Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 80-81 (4.10.1900)
- Date
- 1900-10-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1641 WWW« Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 1. Ott. Unsere diesjährige illustrirte Beilage zu unserer Sukkoth Nummer stellt die Hamburger Synagoge „.Kohlhöfen" dar, wie in ihr das Laubhüttenfest gefeierr wird. Diejenigen, die in Hamburg bekannt sind, werden unter den Synagogenbesuchern viele alte Bekannte aus den achtziger Jahren entdeckt haben. Die Fortsetzung der Bilder der sieben Gäste fällt diesmal aus, wogegen wir voraussichtlich schon im Laufe des Jahres einige Fortsetzungen derselben bringen werden. Kobvlagora, 26. Sept. Borigen Donnerstag fand dahier die Ginweihung einer von der Ehebra Kaddischa gestifteten rrc statt. Der Schreiber derselben ist Herr Salomon S ch l u m p a in Kalisch, der vollste Anerkennung fand, ebenso auch wurden den Ginweihungsgesängen des Herrn Gantors L i a n d a großer Beifall zu Theil. Beiden Herren wurde auch die vollste Zufriedenheit ausgesprochen vom Gemeindevorstande und dem amtierenden Rabbiner Herrn Dr. B a m b e r g e r in Schildberg. Ans Baden. Wieder einmal weiß ich von einer großartigen Leistling des Dberrathes oder eines badischen Rabbiners zu berichten. Es ist dies eine sog. „Gottesdienstordnung für das Neujahrsfest und den Bersöhnungstag 566t—1900." Wer der verantwortliche, oder richtiger gesagt, der unverantwortliche Bersasser ist, ist nicht vermerkt. Rur Drucker und Druckort sind bezeichnet „Druck von Malsch und Bogel, Karlsruhe." Allem Anscheine nach ist der ungenannte Verfasser seiner Sache nicht so ganz sicher, und er hat sicher auch das Recht zu dieser Unsicherheit! Denn er steht mit seiner talmudisch rabbinischen Wissenschaft auf sehr schwachen Füßen. Gin Grsatz für m: Sa wird da hingeschmiert, der von ziemlich hochgradiger Ignoranz in talmndieis zeugt, sonst hätte der Verfasser gewußt, daß diese Formel geradezu unbrauchbar ist, wovon er sich überzeugen kann, lvenn er die Fähigkeit besitzt, die Stelle «Sn: m 'n r-j tm: p zu interpretiren. Uebrigens scheint er auch die Stelle c*ti: 'bzz z"v ra rn nicht zu kennen oder nicht kennen zu wollen. Wozu sonst dieses Glaborat eines sogenannten '“n: Sa? Ober soll dieses vielleicht nur dazu ange lhan sein, das Laienvllblikum, lvelches noch an den alten Ueberlieferungen festhält, zu täuschen? Der größte Theil des Programms beschränkt sich fast ausschließlich auf Streichungen. Einige Conseyuenz kann man dem Verfasser nicht absprechen. So z. B. bält er es im nn:a von rr für nicht zeitgemäß, der B>Srx und des Sxa*a zu gedenken, er will mit »j prr selbst verkehren, deßhalb nimmt er dem p'B* den jtope dp rr>n »nx weg und setzt an seine Stelle ein deutsches Gebet, „vom Rabbiner gesprochen," da iS pppr: mtrn 'axSv px mx ptrSa naiL ppaosr 'v! Die Logik, die dem Herrn Verfasser bei seiner geistvollen Arbeit zu Gebote stand, ist ebenso zu bewundern, wie seine Kenntniß der hebräischen Grammatik, seine Belesenheit in der talmudischen Wissenschaft, wie sein Feingefühl für jüdische Liturgik. Wir können unfern badischen Glaubensgenossen nur empfehlen, dieses Machwerk nicht etwa in den Papierkorb, sondern — der jüdischen Buchstaben wegen — auf den Schulboden zu werfen. Auch dem Herrn Verfasser gilt diese naiv nxp M. B. Höchberg. Dem Jahresbericht der „Lazarus Ottensoser-Stiftung" für die Israelitische Präparandenschnle (Talmud-Thora), Höchberg (Bayern), für l899, bezw. 1899 1900 entnehmen wir: Im verflossenen Jahre ist es uns endlich auch gelungen, den schon in früheren Berichten erwähnten Plan der Errichtung einer Pensionskasse zu verwirklichen. Es wurden entsprechende Satzungen aufgestellt, welche die Genehmigung der hohen Kgl. Kreisregierung erhielten. An Rosch chodesch Jjar waren es 25 Jahre, daß Herr Hauptlehrer Nathan E s ch w e g e als Lehrer an unserer Schule wirkt. Das Kuratorium nahm daruin Veranlassung, dem verdienten Lehrer in Anerkennung seiner aufopferungsvollen, ersprießlichen Wirksamkeit die innigsten Glückwünsche darzubringen und ihm eine entsprechende Adresse nebst Ehrengabe zu überreichen. Gebe der Allgütige, daß es dem verehrten Jubilare vergönnt sei, noch recht viele Jahre in voller Kraft und Frische an unserer Schule zu wirken. An der Schwelle des siebenten Deceniums stehend, sei es uns gestattet, bevor wir aus dem 60. Schuljahre unsrer israel. Präparanden- (Talmud-Thora-) Schule treten, einen Rückblick aus deren Vergangenheit zu werfen. Es kann hierbei nicht davon die Rede sein, wie der Werdegang unserer Anstalt seit ihrer Gründung — während langer 60 Jabre hindurch — sich gestaltet hat; denn über die letzten Jahre, seit 1894, legen darüber die seit damals veröffentlichten Schulberichte Zeugniß ab, und über die früheren Jahre dies in erschöpfender Weise nachholen zu »vollen, dürste ein Ding der Un inöglichkeit sein. Es soll folgend vielmehr nur der Versuch gemacht werden, darzuthun, in tvelchem Verhältnisse die gegen wärtige Gestaltung unserer Pflanzstätte zu ihrer Vergangenheit steht; ob sie den Zielen, die ihrem großen Gründer vorgeschwebt haben mögen, bis heute treu und unentwegt nachstrebte: ob sie aber auch gerechten Anforderungen der Gegenwart entspricht und so auf der Höhe der Zeit sich befindet. Rabbi Jochanan ben Beroka und Rabbi Elosor Ehisma besuchten einst — so lehrt der Talmud (Cha-