Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 72 (6.9.1900)
- Date
- 1900-09-06
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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1499 stantinopels einen Judenkrawall inscenirten, bewies ihnen Abdul Hamid, daß seine Haupstadt kein Wien, Prag oder Odessa ist, und daß im Herzen des türkischen Reiches keineswegs das erlaubt ist, was man im civilisirien Europa ohne großes Risiko thun darf. Eine scharfe Untersuchung wurde eingeleitet und eine strenge, aber gerechte Bestrafung der Rädelsführer bewies, daß die Türken doch beffere Menschen sind, als die unter dem Banner der Religion der Liebe stehenden Europäer. Endlich befahl Abdul Hamid, dem Oberrabbiner der Türkei von Staatswegen ein Jahresgehalt auszuzahlen, wodurch dieser zum türkischen Würdenträger resp. zum offiziellen Staatsbeamten erhoben wurde. Dafür fanden die Juden während des letzten griechiscb-türkischen Krieges reichlich Gelegenheit, ihren Dank an das edle und vornehme türkische Volk und dessen großmiithigen Herrscher abzustatten. Ungeheure Summen wurden damals von den Juden gespendet und Hunderte von jüdischen Freiwilligen ließen sich in die Listen eintragen. Auch mehrere ausländische Juden traten damals als freiwillige Krankenpfleger u. Aerzte in das türkische Heer ein. Der Sultan war über diesen rührenden Beweis der Dankbarkeit hoch erfreut und drückte seine Genugthuung in einem gnädigen Handschreiben an Rabbi Moses Levy, Ehacham Baschi von Konstantinopel, aus. Zu einer Zeit, wo selbst im Brennpunkt der Eultur, in Frankreich und Deutschland, der Judenhaß seine scheußlichsten Orgien feiert, ist es doppelt anerkennenswerth, daß in der „uncivilistrten" Türkei die Juden als vollwerthige Menschen anerkannt werden. T. Haifa. Vom Vau der Bahn von Haifa nach Damaskus kommen erfreuliche Nachrichten. Auf eine Strecke von öl Kilometer sind schon die Arbeiten fertiggestellt, darunter auch der große Einschnitt bei Tarbena, wo 70,000 Kubikmeter Stein und Erde zu entfernen waren. Bei Tarbena sind auch für die Arbeiter vier Steinhäuser errichtet und für den Aufseher ein Wellblechhaus, ebenso sind ein Kilometer vor Betsan Wohn- und Vorrathsgebäude hergestellt. Die Richtung der Bahn ist bekanntlich gegen den ursprünglichen Plan erheblich verändert, weil der Sultan gewünscht hat, daß die Strecke über Betsan (jetzt Besan genannt) gehen sollte, das der Privatschatule des Sultans gehört. Ueberhaupt geschieht seitens der Privatdomainenoerwaltung viel zur Hebung von Besan; so wird eine Fahrstraße nach dem Ghor und dieses aufwärts bis Tiberias gebaut, große Gartenanlagen, die in dem warmen, wasserreichen Klima gut gedeihen, sind angelegt worden ete. Bedauerlicherweise wird die Bahn also die jüdischen Kolonien im Hauran nicht berühren, während die bei Sased gelegenen nur den etwas umständlichen Weg über Tiberias werden benutzen können, der immerhin eine bedeutende Abkürzung der bisherigen Straße zur Küste vorstellt. ■r Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Red action nicht verantwortlich. Schluß der Iuseratenannahme ist stets: für die Montagsnummer, Sonntag Früh » Uhr, für die vonnerstagsnummer. Mittwoch Mittag 12 Uhr. »Ufer Statt gelangt regelmäßig Montag «nd Donnerstag in den Abendstunden furn Versandt. Neriamationen wegen?u späten Gintretfen» beruhe man bet der betreffenden Poftanstalt p» machen. Offerten auf Thiffcrannoncen werden täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, weilerbefördert. Sit einer streng rituellen Familie in' Hamburg findet ein junger Mann, der die dortige Schule besucht oder als Lehrling gute Pension. Offert, unter Rr. 000t an die Geschäftsstelle d. Blattes. Knaben, welche eine der hieß vorzügl. höheren Schulen besuchen wollen, finden in m. Familie liebevolle Aufnahme und gute Verpflegung. Gewissenhafte Beaufsichtigung fämmtl. Schularbeiten. Beste Referenz. Joseph Marx, Giessen, Religionslehrer und Eantor. [600J] KrnnbtM'g Knaben Kevlimt, Asctaaffenburg. Erziehungs- und Unterrichts-Institut. Aufnahme von Schülern, welche die In- Mtutsfchule, das Gymnasium oder die Realfchulebefuchen FachmännischeLeitung, Gewissenhafte Beaufsichtigung, Anleitung zum Studium, Nachhilfe. Inhaber find akadem. gebildet, autor. Rabbiner. Prospekt zur Verfügung. [20-U» fiTEL RÜGMER, Wurzburg. | [230b lOOO Antheilscheine ä M. 50. gibt eine neue Bersicherungs- Gesellsch auf Gegenseitigkeit gegen 5"<i p. a. Zinsen nnd 10"/o vom Reingewinn aus. Jede Anzahl Antheilscheine kann erworben werden. Off. unter Ehifsre V. 50JS0 an Haafenftein & Bögler, Ä.-G., 6 t u ttgart. 123/b nreit? sehr schön geformt, leicht blasend, zu billig. Preisen bei George Kramer, Hebr. ßuchhandlg., HAMBURG. Auswaylsendung. steh, zu Diensten. [6090