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Der Israelit · 1900-09-06 · Heft 72 (6.9.1900) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 72 (6.9.1900)
Date
1900-09-06
Page
– (sequence 26)
Language
German
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v?* f-v; wampT 1493 aus dem Leben der Fischer von Scheveningen, sowie das vom Haager städtischen Museum erworbene Bild „Invaliden der See." Auch Landschaftsbilder von Strand und Düne hat er gemalt. Der Verstorbene war Ritter des goldenen Löwen von Nassau, sowie des belgischen Leopoldordens gewesen. T. England. London. Am 22. Wuguft oerftarb in seinem 81. Lebensjahre einer der größten jüdischen Staatsmänner Englands, der Baronet Sir Saul S a m u e l, der ein langes thatenreiches Leben der Entwickelung Australiens gewidmet hat. Am 20. November 1820 geboren, wunderte Sir Samuel schon als 16jähriger Knabe nach dem damals noch gänzlich uncivilisirten Australien aus, mit dessen Entwickelung und Wachsthum auch sein eigenes Wachsthum und seine Größe fortan innig verknüpft werden sollte. Nachdem er im Sydnev College seine Bildung vervollkommnet hatte, versuchte sich der Jüngling unter anfänglich großen Entbehrungen, aber mit wachsendem Erfolge, der Reihe nach als Viehzüchter, Goldgräber. Kaufmann und Industrieller. 1846 wurde er zum Richter des Territoriums Neu- Süd-Wales. und als 1866 das englische Parlament diesen! Territorium eine repräsentative Verfassung veri liehen hat, in das neue Parlament gewählt. Drei Jahre! später trat er in das Ministerium der Colonie ein, in! dem er ununterbrochen 01 Jahre verblieb. Er hatte an-! fangs das Portefeuille des Finanzministers, dann des j Generalpostmeisters inne. 1880 erhielt er den Posten i des Generalagenten von New-Soutb-Wales in London. j ein Hobes Amt, das vor ihm Niemand länger als drei I Jahre bekleiden durfte. Sir Samuel behielt aber die-! sen Posten länger als sechs Jahre, während welcher Zeit > er der Donen der General-Agenten der australischen i Colonien war. Seine hoben Verdienste um die austra- > lischen Colonien wurden von der Königin Victoria j durch Verleihung einer Reihe hoher Orden, darunter j auch den des Hosenbandes, sowie durch die Erhebung l zum Baronet anerkannt. Aber nicht nur um seine enaere i Heimath bat sich Sir Samuel verdient gemacht. Sowohl als Minister von Neu-Süd-Wales wie als Generalagent wirkte er für die von Lord Beaconsfield inaugurirte Politik des englischen Imperialismus, für die er den ersten wichtigen vraktischen Schritt chat, indem er 1882 ein australisches Eontingent an dem verunglückten Feldzug gegen den Mahdi theilnehmen ließ. Diese Waffenbrüderschaft auf dem Schlachfelde besiegelte den Bund der Colonien mit dem Mutterlande und legte den Grund zu dem von Beaconsfield geträumten „größeren Britanien." T. Türkei. Konstmitinopcl. (Sultan Abdul Hamid II. und die Juden.) Das Jubiläum der 25jährigen Thronbesteigung des Sultan Abdul Hamid II. ist am Samstag den 1. September von den Juden des gesammten türkischen Reiches festlich begangen worden. In Jerusalem ist an diesem Tage in der Nähe des Jaffathores ein Brunnen eröffnet worden, zu besten Kosten unsere armen Glaubensgenossen daselbst ganz erhebliche Summen beigesteuert haben. In Konstantinope! waren alle jüdischen Häuser beflaggt und am Abend glänzend illuminirt. Alle jüdischen Geschäfte waren während der drei Festtage geschlossen. In allen Svnagogen des weiten türkischen Reiches wurden am Samstag feierliche Festgottesdienste veranstaltet. Kostbare Geschenke wurden im Namen seiner jüdischen Unterthanen dem Sultan überreicht und selbst die karaitCche Genieinde von Haskoi hat dem kaiserlichen Jubilar ein kunstvoll in Gold und Perlen gefaßtes Gebet für den Sultan überreicht. Die Sympathie der Juden für den hohen Jubilar tomun ihnen aus vollem Herzen. Wir Juden sind ein dankbares Volk und kein gekröntes Haupt hat sich so viel Anrecht auf unsere Dankbarkeit erworben, als Abdul Hamid II. Unzählig sind die Wohlthaten, die er als Mensch sowohl wie als Beherrscher eines großen Reiches den Juden erwiesen hat. Vor jedem Peßachfeste sendet er dem Chacham Baschi 8000 Frcs. zur Verkheilung unter den jüdischen Armen. Als im Jahre 1880 ein Großfeuer in Konstantinopel 1000 jüdische Hauser vernichtet und über 6000 Juden obdachlos gemacht hat, errichtete Abdul Hamid ein Unterstützungs-Komitee, dessen Vorsitz er persönlich übernahm, und eröfsnete die Sammlung mit einer Spende von 20,000 Frcs. Die Judenverfolgungen in Rußland haben ihn aufrichtig betrübt und den verfolgten rumänischen Juden bat er in Kleinasien Land angewiesen und die Eolonisien mit großen Summen aus feiner eigenen Chatulle unterstützt. Aber auch als Staatsoberhaupt hat Sultau Abdul Hamid feine Sympathien „für das gesammte Haus Israel" dekundei. Unter seiner Regierung haben fünf Juden den Pascharang erreicht (die Militärärzte Dr. Elias Cohen, Fao, Jsaac Hadjes, Jaques Nissim und Jsaac Molho). Im Civildienst besitzen die Herren Daoid Effendi Mal ho und Aaron Effendi Leon den Rang eines Bali. Daneben gibt es noch 27 Juden, welche den Rang eines Obersten bis herab zum Capitän bekleiden. Im divlomatischen Dienste sind 15 Juden angestellt. Ein Jude, Exellenz Bohor Effendi Eskenasi, ist Mitglied des Staatsrarbes. Seit zehn Jahren trägt sich der Sultan mit dem Gedanken, die Juden zum Militärdienst heranzuziehen. So gerne aber die Juden ihrem Vaterlande auch die Blutsteuer zahlen möchten, so stehen dem doch in dem Berbote des Korans, Nichtmoslims zum Militärdienst zuzulasten, ein schwer zu beseitigendes Hinderniß entgegen. Als 1885 Griechen und Armenier, welche die von ihren Glaubensgenossen in Europa geernteten Lorbeeren offenbar nicht schlafen ließen, in den Borstädten Kon-

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