Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 71 (3.9.1900)
- Date
- 1900-09-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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7 ^^SDg^>^tzF,iW>^WUW 1464 Es war so still hier, so heilig still! Nur der Springbrunnen dlätscherte leise, und wären nicht vom Saale drüben die gedämpften Laute der Ballmusik herübergedrungen, man hätte wahrlich nicht glauben mögen, das; in diesen Räumen lautrauschende Weltlust ihre Feste feiere. Eine ganze Weile saßen wir stumm nebeneinander, bequem in die Polster zurückgelehnt und starrten den zierlichen Fischlein nach, die da unten über allerhand künstliches Steingeröll dahinschwammen. Herr Meyer, dem ich übrigens eine solch' ehrliche Entrüstung gar nicht zugetraut hätte, mochte sich wohl erst den Aerger über die Unversrorenheit Verthold Spier's hinunterwürgen. Was mich betrifft, so erwachten hier in der Stille meine persönlichen Sorgen mit verstärkter Macht. Was sollte werden, wenn die Papiere sich nicht erholten? Woher Geld für Zuschuß beschaffen? Meine Ersparnisse von vielen Jahren standen auf dem Spiele, mein ehrlich verdientes Geld, um welches ich mir all die zahllosen Genüße versagt hatte, in denen meine Altersgenossen zu schwelgen pslegten. Ich hatte ja keine schlechten Absichten! Ich wollte doch nur eine raschere Verstärkung meines Kapitals herbeisühren, nicht um es zu verpraßen — nein, nur um späterhin, wenn meine Eltern in einigen Jahren sich zur Ruhe setzten, ihnen auch meinerseits zu einem sorgenfreien Lebensabend beizusteuern! Und nun sollte Alles mit einem Male dahin sein? Meine edlen Absichten sollten durch einen plötzlichen Schicksalsschlag vereitelt wer Herr Meyer schien mir die Sorgen vom Gesichte abzulesen. Denn plötzlich sagte er ziemlich laut: „Aber Herr Gottschalk, Sie machen ja ein verteufelt ernstes Gesicht! Solch' junger Mann — und schon diese Sorgenfalten auf der Stirn!" Ich trug mein Herz auf der 3llrt?tc und erwiederte: „Ich habe auch Sorgen!" Und da kam mir auch schon der Gedanke, ob vielleicht dieser zwar manchmal etwas komische, aber im Grunde doch seelensgute Mensch mir irgend einen Rath wüßte. Persönliche Verbindungen hatte er ja mit der ganzen Stadt! Das war viel Werth. Kurz, ich entschloß mich, ihm meine Lage auseinanderzusetzen. Das that ich denn auch ziemlich ausführlich und er hörte mir aufmerksam zu. Als ich jedoch mit der Bitte um einen Rath meine Ausführungen schloß, zuckte Meyer bedenklich mit den Schultern! „Ja, lieber Freund, da ist guter Rath theuer!" sagte er. „Wieviel Zuschuß inüssen Sie geben?" setzte er dann hinzu. „Zweitausend Mark!" „Viel Geld!" „Aber was thun, was thun, Herr Meyer?" „Ja!" machte er, „am nächsten, dünkt mich, läge Ihnen doch Ihr Bruder!" „Nicht um die Welt!" rief ich. (Fortsetz. f.) Woch kn Malend er. Freitag, 7. September, 13. Elul. L>a b bat - An lang in Mainz und Frankfurt a. M 0 Uhr 30 Min. Samstag, <S. September, 14. Elul, Nän o Sabbät-Ausgana in Mainz und Frankfurt a. M. 7 Uhr 40 Min. Berlin 7 Uhr 23 Min. — München 7 Uhr 21 Min. Hannover 7 Uhr 3b Min - Stuttgart 7 3 s Min. — Prag 7 Uhr io Min - Straßburg 7 Uhr 40 Min. — Posen 7 Uhr 10 Min. Auflösung des Wreis-Wätl-fets in M. 64. Monat, nx — Vater, ,N Alaph, Betb. Unter den Einsendern der richtigen Lösungen wurde geloost und erhielt der Gewinner Herr Joseph Herz, Lehrer in Jttlingen, ein „Werk aus unserem Verlage" gratis und franco zugesandt. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal. Monta^g nnd Donnerstag-*, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an — Der Vuchhandrl verkehrt durch D. ß. Steinach er, Deiprig, Nosiplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitze!le oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — T irecte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr . für s Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3863. Telephon 315. Eine Rücksendung der an die Redactiou eingesandten Manuskripte stader nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückznvehalten Ltellensuchende erhalte« aus Wunsch die Inseraten Beilage vier Wochen lang gratis und sranco zugesandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des JnsertionsbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hanptblatt). Leitender Artikel: Toleranz. — Zeitungsnachrichten und E orrejpondenzen: Deutschland: Berlin. Hamburg. Frankfurt a. M. München. Aus Westfalen. Oesterr.-Ungar. 'Monarchie: NikolSburg. Turn Sewerin. Rumänien: Bukarest. - Feuilleton: Ein -schritt vom Wege. (Fortsetzung). Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Aus dem Leben eines Talmudjuden. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Hamburg. Rumänien: Bukarest. Extra-Beilage: Spenden-Verzeichniße. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei-Actten-Gesellschast in Mainz. Hierzu zwei Beilagen.