Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 69 (27.8.1900)
- Date
- 1900-08-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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WDWWUMWWV? 142! tcntcf it! ü’init etc Tvolae der diucic! omiiu’iu'ii 2(ns schrei jungen. 5icn»pcn t Posen», 20. Ang. Gine erhebende Feier ioeir es, loelehc an, bbcontag, den I-".. August e., die Mitgliedcr des stiirschnervereins zur Ginweihung der neu eingerichteten eigenen Synagoge vereinigte. Diese Feier un'.rde gelegentlich des Hierseins des Herrn Adolph Stahl, Mitinhaber der Firma Schwarz n. (5omy. in (stnatemata. t^. bl., veranstaltet, welcher aus eignen miitteln '.um blndeuten an seine verstorbenen Gütern das neue (stotteshans errichten lieh. Aach denn von .stantor F a »v i tz;ur Einleitung vorgetragcnen (sie fange „Wie schön sind deine stelle Jakob" begrüsste der Vorsitzende des Vereines, Herr David S ch a ch e r , die Gäste, ins besondere feierte er die hochherzigen Spender, Herrn Adolf Stahl und Frau, die zur Gimveihnng des von ilyie»! gestistclcn Gotteshauses herbeigceilt rvaren. Hierauf hielt in btertrelung des Herrn Rabb. Dr. Astinz, der im Bade weilt, der Schwiegersohn desselben, Zerr.st lein, eine schnrungvoll ,Findende Rede, die ans alle Zuhörer einen iiesen Gindruck machte. Iu loa innen, vom Geiste des Indenthums und der Huinanität durch »nehten bdorten siihrtc der Utedner das edle Wert des '»oebherzigen Spenders den toasten vor blugen, und .nit einem Dantgebet an Gott und einem Segen für das Werl der Familie Stahl schlost der Redner seine toir tungsvolle Ansprache. Gin Ghoralgesang beendete die glanzvolle Feier. Der b.torstand des Vereins glaubte sein Dantge siihl dem edlen Spender nickzck besser znm blnsl",,ck bringen z,n tonnen, als da st er demselben eine Dank ad re sie in prachtvoWin Ginbande überreichte und ilua and:;n>n Ghrenmitgliede des Vereins ernannte, blicht une>!oä>u!i soll es bleiben, da st Herr bldols Stalil nicht ulleiu allen b-ereiuen graste re (steldgeschente machte, so>i dern auch den blrinen aller (Konfessionen reick»!ie!:e lstnl'en pitommen liest. Wir tvollen nur wünschen und hofsen, vast -sterr Adolph Stalil. dessen Herzensgüte >uir ,\\\ nstede »holten ni.'aleu fcimni gelernt baden, sstn ferneres bstobtwollen keiner Vaterstadt erbalten möge. E n g l a n d. London, im Aug. Die Zionisten haben sich alle reit gang gut ans die Reklame und ans alle bst'ittcl und nblitte!cl>en des grasten Dam Dam verstanden, der ihnen, »nenn auch nur für den Angenbliet, die öffentliche Auf merlsamleit ginvendei. Davon g,engen die nnverhält nistmästig grasten Summen, mit der sie, >vie ihr jüngster A'estn'nschaftöbericht ausiocist, die Presse bedacht haben nnd fortwährend bcdenlen. Wie bislang iu Bafel, so umschwärmt auch jetzt in Lvndo,» ein ganger Stab von Reportern den .stongrest, nm seine Heilesbotschasten der Welt mitzntheilen. Gs lvar getvist nicht lediglich die Absicht, die Woche gut anznfangen, »velchc die Grösfnnng des diesjährigen stongrestes ans "ir 'xt“ verlegte. In London fängt der Sonntag eigentlich schon Sabbatnachmittag an. Um diese Zeit feiert der indische und nichtjüdische Arbeiter nnd eine dann einberniene Versammlung hat daher die günstigsten Ghaneen für einen reichlichen Besuch. Daß sich just um diese Zeit tausende von jüdischen nnd nichtjüdischen Gleiehgiltigen nnd Interessirten in der Great blssembly Hall einfinden, um den zionistischen Sport für einen Abend mitznmachen, hat daher in London nichts Befremdliches, selbst lvenn cS wahr sein sollte, das; Dansende wegen Platzinangel wieder abziehen mnstten. Aber loie in Deutschland, so ball auch in Gngland die jüdische Hautevolee sich von jedem Bertehr mit dem Zionismus nnd den Zionisten fern. Gine einzige Ausnahme davon mackst nur Sir Franeis Montefiore, der aber auch loeidlich als Aushängeschild benützt wird. Dieser Herr geht auch sonst seine eigenen Wege und hat schon in Basel den .stongrest besucht. Die Zahl der c-;-: r*u*~n hat er daher nicht vermehrt. Der gute Gindrnck, den eS machte, dast Herr C o - w e n , der Führer der hiesigen Zionisten, in seiner Be grüstnngSredc non dem Segen Gottes sprach, ver auf den Berhandlnngen des vierten.stongrestes ruhen möge, ivnrde durch die ivitzelnde, wenig würdige Persiflage abgeschivächt, mit ivelcher der Novellist Z a n g lv i l l von der göttlichen Vorsehung sprach. Ich erinnere mich nimt, je einen Menschen von weniger sympathischem Aensteren gesehen zu haben, als Zangwill. Wenn ein solcher abfällige Glossen über Gottes Vorsehung macht, nclimen sie sich iwch loiderioärtiger als sanft ans. H e r z l hat etlvas Vornehmes, Hoffähiges nnd Aristo!ratisches in seinen Reden nnd seinem ganzen blnftreien, das anel> Neu Gegner sympathisch berühr!, bl o r d a n ist l er geborene VoltSredner, der den Hörer mit sieb fort reibt durch eine Fluth geistreicher Apereüs, durch drastische Gleichniste nnd Bonmots, die, n.-enn sie die äckstengljsche nüchterne Prüfung auch nicht ertragen, doch immer dem Redner einen Augenblicks erfolg nepern. Z.anglvill kann jedoch durch den ge diegensten Inhalt seines Vortrages nicht den ullästethi s>Aen Gindrnck der Personliebkeit des Redners ver. loiseben. Dieser Herr hat sich nun als Vertreter der englischen vndenheit geriet >>nd als solcher daS Wort ergriffen. Wenn man den Redner ernst genommen und ibn »ach seinem Wandel gefragt hätte, so loäre gewiss selbst seine polnische Dreistigkeit etlvas Ivie in Verlegenheit gekonimein Die englische Indenheit empfindet teinerlei Bedürfnis;, bei den Zusammentünften der Zionisten oertreb-n zu sein: iedensallS aber wäre sie nicht der Gesehmacklos'gteit säbig, sich von Zanaivill vertreten zu lasten. Gbarakteristisch für die Anmastung dieses Redners ist die Behauptung, zu der er sich perstiegen hat: die Zionisten hätten gezeigt, dast sie die Hände der Vorsehung leiten könnten, indem die Vorsehung durch die Geister und Hände der Zionisten ihre Wirksamkeit entsalte. Das gilt aber doch nickst gerade von den Zionisten, sondern das hat der Weiseste aller Menschen einige