabbi R. Finl war keajin hamisgabor, er war wie rine sprudelnde Duelle. Seinem Werke Minchas je. hudoh hat er in dankbarer Erinnerung an den Stifter der Klaus. Rabbi Jehudoh Leb Schoul, dessen Namen gegeben. Dieses Werl ist auch sein eigenes Denkmal. Rabbi M. Frieder aschre jeladtoch, seine edle Seele, geläutert von langen körperlichen Leiden, hatte stets für andere Leidende und Bedürftige mehr empfunden, als für den eigenen Leib. Rabbi Getsch Schlesinger, chosid, war der Liebling Aller. Sein großer Lehrer, der Altonaer Raw R. Jacob Ettlinger, nannte ihn nicht anders wie: „mein R. Getsch. Sein Leben ist mit demjenigen des frommen Königs David zu vergleichen wmnb npx ntzch mL-i, seine Selbstlosigkeit und feine Bescheidenheit, gepaart mit einem seltenen Wissensschatz, haben der Klaus, wo er ca. 55 Jahre gewirkt, ihren Glanz verliehen '7? "rcn 7c; '2 hilf, 0 Gott, dieser fromme hat vollendet. Die bei der Zerstörung des Heiligthums versenkten Pforten, womit der Redner die Talmide chachomim verglich, werden sich einst auf den Ruf! C2'trxi d'W wieder erheben und wir werden mit ihnen einziehen in das.Heiligthum Gottes. Herr S ü ß k i n d trug nunmehr mit bekannter Virtuosität o'om xba bx vor. nrp ’rrs: rx 77:3 es war eine hervorragende Leistung. Dem Vernehmen nach ist eine Stelle der Lewin Salomonischen Klaus nunmehr (endlich) vergeben, während die Alte und Neue Klaus in der Wahlhandlung begriffen ist. Es wird ihr mit Gottes Hilfe gelingen, wie es ihr redlicher Wille ist, zwei 2'ch^ zu gewinnen. Hoffentlich kann ich Ihnen recht bald angenehme Resultate darüber berichten. H. B. Stuttgart, 29. Oft. Heute verabschiedete sich Herr Ministerialdirektor v. Kern, der seit Dezember 1896 als Regierungskomlnissar und Vorsitzender der I s r. O b e r k i r ch e n b eh ö r d e die Thätigkeit derselben leitete, von den Mitgliedern dieser Behörde. Die vier Jahre unter Ministerialdirektor v. Kern waren von großer Bedeutung fiir die Erhaltung und Weiteren! wicllung des Israel. Kirchenwesens. Es wurden die Besoldungen der Rabbiner, Vorsänger und Religionslehrer besser geordnet, unständige Stellen in ständige umgewandelt, die Pensionsverhältnisse der Rabbiner verbessert, eine Gemeinde neu errichtet, israelitische Voltsbeziv. Konfessivnsschulen erhalten und neu er richtet, Visitationen sämmtlicher Gemeinden des Landes vorgenommen und mancherlei in denselben besser eingerichtet und neu geordnet. ES wurde die seit 1876 in den meisten Gemeinden unterlassene Führung von Seelenregistern (Kirchenbüchern) neu geregelt, die Form der Schulprüfungen und der Berichterstattung über das Religionsschulwesen neu geordnet, die Anforderungen über die Prüfungen der Aspiranten, Präparanden, Seminaristen und Lehrer aufgestellt, die lästige Hakdama, steuer bedeutend ermäßigt, in den verschiedenen Garnisonsortcn eine in der Svnagoge vorzunehmende Vorbereitung zur Vereidigung der Soldaten eingeführt und seitens des Staates ein höherer Zuschuß bewirkt. In den letzten Monaten ist auch die Vorbereitung für die Herbeiführung einer freieren und selbstständigeren Stellung der israelitischen Gemeinden auf gesetzmäßigem Wege getroffen worden. Aus dieser nicht kleinen Reihe von bedeutsamen Neueinrichtungen ergibt sich schon, daß die Leitung der Israel. Oberkirchen behöcde in bewährten Händen lag. Zu der mit Sach verständniß, Wvblwollen und Takt ausgeübten Fühlung der Verhandlungen kam ein in hohem Grade liebensivürdigeS, schlichtes persönliches Verhalten, so daß die Mitglieder der Oberkirchenbehörde den Abschied des hochverehrten Vorsitzenden schwer empfanden. Wie dieser sich von ihnen mit freundlichen Worten trennte, so schieden sie von ihm mit Worten des DankcS und aufrichtiger Verehrung. Strastbnrg (Elsaß), 2. Nov. An die neu gegründete Religionsschule war vom israelitischen Konsistorium des Enter-Elsaß Herr I. Samuel von der israelitischen höheren Töchterschule in Hamburg nach hier berufen worden. Vis heute hat jedoch das Konsistorium und die Shnagogenverwaltung sich nicht einigen können, da letztere nnr einen akademisch gebildeten Lehrer annehmen will. Die Sache ist schon so weit aedi-ben, daß letzthin die „Straßburger Post" die Regierung bitten mußte, sich dieser heiklen Angelegenheit anzunehmen, damit nicht auch noch die Hilfe des