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Der Israelit · 1900-12-06 · Heft 97 (6.12.1900) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 97 (6.12.1900)
Date
1900-12-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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3023 Ablehnung wurde aufrecht erhalten, trotz meines Hinweises auf die in der Fabrik beschäftigten Arbeiter, die doch auch das Herstellungsverfahren kennen muffen und trotz meiner Bereitwilligkeit zur Leistung jeder Garantie, daß durch mich und meine Beamten keinerlei Gebrauch von dem Geheimniß der Herstellung gemacht werde. Die chemische Untersuchung, welche ergeben haben soll, daß die Maggi'schen Präparate nur Pflanzenfett enthalten, ändert an obigem nichts. Die Präparate, die dort hergestellt werden, find so verschiedenartig und mannigfach, daß die chemische Prüfung des einen Fabrikats nichts über die anderen entscheidet. Wenn aber selbst sämmtliche Präparate einer chemischen Untersuchung unterzogen worden wären, so würde auch das au dem Resultate nichts ändern, da keine chemische Untersuchung die mir von der Fabrik selbst eingeräumte Thatsache der Verwendung animalischer Stoffe beseitigen wird. Fachkennern ist es ohnedies bekannt, daß es zurzeit noch kein Mittel gibt, mit Sicherheit Thierfett von Pflanzenfett durch chemische Analyse zu unterscheiden. Wer darüber etwa im Zweifel sein sollte, den dürfte ein Vorlommniß überzeugen, das mir ein befreundeter Chemiker aus seiner Praxis mittheilte. Demselben wurde von Ungarn eine Flasche Kunerol mit dein Ersuchen zugeschickt, dieselbe auf eine etwaige Beimischung von thierischem Fett chemisch zu untersuchen. Da derselbe nicht auf chemische Analyse eingerichtet ist, schickte er das Fett an eine hervorragende chemische Eentrakstelle in Deutschland. Vor der Absendung vertheilte er das Kunerol in zwei kleinere Flaschen. Die eine enthielt das unverfälschte Kunerol, die andere mischte er selbst mit einem ansehnlichen Ouantum Gänsefett. Nach einigen Wochen erhielt er die Flaschen mit der Bemerkung zurück, „daß beide vollständig frei von jedem thierischen Fett seien!" Sollte aber selbst mit der Zeit ein chemisches Verfahren gefunden werden, welches die Beimischung von thierischem Fett mit Sicherheit festzustellen ermöglicht, so dürften die Maggi'schen Präparate, die nicht unter Asistenz eine? zuverlässigen hergestellt sind, dennoch nicht für die jüdische Küche verwendet werden. Es find dann noch die :"%p "z ">•” r.-r und noch eine 'Anzahl anderer Momente zu berücksichtigen, deren Aufzählung zunächst ohne praktisches Interesse ist. Wenn die Maggi'schen Präparate wirklich als lascher von irgend loelcher Seite bezeichnet werden, so oitte ich Sie, von diesen Zeilen jeden Gebrauch zu machen, der geeignet ist, diesem Jrrthum mit Erfolg entgegen zu treten. Hochachtungsvoll Rabbiner Dr. E h r m a n n. Jüdische Zeitungen, welche irrthümlich die Maggischeu Fabrikate als koscher bezeichnet haben, werden sich gewiß beeilen, diesen Jrrthum richtig zu stellen; besonders ist dies von der in Rede stehenden Zeitung mit Sicherheit zu erwarten. Dieselbe hat mit ihrer Veröffentlichung ohne Zweifel bona fi.de gehandelt, tveßhalb auch ihr Name Zunächst ungenannt bleiben soll. Bemerkt sei noch, daß das in Rede stehende Circular mik dem erwähnten Facsimile seit einem Jahre von der genannten Fabrik in Hunderttausenden von Exemplaren verbreitet wird, daher Eile in Bezug auf die Richtigstellung sehr gerathen ist. Dr. —u — Köln, im Dez. Der „Verein zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den Juden" hielt Ende vorigen Monats im neuerbauten Lehrlingsheim, hier, seine alljährliche Generalversammlung ab. Aus dem Berichte über das Jahr 1899—1900 entnehmen wir. daß unter der Obhut des Vereins in Düsseldorf 32 Lehrlinge bezw. Fachschüler standen. Es wurden neu ausgenommen bezw. unterstützt 12 Lehrlinge; nach beendeter Lehrzeit schieden 12 Lehrlinge aus. Am Ende des Berichtsjahres waren noch 32 Lehrlinge bezw. Fachschüler vorhanden, von welchen 22 im Lehrlingsheim zu Düsseldorf untergebracht waren. Im abgelaufenen Berichtsjahre standen unter der Fürsorge der Abtheilung Köln 38 Zöglinge, davon waren 23 im Lehrlingsheim, 4 bei ihren Eltern in Köln und 11 bei auswärtigen Meistern untergebracht. Aus Köln waren 10, aus dem übrigen Rheinland 15, aus Westfalen 3, Hessen-Nassau 3, Hannover 3, Oldenburg 2, Westpreußen 1, Sachsen-Meiningen 1. Als (.Gesellen wurden entlassen: 3 Klempner und Installateure, 2 Schreiner, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Polsterer. Vor beendeter Lehrzeit mußte ein Lehrling wegen schlechten Betragens entlassen werden. Eine erfreuliche Mittheilung macht die Abtheilung Köln in Folgendem: „Unser seit langen Jahren mit Eifer und Freude verfolgtes Streben, fleißigen und gut veranlagten, strebsamen Zöglingen, nach Beendigung der Lehrzeit eine weitere Fachbildung, bezw. Ausbildung zu höheren technischen Berufsarten zu gewähren, hat durch die verständnißvolle Stiftung eines Vorstandsmitgliedes eine rege Förderung erfahren. Es sind uns dadurch jährlich Mt. 600 zu Stipendien für obigen Zweck zur Verfügung gestellt, von denen freilich vorläufig nur Mt. 300 jährlich verausgabt werden dürfen. Mebrereu trüberen Zöglingen konnten wir durch Gewährung von Pension in unserem Heim die weitere Ausbildung erleichtern: mehrere Gesuche von Schlossergefellen, früheren Zöglingen, um Aufnahme in die Anstalt, damit ste sich ans der Maschinenbauschute als Maschinen-Jngenieur ausbilden, hoffen wir nach dem Wunsche der Bittsteller erledigen zu können. Der ersteherische Einfluß, den dieser Zweig unserer Thätigkcit aus unsere Zöglinge ausübt, ist unverkennbar, und wir bitten unsere Gönner, diesem Stipendienfonds größere Zuwendungen zu machen.

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