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Der Israelit · 1900-09-20 · Heft 76-77 (20.9.1900) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 76-77 (20.9.1900)
Date
1900-09-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1568 Leidtragenden. Das sehr geräumige Beth hamidrasch war durch Entkernung der Tische, Bänke und Stühle zur Ausnahme einer bedeutenden Anzahl Personen hergerichtet worden und hier hinein wurden die Araunim, enthaltend die sterblichen Hüllen der Thehaurim ukedauschim, von der Ehevra 5ladischah getragen, woselbst der Rabbiner sotvie der älteste Sohn von Rabbi Getsch, seinem verewigten Vater Trauerreden hielten. Aus dem Friedhöfe aber hörten wir den Schwager des sel. Rabbi Moses Frieder, Herrn Klausrabbiner Weih, einen sehr ergreifenden und wohlgelungenen Hesped halten, und Nachmittags daselbst lvieder den Rabbiner Herrn Dr. S. P. Nathan und Dr. L i p m a n n der Trauer der Gemeinde, der Familie und insbesondere der Klaus, Ausdruck verleihen, so tragisch und meisterhaft, wie es nur so bedeutende Männer vermögen. Da kam Niemand, weder die Dahingeschiedenen, denen doch in erster Linie die Trauerreden galten, noch die Zuhörer, um ihre Erwartungen zu kurz. Nur die große Hitze des Tages wirkte störend, sonst hätten noch einige Herren gerne gesprochen. Der Herr Dberrabbiner sprach daher gleichzeitig Namens der Gesammtheit, lute im Aufträge der Klausverwaltung, des Spnagogen-Berbandes, woselbst Rabbi Getsch als Rabbinatsverweser während der Vaeanz und Jnteregnnms fungirt hatte, auch Namens der Chevrah Kadischah Langenfeld, die er errichtet und der Verwaltung dieses Friedhofes. Auf den reichen Inhalt der Hespedim mit den Rcfleren aus Althamburgische Ereignisie (Brand der Klaus 1849), schönen Eitaten und Erklärungen aus Tnack, Schas und Midrasch näher einzugehen und darüber zu berichten, würde zu weit führen, vielleicht gelangt Manches davon zum Drucke, dann liehe sich eher darauf zurückkommen. Bemerkt mag noch werden, daß Rabbi Getsch als erster Schüler des sel. Altonaer Raw Rabbi Jacob Ettlinger vor etwa 62 Jahren nach Altona kam und daß er ca. o4 Jahre die Rabbinerstelle an der alten und neuen Klans hier aussiillte, deren Glanz er gewesen! xee by 2L" 'e Ich schließe meinen Bericht mit dem Prophetcnworte aus der gestrigen Hasthora: zb'V -p ITT «S "rm t:j? XE' xd ■i*5^ H. B. Hainbnrg, 18. Sept. Lange schon bin ich nicht dazu gekommen, Ihnen von hier aus Berichte zu übersenden und so konnte es mir nur angenehm sein, wenn Andere meine Stelle antraten und Ihnen hin und wieder Tagesereignisse zukommen ließen. Momentan wäre etwa Folgendes der Beachtung Werth: Das hiesige Altenhaus der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Moschab Sekenim hat sich durch einen Anbau (Mittel- Hans des späteren Gesammtbaues) bedeutend vergrößert. Dieser Anbau, der ca. 100,000 Mk. gekostet, enthält auch die neue geräumige Synagoge der Anstalt. Die entsprechende Vermehrung der Bewohnerzahl aber, tvelches doch der eigentliche und Hauptzweck des Neubaues gewesen, soll erst später vorgenommen werden, -veil angeblich der Kapitalfond, ca. 400,000 Mk., noch nicht groß genug ist, um neue Alumnen jetzt schon aufnehmen zu können. Darauf sollen nun diejenigen warten, die mit der Vergrößerung des Altenhauses hoffen konnten, daselbst Aufnahme zu finden — jedenfalls eigenthümlich. Die .Kapitalanhäufung derartiger Anstalten ist nichts anderes, wie eine Benachtheiligung der gegenwärtig Bedürftigen, zu Gunsten der nachkommenden Geschlechter. Alan darf wohl erwarten und hoffen, daß jedes Zeitalter mindestens einen entsprechenden Theil der Mittel zur Erhaltung solcher Wohlthätigkeitsanstalten ausbringen wird, zumal doch nach der bisherigen Erfahrung größere Geschenke und testamentarische Zuwendungen ebenso regelmäßig, wie die jährlichen Mitgliederbeiträge eingehen. Woher stammt denn anders das bedeutende Kapital, das sich in verhältnißmäßig kurzer Zeit angesammelt hat? — Ein hier wohnhafter und beliebter junger Gelehrter, Herr Dr. phil. Ascher, wurde durch seine Promotionsarbeit, die auf der Pariser Schulwissenschaftlichen Ausstellung bei den Fachgelehrten berechtigtes Aufsehen erregt hat, einem deutschen Herzogl. Hofe empfohlen, woselbst ihm eine besondere Vertrauensstellung mit ansehnlichem Gehalt übertragen worden ist. Gleichzeitig hat ihm ein in nächster Nähe der Residenz lvohnender jüdischer Rittergutsbesitzer die Erziehung seines einzigen Sohnes anvertrant. Herr Dr. Ascher, der ein streng-religiöser Jehudi ist, hat vor der Annahme beider Aemter sich die Zusicherung und Gewißheit verschafft, daß er ohne Schwierigkeiten wie bisher leben könne und wird er dieser Tage nach seinem neuen Wirkungskreise über siede ln. "ex: Pin. — In Nummer 74 des Israelit wird eine Sammlung von Predigten zeitgenössischer Kanzelredner empfohlen und dabei besonders eine Predigt des Herrn Dr. Leimdörfer hervorgehoben. Ich weiß nicht, wie der „Israelit", als Eentralorgan des orthodoxen Judenthuins. dazu kommt, die Predigt eines Hamburger Tempelpredigers zu empfehlen?! r-pL'' pe eree* rrrn iee mp oder an 'wee iv'p-' rnn e'pvx pxbed N2M ern ex Sollte der enn aufgehoben sein und die Warnungen der L'A-: in rnzn nz-i n\x nicht mehr zu Recht bestehen? Damit treibt man dem Hamburger Tempel nur neue Kundschaft zu, die er mit seinen sogenannten gemäßigten Predigern anzuwerben wünscht. Seit einiger Zeit veranstaltet der Tempel, wohl ebenfalls zu diesem Zlvecke. sog. Jugendgottesdienst, zu welchem die Kinder aller Glaubensgenossen (das erinnert an die Geschichte von beut Zadik im Pelz) freundlichst eingeladen werden. Dieser Gottesdienst ist nur alle Monat einmal, also nur lenne en*n ne aber nicht inee>e ne. H. B.

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