Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1900-11-05 · Heft 88 (5.11.1900) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 88 (5.11.1900)
Date
1900-11-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449049-2449130--51881-2502493
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

mmmms wm 1807 und veranlaßte Freude. Sein Haus war eine Freistatt für den Armen, der des Brodes bedurfte, und für den Neichen, der den Rath des weisen, erfahrenen Mannes erbat. Es erblühten ihm neun Kinder -'vw 'd'vL'2; alle gründeten sie, vom Glücke bedacht, echte jüdische Häuser, sodaß bei der Vermählung seines jüngsten Kindes der Entschlummerte in überströmendem Dankgefühl ausrief:^2>' nxrnrs? -iirx rcxn drc c-isriri Und ini Gefühl dieses Dankes zu Gott hat er mit einer letzten schönen That sein frommes Leben beschlossen. Er ließ eine Sefer Thora in dx-v" px schreiben,' er hatte leider nicht das Glück, die Thora einweihen zu können. Der Bedeutung des Mannes entsprechend war die r^ib überaus zahlreich. Im Trauerhause sprach Herr Jsak Goldschmidt aus Frankfurt, ein Verwandter des Heimgegangenen, rührende Worte, den Verblichenen mit Äpjn ,crrcx vergleichend. Am Portal des cm m sprach Herr Lehrer K a tz dahier, die Bedeutung Glauberg's in Familie und Gemeinde hervorhebend. In Vertretung des am Erscheinen verhinderten Rabbiners Dr. Horwitz aus Frankfurt, sprach dessen Vertreter Herr L u b l i n s k y , und schließlich ein Enkel des Verstorbenen, Herr Ludwig Moritz aus Gelnhausen, z. Z. in Halberstadt. Dieser letzte Redner, der in vorzüglicher Art das freie Wort beherrscht, rührte alle Anwesenden zu Thränen, als er den Lebensgang des Großvaters schilderte, wie er sich seinen Hausstand bescheiden gründete, wie die Räume des Hauses wuchsen, wie er Kindern und Enkeln das echte Judenthum einimpfte, wie er sie alle ermahnte, nicht vom iirrt "pn abzugehen, wie er groß und stark rccneu dastand, bis der Tod seiner m nsrx vor drei Jahren den starken Mann beugte und ihn hinabzog zur kühlen Erde. Mit dem Gelübde, dem Pfade des Großvaters zu folgen zb'v -jm rrs?c schloß die herrliche Ansprache des jungen Mannes. .YL?X- -Sin "jnp-rs R. Hungen. (3 u i‘ Organisation d e r W o b l t h ä t i g t e i t.t Nach langen Veröffentlichungen und Ankündigungen, nach vielen Nor- und General-Versammlungen, kam der Siidwestdeutsche Verband israelitischer Hilfsvereine und Gemeinden zu Stande. Die Wohlthätigkeit. die wir bis jetzt als Pflicht des Judenthums und der Menschlichkeit system- und ziellos geübt, soll nunmehr organisirt werden und der Verband mit dem Sitze in Frankfurt a. M. eine gewiste Centralbehörde aller Unterstützungscassen Südwestdeutschlands bilden. Ob das Kind auch gesund ist und lvirklich d a s wird, zu dem es seine Erzeuger und Pfleger heranziehen wollen — die Zukunft wird es lehren; ob dasselbe aber ein echt jüdisches ist und aus dem Boden des wahren überlieferten Judenthums zu gedeihen verspricht, ob I diese Centralisation dem Wohlthätigkeitsbegrisfe des | Volkes entspricht, dessen Devise Rachamonim bnej ' Rachamonim ist — darüber müssen wir uns jetzt schon klar machen, was uns auch nicht so schwer fallen dürfte, wenn wir die Bestrebungen des Verbandes, soweit sie aus den Berichten und Statuten bis jetzt hervorgehen, unseren alten hergebrachten Statuten, den Vorschriften über Mizwas zedokoh, wie sie sich in unseren Religionseoderen befinden, gegenüberstellen. Ist denn die Organisation der Zedokoh an und für sich unjiidisch? Rein, dieselbe ist uns religionsgesetzlich nicht nur gestattet, sondern sogar streng geboten. Im Talmud wird oft von Tamchuj und Kupoh gesprochen, was auf eine systematisch ausgeführte Armenunterstützung hinweist 0 und im Jore deah finden wir das positive Gebot: „Es ist Pflicht einer jeden Stadt, in der Juden wohnen, einen Verwalter für Armenunterstützung anzustellen." 2) Auch ist die Bekämpfung der Wanderbettelei, die sich der Verband wie alle derartige Organisationen ntr Hauptaufgabe gemacht, nicht so unjüdisch, wie es vielleicht den Anschein geben mag/) ja, sogar die Art und Weise, in welcher der Verband diesem Nebel abzuhelfen den frommen Wunsch hegt, nämlich durch Errichtung und Zuweisung von Arbeitsstellen, entspricht vollständig dem Begriffe der jüdischen Wohlthätigteit. Schon der Talmud konnte nicht genug den Armen die Arbeit als bestes Schutzmittel gegen Nothdurst empfehlen^ . und in Jore deah (249) heißt es wieder: „Der höchste Grad von Wohlthätigkeit ist, wenn wir unsere Nächsten durch Zuweisung von Arbeit oder Darlehen in ihrem Berufe aufhelfen, damit sie nicht zu Almosenempfängern herabgewürdigt werden." Aus diesen Erwägungen sollte gerade das gesetzestreue Judenthum die Entstehung eines Verbandes, der sich die Systematisirung der Wohlthätigkeit zur Aufgabe gemacht hat, mit Freuden begrüßen, wenn nicht einige Paragraphen der Statuten derselben daraus Hinweisen würden, daß die Bestrebungen dieses Verbandes, trotz den überaus humanen Absichten seiner Begründer, unk unseren alten Bestimmungen über Mizwas zedokoh in krassem Widerspruche stehen. Ein jeder Jehudi, der die iüdische Wohlthätigkeit nicht zu einer polizeilichen Armenpflege versteinert sehen will, der Zedokoh übt, weil sie ihm Herzenspflicht und religiöses Gebot ist, kennt die Bedeutung von Nostann titein. 5) Geben und wieder geben: Gott ließ seine unendliche Barmherzigkeit den Menschen theilhaftig werden, damit rnrw *03 riC’Pz'n np'rnr.c'! itjeg n’Djj n^p (1 (2 n n "!"•) ’jo: TCi’nP dth tr nu setzt tj/ (2 (npns norn izy rz nm n'TwV w pnu ps criren dp -nnon ’jy (s n>n rnv tc ver-i. mit: (ms mpn p‘"i njn mv) nPn S‘? "jü'tn {02 NI NPG3 WSD N7I ’JZf pdZ' (4 ctid?» cm-' -pussr. 7Nvp'C2 nrsj bik's (ü'-D’^mruD) 0"' .(CC O'QpO PNC V'ü (5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.