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Der Israelit · 1900-09-06 · Heft 72 (6.9.1900) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 72 (6.9.1900)
Date
1900-09-06
Page
– (sequence 25)
Language
German
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41. Jahrgang. Dritte Meikage zu M 72 des „Israelit". Literarisches. Tr. M. Roscnfcld, „Ter Midrasch Deuteronomium rabba Par IX u. XI," 2—10 über den Tod Moses, verglichen mit der Assumptio Mosis, kritisch behandelt, übersetzt und erklärt. Mit einem Anhang über den Tod Moses in der hebr. Poesie des Mittelalters. Berlin 1899. 96. §. „Ans dem Gebiete der Vergleichung der jüdischapokalyptischen Litteratur mit der des Midrasch ist bisher nur von Beer, „Das Buch der Jubiläen und sein Verhältnis; zu den Midraschim," ein Versuch gemacht worden." Den zweiten Versuch macht der Verfasser oben genannten Werkes, indem er in einer 33 Seiten fassenden Einleitung nach erschöpfender Darstellung des Inhalts und alles Wiffenswerthen über die Assumptio Mosis und des beweisenden Abschnittes vom Midrasch Deuteronomium rabba und seiner Quellen, das Verhältnis; der Assumptio Mosis zu den Midraschim einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung unterzieht. Deren Ergebnis; ist (S. 30s, „daß die Assumptio Mosis und die den Tod Mösts behandelnden Midraschim „aus einer gemeinsamen älteren jüdischen Tradition geflossen" sind." An diese Abhandlung schließt sich als eigentlicher Texithei! die Uebersetzung und Erklärung des kritisch hergestellten Tertes des.Deuteron. rabba. Von den zur Ermittelung der richtigen Lesart herangezogenen Parallelen — denn der Verfasser ändert säst nirgends ohne Belege für seine Meinung den Text — sind die beträchtlichen Auszüge aus dem handschriftlichen Midr. haggado! bemertenswerth. Die Hinweise aus verwandte arabische und samaritanische Legenden, sowie die aussührliche Darstellung der in's Thema einschlagenden Einzelsagen machen die Leetüre dieser ernsten und fleißigen Gelehrtenarbeit interessant und angenehm. Nicht unerwähnt mag bleiben die kräftige Abwehr geringschätziger Aeußerungen über die Rabbinen, die der Verfasser gelegentlich >S. 6, Note 1) zum Ausdruck bringt. Eingeleiiet durch den Nachweis des historischen Zusammenhangs zwischen Midr. und Pijut, bietet der Anhang eine sehr schöne Zusammenstellung der Litteratur über den Tod Moses in der Poesie des Mittelalters. Sehr geschmackvoll gewählt sind die fünf vollständig mitgetheilten Gedichte. Wer Vieles bringt, bringt Jedem etwas. So hat der gelehrte Verfasser durch diese ebensosehr von erstaunlicher Belesenheit, als Schärfe im Urtheil zeugenden Arbeit sowohl dem Gelehrten, wie dem Midraschkenner und dem Freunde hebr. Poesie einen dankenswerthen Dienst erwiesen. Möge das Werk in jüdischen Kreisen die Verbreitung finden, die es vollauf verdient. Dr. G. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin. Das Schreiben Bernhard Lazares an den Londoner Zionistenkongreß war an den hebräischen Journalisten Nachum Slustsch gerichtet und hatte folgenden Wortlaut: Sehr geehrter Herr! Zu meinem größten Bedauern traten in den letzten Tagen Hindernisse ein, die es mir unmöglich machten, meinen Wunsch, aus dem Kongreß zu erscheinen, verwirtlicheu zu können- Ich habe es auch Herrn Nordau geschrieben, der es den Delegierten miuheilen wird. Ich bitte Sie, wenn es Ihnen möglich ist. dem Kongreß in meinem Namen nachstehende drei 'Anträge unterbreiten zu wollen: 1) Für eine nationale Erziehung der Jugend zu ivirkeu. 2) Uebcrall, wo jüdische Arbeiter in größerer Anzahl wohnen, Produktionsgenossenschaften und Consumvereine, sowie landwirthschastliche Genossenschaften zu gründen. Solche Institutionen würden auch erzieherisch in volitische-u Sinne lvirken. 3) Die zionistische Partei nebst dem Aktionskomitee müssen „aus den Wolken herabsteigen." Sie dürfen nicht mehr ausschließlich in Zukunftsträumen sich bewegen, sondern müssen auch reale jüdische Volkspolitik treiben. Das Aktionskomitee muß auch die Initiative in Betreff der großen Sache der rumänischen Juden ergreifen. Thut es dieses nicht, so wird es ebenso tadelnswertst sein, >oie jetzt die Alliance. Ich beabsichtige, mich dcninäckst in einem ausführlichen Artikel darüber näher auszulassen. Grüßen Sie die rumänischen Delegierten von mir. Es thut mir sehr, sehr leid, sie nicht persönlich sprechen zu können. Ihr B. L a z a r e. Holland. .Haag. Am 24. August verstarb hier der berühmte holländische Maler Elchanon Verveer, der Greis mit dem Herzen eines Jünglings. Der Verstorbene, der ein Alter von 74 Jahren erreicht hat, wußte sich bis vor zwei Jahren, wo ein Gehirnschlag seinem unermüdlichen Schaffensdrang ein jähes Ende bereitete, sein scharfes Auge, das warme Herz und den frischen Humor in vollem Umfange zu erhalten. Berühmt sind seine Bilder

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