Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 85 (25.10.1900)
- Date
- 1900-10-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1727 Sprache die Beziehungen zwischen dem Schlüsse und dem Anfänge der Thora, es ist leider hier der Platz zu beschränkt, um die Ausführungen wiedcrzugebeu. Hinweisend auf das '2, mit dein die Thora beginnt und an die beiden nvrn erinnert, an die schriftliche und mündliche Lehre, deren Studium sich auch der Verein zur Aufgabe gemacht hat, schlaf; er mit den Segenswünschen, die dem gesichert sind, der zur Verwirklichung der Lehren aus den beiden "-.m beiträgt. Nachdem unter künstlerischer Ausführung durch Herrn Marcus Hirsch gebetet war, begab man sich an das Festmahl. Den elften Toast brachte das Vorstandsmitglied Herr Louis H a m b u r g er aus die Dozenten des Ver- , ein« aus, indem er ihnen für ihre Wirksamkeit dankte. Die Vereiusthätigleit feierte Herr Rektor B. Falk in ernsten und auch mit Humor gewürzten Worten; sein Glas galt dem Vorstand. An der Hand eines herrlichen Midraschs toastirte Herr Herm. Klein ans das Threnmitolied des Vereins, Herrn Rabb. Dr. Breuer. Herr Jos. W o h l s a h r t sprach den iungen Rednern Dank für ihr Wirken aus und hofft, daß die neue Zweigabiheiluna des Vereins - '2L n^r; —- deren Thätigkeit diese Woche beginne, auch ihr Interesse erregen möge. Hierauf ertönt auf humoristische Anrecumq des Herrn Markns H i r s ch ein dreifaches Hoch auf die Frauen, Mütter und Schwestern der Mitglieder. Herr R o t h s ch i l d spricht seinem Amtsvorgänger Herrn Weislovi Dank aus für die großen Verdienste, die er sich durch diesen •vre* Kip,2 erworben hat. Herr Sänger gedachte zivcier Dahingeschiedenen; eines theuren Lehrers n. eines sehr eifrigen Mitgliedes Ilnseres Vereins Tiner der jüngsten Anwesenden, Herr Leo Wohlfahrt, toastirte in herzlichster Weise ans das älteste Mitglied, Herrn Löb (5 h rmaii n. Deklamatorische und musikalische Vorträge wechselten noch bis kurz »wl Mitternacht ab, bis sich die fröhliche Gesellschaft anflöste. Komst, 19. Okt. Vor dein Schwurgericht kommt « am nächsten Montag ein Meineidsprozeß zur Verhandlung, der mit den ans Anlaß der Winter'schen Mordjache entstandenen Krawallen znsammenhängt. Dem Kaufmann Iakoby in Tnchel, einem bisher unbescholtenen Manne, wurde eines Tages auf der Straße Hep- Hcp nachgerufen. Tr erstattete Anzeige und die Rufer erhielten Strafinandate wegen groben Unfugs. Sie beantragten richterliche Entscheidung und gaben im Verhandlungstermin an, einer von ihnen habe Hep- Hep gerufen und Iacobn darauf mit „Lümmel", „Lorbaffe" geantwortet, bieranf erst hätten sie insgesammt Hep-Hep gerufen. Tin nnbetheiligter junger Mann bestätigte diese Angabe, Iacoby, eidlich vernommen, bestritt, gesebimpst zu baben, und erklärte, daß ihm der Ausdruck ,.Lorbaß" gar nicht bekannt sei. Das Schöffengericht nabm an. daß die jungen Leute gereizt worden seien, hielt die Beleidigung für ausgeglichen und erkannte auf Freisprechung. Darauf wurde bei der königlichen Staatsanwaltschaft in Könitz Strafantrag gegen Iacobv wegen Meineids gestellt und die Staatsanwaltschaft gab dem Anträge Folge. Vertheidiger des Angeklagten, der gegen Stellung einer Kaution von WO Mt. ans freiem Fuße belasten worden ist, sind Rechtsanwalt Appelbaum-Konitz und Justizrath Dr. von Gordon-Berlin. (Derselbe wurde inzwischen für schuldig erklärt und gleich inhaftirt.) Am Dienstag, den 23. Oktober, erscheinen unter der Anklage des schmeren Landsriedensv r u ch S vor dem Schwurgericht die 60jährige Wittwe H ü b n e r, Kaufmann Otto R ö s l e r , Schlächtergeselle Franz D 0 r a u , der taubstumme Schuhmacherlebrting Johann Dobber st ein und der Arbeiter Tmil W i e d e n b ö f t. Die Angeklagten sollen am 10. Juni an. den Krawallen in Tnchel theilgenvmmen haben. Düsseldorf, 22. Olt. Nachdem seit einiger Zeit Vas einzige jüdische Restaurant am hiesigen Platze in irolge anderweitiger Unternehmungen seines Inhabers eingegangen ist. ist für die davon betroffenen Kreise ein sehr empfindlicher Mißstand eingetreten, dessen baldige Abstellima i»! Interesse des religiösen Lebens sehr wünschenswerth wäre. Ts unterliegt aber auch keinem Zweifel, daß ein gutes, streng-rituell, sachkundig und mit dem erforderlichen Betriebskapital geleitetes Restaurant, aber auch nur ein solches, hier die besten tinanziellen Erfolge versvräche, da hier nicht nur ein sehr reger Verkehr jüdischer Reisenden stattfindet, sondern auch ein? sehr große Anzahl hier ansästiger junger Leute aus allen Vernfsständen. eine ständige Stammkundschaft abgeben würden. Außerdem bietet die für das Jahr 1002 hier geplante große Rheinisch-Westfälische Gewerbe Ausstellung dem Unternehmen natürlich noch besondere Thancen. Im Intereste der guten Sache ist Herr Rabbiner Dr. David gern erbötig, etwaigen Neflectamen weitere Auskunft zu ertheilen. Bingen «i. Nh. Bei der am 21. d. Mts. stattgefnndenen Rabbinrewahl in der hiesigen Religionsgesellschaft wurde Herr Rabbiner Dr. Neuwirth, z. Z. in Frankfurt a. M., fast e i n st i m m i g gewählt. Heppenheim (Bergstraße). Am fand dahier die feierliche Tinweihung der prächtigen, neuerbauten Svnagogc durch Rabb. Dr. Marx- Darmstadt statt. Die meisten Kosten für die Erbauung der Synagoge leisteten die von hier stammenden und jetzt in London wohnenden Gebr. Hirsch, die auch persönlich anwesend waren. Von allen Seiten waren Leute herbeiaeströmt, um Zeuge dieser hübschen Feier zu sein. Alles oerlief in herrlichster Ordnung; besonders gefiel uns die Abschiedsrede des Herrn Rabb. Dr. Marx, gehalten in der alten Synagoge, sowie der Toast des Herrn Kreisraths Dr. G ö t t e l m a n n auf den Großherzog. Wie wir hörten, sollen die Gebr. Hirsch bei ihrem Weggange jüdische und christliche Arme von Heppenheim reichlich bedacht haben. R.