Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 79 (1.10.1900)
- Date
- 1900-10-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449123--51666-2502211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1627 Um ^410 Uhr fand in der geschmückten Synagoge dieses Vereins der Festgottesdienst statt, dessen Liturgie Herr Kantor A. K u r z durch den Vortrag einiger Psalmen erweiterte und verschönte. Die Festpredigt hielt der Gemeinderabbiner, Se. Ehrwürden Herr Dr. Feilchenseld: Ein Auge, zu sehen; ein Ohr, zu bören; und ein Herz, das empfindet, das seien die Ziele, welche zu erreichen man gehalten sei bei all denen, welche sich seiner geistlichen Fürsorge anvertraut hätten. . . der schwere und erhabene Beruf eines Lehres in Israel. In weihevoller Andacht folgte die zahlreich erschienene Gemeinde den begeisterten und begeisternden Worten des greisen Redners. Die Ehrungen, welche der Humanitätsverein dem Jubilar darbrachte, bte, Zahl der Gratulanten, welche ihm ihre Glückwünsche noch persönlich übermittelten, legten Zeugniß ab von den Gesinnungen. welche man Herrn Dr. Landsberg hier allenthalben entgegenbringt. Wiesbaden. Eine traurige Botschaft war es, die wir am b-^x 'x von Aschaffenburg aus erhielten. An diesem Tage verschied dortselbst eine der besten Frauen unserer Gemeinde, Frau Jyras Kaufmann, geb. Bamberger, eine Tochter des seligen Aschaffenburger nrnban zi Seit 1% Jahren erst war sie mit dem durch aufrichtige c&tr nx-p und anderen itz*b nna ausgezeichneten Herrn Banquier Kaufmann Hierselbst verheirathet, doch hat sie in dieser kurzen Zeit hier so viel Gutes geübt, daß wir ruhig sagen dürfen, wir haben sie als eine seltene Frau, als eine wirkliche ‘vn mpx kennen gelernt. Sie war eine Frau, in der sich alle guten und schönen Eigenschaften harmonisch vereinigten. Jni wahren Sinne des Wortes war sie .“ztzt n:n. ein würdiger Sproß ihrer großen Ahnen. Hier, und wie wir erfahren, nicht minder in ihrer Heimathstadt Aschasfenburg, rief die schmerzliche Kunde von ihrem Heimgänge in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung und auch über diese hinaus, aufrichtige Trauer hervor. Bei dernnb sprach der Bruder von rrv r,nxz;n Herr Se. Bamberger. den Schmerz der Familie um diesen herben Verlust zum Ausdruck bringend und das r.ip-'i: und “Jinc r“c seiner Schwester r,y schildernd. Die m-ap fand auf dem alten Aschaffenburger llbv n*z statt, wo sie in der Nähe ihres großen Vaters ruht. n-zsin Strastburg i. (*., 27. Sept. (B e k e h r u n g.). In der „Straßburger Post" schreibt ein Berichterstatter vom südafrikanischen Kriegsschauplatz: „Gegen Mittag kamen wir an einen Winkel, der von einem deutschen Juden gehalten wurde. Ich wollte Brod kaufen, aber es war nichts da, auch sonst nichts Eßbares. Als der Inhaber des Ladens jedoch entdeckte, daß ich Deutscher und noch dazu Süddeutscher war — er selbst stammte aus Nürnberg — da nöthigte er mich mit meinen vier Kameraden in's Zimmer und seine liebenswürdige Frau briet uns schnell einige Eier, kochte Kaffee und setzte uns das letzte Brod vor, das sie im Hause hatte. Vorn Bezahlen wollten die Leute nichts wissen, und so mußten wir uns begnügen, den Menschenfreunden — ihr Name war Bernheim — herzlichst zu danken. Ich bin einmal krasser Antisemit gewesen, aber ich wurde schon um's Jahr 1890, zur Zeit der Winterbälle, einigermaßen bekehrt, heute trete ich freiwillig von diesem Glauben zurück." Es gibt „krasse Antisemiten" genug, die nicht wissen, was sie thun, und die ihre Krankheit, selbst nach deren Ueberwindung, einen „Glauben" nennen, weil sie eben keine Erklärung für die Umnebelung haben, in der sie befangen gewesen. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Budapest. Der kgl. ung. Honvedminister Baron Fejervary hat an den Vorstand der Temesvarer orthodoxen Gemeinde folgende Zeilen gerichtet: „In Folge Ihrer ehrenden Aufforderung vom 3. September habe ich am heutigen Tage im Wege der Post hundert Kronen an Ihre werthe Adresse für den Bau der ortho. Synagoge angewiesen und wünsche aufrichtig, daß meine geringe Spende die Erreichung Ihres Zieles einigermaßen fördern möge. Mit besonderer Werthschätzung Baron G. F e j e r v a r y. — Der evang. lutherische Pfarrer aus Nadudvar, Julius Lasar, hat att den jungen Banquier Samuel Gaßmann in Budapest, dessen Mühewaltung im Interesse der rumänischen Emigranten in diesen Blättern gewürdigt würde, folgendes Schreiben gerichtet: „Die Zeugenschaft Ihrer edlen, erhabenen Seele war in den Blättern beschrieben, da Sie Ihre Zeit Ihren dem Elende preisgegebenen vaterlandslosen Mitmenschen widmeten. Gottes Segen begleite Sie auf Schritt und Tritt und möge der Lohn Ihrer Edelherzigkeit Ihnen stets erblühen. Mit tiefer Achtung Julius Lasar, evang. luth. Pfarrer. Mitten in einer sozialen Zerfahrenheit verdienen solche zwei Briefchen registrirt zu werden. Debrezin. Das hiesige Gendarmerie-Kommando hat aus Tißa-Salot folgendes Telegramm erhalten: „In A b o d - S a l o k ist heute Rosalie Pentek ermordet worden. Laut Verdächtigung handelt es sich um einen „Ritualmord". Das Volk ist in Aufruhr." Das Kommando verstärkte hierauf den Gendarmerieposten in der erwähnten Gemeinde, um den event. Aufruhr zu verhindern. Eine strenge Untersuchung wurde sofort eingeleitet und wie es scheint, handelt es sich in diesem Falle um einen Lustmord. Ein Individuum, von dem bekannt ist, daß es Mädchenhandel treibt, wurde verhaftet. Das Regierungsblatt „P. H." knüpft an diese Meldung folgende Betrachtung: „Bis Mitternacht wird vielleicht auch schon die vollständige Liste der Schächter und die Numiner des beim Niedermetzeln benützten Messers bekannt sein. Und es kann sein, daß aus Tißa-Salok — Tißa-Eßlar, aus der armen Rosa