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Der Israelit · 1900-12-13 · Heft 99 (13.12.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 99 (13.12.1900)
Date
1900-12-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2071 Christian l V. van Dänemark geprägten Münzen, Werder dorten wegen der hebräischen Inschrift „Hebräer" genannt, und existiren in Gold zu.1 und 1 - Dukaten, in Silber zu 2 Mark, 10 und 4 Schilling. Die Goldstücke haben auf der Vorderseite den stehenden König, die silbernen aber das gekrönte königliche Monogramm lgroßes C, in lvelchem die Ziffer 4), welches Monogramm der geehrte Herr Strauß wohl für das Wappen angesehen. Beschrieben sind diese Münzen im Werke „Danske Munter," ferner im Werk des s. Oberst Mailleh, über alle „Kriegsmünzen," und an anderen Orten. Nach dem Eataloa, unserer Auction vom -1. Rom, in lvelchem unter Nr. 1154 sechs solcher Silber- und Bittenmünzen vorkamen, wurden sie für 8 Mark verkauft. Der göttliche Name erscheint übrigens, lvie auf Kirchenthüren, so auch oft auf Münzen der vorigen Jahrhunderte, namentlich auf Städtemünzen mit deren Ansichten, und darüber die vier Buchstaben, zumeist begleitet von SY3 YMB1» A ALARVM TVA KVM (b. i. “I’s;3 bxz) ober ähnlichen Sprüchen und die Bedeutung ist immer die gleiche: „die betreffende Stadt, der betreffende Münzherr stellt sich unter den Schutz Gottes. Kattowitz, 11. Dez. An Stelle des von hier nach Posen engagirten Eantors Oswald wurde in der gestrigen Repräsentanten-Bersammlung Herr Otto N a - t h a n aus Neuenburg in Westpreußen zum ersten Eantor der hiesigen Gemeinde auf ein Probejahr gewählt. An Honorar bezieht Herr Nathan vorerst Mk. 8000 Fixum. Um die mit Mk. 4200 ausgeschriebene Baeanz hatten sich ca. dreißig Bewerber gemeldet, u. A. auch Obercantor Dreiblatt aus Hamburg. München, 10. Dez. Gin Mann, der sich im Kehrsache durch frühere langjährige Tbätigkeit hervorragend verdient machte, Herr Salomon Falk, ist hier am 2. d. Nits, im Alter von 62 Jahren gestorben. Als Sohn sehr religiöser, streng gesetzestrener Eltern in Braunsbach, Württemberg, geboren, wurde er zum Lehrer ausgebildet: in? talmudischen Studium wurde er vom sel. Rabbiner Feuchtwauaer in Wallersteiu unterwiesen. Bon diesen! erhielt er für seinen Fleiß und seine scharfe Auffassungsgabe die Ehowerwürde. Nachdein er als Lehrer eine Anstellung erhalten, wurde er der Schmie gersohn des sel. Rabbiner Abraham Wechsler, Schwa bach. In den Württembergischcu Gcureindeu Brauns dach, Hobach und Aufhausen wirkte er zusammen 20 Jahre als Lehrer uuo wurrde für seine außerordentlich guten Leistungen von der Kgl. Negierung prämiirt. Die Zeiten brachten es mit sich, daß die Landgemeinden an Mitgliederzahl theils durch Tod, theils durch Wegzug, fort und fort kleiner wurden und daß hierdurch ein Lehrer, hauvtsächlich mit zahlreicher Familie, keine ausreichende Eristenz niehr fand. So mußte der Verstorbene dem ihm so lieb gewordenen Berufe entsagen; er zog nach München, um sich dem Versicheruugsfache zu widmen. Auch hier zeigte sich sein seltener Fleiß und seine rastlose Energie, so daß er für die von ihm vertretene Gesellschaft überraschend gute Resultate erzielte, wie sich denn die Leitung des Unternehmens auch veranlaßt sah, bei der Beerdigung Worte der Dankbarkeit durch den Mund eines ihrer Beamten aussprechen zu lassen. Der Verstorbene hat sich zu allen Zeiten und in allen Lagen seines Lebens als charakterfester, überzeugungstreuer Jehudi bewährt. England. London, in. De». Die Ermordung eines jungen englischen Schutzmannes im Ostende Londons durch einen als englischen Juden bezeichneten Cigarrenarbeiier Namens Barnett Abrahams, hat die Aufmerksamkeit des Publikums auf die gewaltig zunehmende „jüdische Bevölkerung östlich von der City of London" gelenkt. Wie groß, die jüdische Bevölkerung in jenen Stadttheilcn ist, darüber gibt uns nicht einmal die Bolkszählungstabelle Auskunft, da auf dem Fragebogen keine Auskunft über die Religion verlangt wird. Wer aber die Zustände im Londoner Ghetto kennt und iw Stande ist, einen Vergleich anzustellen zwischen der Gegenlvart und den Berhältnisten, wie sie vor zehn oder fünfzehn Jahren bestanden, dem muß sich die Ueberzeugung aufdrängen, daß die massenhafte jüdische Einivandernng in den letzten fünfzehn Jahren in den wirthschastlicheu, besonders in den Wohnungsverhältnissen des OÜendes geradezu eine Umwälzung hervora"bracht hat. Jüngst ist in» Berlage von Fisher Unwin ein kleiner Bauch erschienen, der unter dem Titel „Der Jude in London," eine lesenswertbr Studie über die jüdische Bevölkerung Londons enthält. Eigentlich sind es zwei Aussätze, von denen der eine von einen» Christen Rüssel versaßt ist, der'ein Jahr lang in dem jetzigen Judenviertel Erhebungen gemacht hat, »nährend der zlveite AiiEatz einen gelehrten Juden Lewis zum Verfasser bat. Die beiden Aufsätze ergänzen einander; wiewohl ne von verschiedenen Gesichtspunkten geschrieben sind, kommen sie doch so ziemlich zu demselben Schluß, daß die jüdischen Bestandtheile allmählich von sie umgebenden christlichen Bevölkerung aufgesogen werden, wofern nickst die Religion eine künstliche Scheidenrand zu errichten vermag. Verbrechen, wie das von dem Zigarrenarbeikcr Abrahams begangene, kom- »neu im Judcnviertel äußerst selten vor. Selbst zur Zeit, als Jack der Anfschlitzer diejenigen Straßen un sickier machte, die jetzt vorwiegend von Juden bewohnt sind, stellten die Behörden den jüdischen Einwohnern das Zeuaniß aus, daß Verbrechen unter ihnen nicht vorkom»»»en. Nun bat sich in den letzten zehn Jahren die , jüdische Bevölkerung in jenem Stadtviertel beinahe veri doppelt: sie wird wenigstens von Rüssel auf 110,000 geschätzt, von denen ek»va 60,000 Einwanderer sind.

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