Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 68 (23.8.1900)
- Date
- 1900-08-23
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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I4l0 blasen harrt, so ertvartete man ungeduldig die Worte Herzl'5, mit denen er den Kongreß schließen würde, liegen 7 klhr erhob er sich, und in knappen Wendungen hielt er ungefähr folgende Ansprache: Meine Damen und Herren! Der vierte Kongreß 01 ,’,ii Ende. Die ^eit des Gedanlena»sta»sches ist für uns eigentlich vorüber. O'S soll nun die Zeit des Han deinbeginnen, dainit die Ergebnisse im folgenden Iaycc, soiveii sie von uns abhangen, nicht hinter den der vergangenen Zeit zurück blcivcu. Ich sage, soweit es von uns abbängt. Jedenfalls müssen lvir auf unserm Puutte thnn, lvas lvir tonnen. Manche, die unsere früheren Kongresse gesehen, haben gelviß eine Gleich sörmigteit in den Verhandlungen gefunden; aber sie vergessen, das; dies das Charakteristische jeder Volts Versammlung isl. Bevor ich Ihnen den Abschied gebe, bevor Die lvieder in die lveite Welt gehen, fordere ich Die ans, diejenigen Behörden, die Die sich für dieses Jahr gegeben haben, zu respektieren »nd anznerkennen. -Do nehmen lvir nun Abschied und gehen mit unserer alten Begeisterung, um /,1t wirken für unser altes 2aud und Ideal. Redakteur Dokolvw stattet im Namen der Versammlung dem Präsidium und dem Aktions-Komitee den Dank ab. Mr. G r e e n b e r g gesellt seine Dankesworte Ramens der englischen Delegierten hinzu. Gr sagt, daß man stolz sein könne auf die Arbeit, die in der Metropole der Welt soeben vollbracht lvorden sei. Möge Gott Herrn Dr. Herzl schützen und belvahren, damit er der Moses der Zukunft lverde, ebenso wie er sich als moderner Hiob durch seine Geduld und Ausdauer erwiesen habe. Zu Dank sei man auch Herrn Dr. Nordau, Mandelstauun und Dr. Gaster verpflichtet, letzterem, der vielleicht mehr als irgend einer in der Versammlung für das Judenthum und das große Ideal geleistet hat. Ganz besonders den Enthusiasmus u. die Dcenen im Daal zu beschreiben, bedarf es einer anderen Feder, als der eines Berichterstatters, der glücklich ist, endlich die Erlösung von seinen Leiden gesunden zu haben. Die Delegierten stimmten das hebräische rrb ti* :;'iTpr an, worauf die englische Nationalhymne und Hurahrufe auf die Königin folgten. Dann mußte der Saal geleert tverden, um dem Restaurateur Zeit zur Aufstellung der Tische für das folgende Bankett zu geben. Um 9 Uhr fand man sich wieder in dem gänzlich veränderten Saale ein. Anstatt der rothen Decken fand man tveiße Tischtücher, anstatt der Tintenfässer Blu menvasen und Fruchtkörbe. Biele der Herren hatten den Frack angelegt, und die meisten Damen helle Kleider. Insgesammt tvaren ettva 000 Gäste versammelt. An einem langen Quertische saßen die Mitglieder des Aktions-Komitees und deren Damen, zu denen sich noch einige fremde Herren gesellten. Als ob während der vier Tage nicht genug gesprochen worden wäre, ließ fast ein ganzes Dutzend Redner neue rhetorische Leistungen vom Stapel, von denen alle, mit Ausnahnre der Toaste von Herzl, Rordau, Zangwill und Gaster, hätten sortbleiben können. Das Diner ivar herzlich schlecht und stand in argem Kontrast zu den guten musikalischen Leistungen, die geboten lvurden. Spät in der Nacht trennie man sich mit dem Ruse: L'schono habo b'Ieruscholajim. Alte und neue Freunde umarmten sich und gaben sich luiebe rum Rendesvous für den nächsten Kongreß, um von neuem mehr von ihren Leiden, als von ihren Freuden zu erzählen. Zeitungsnachrichten und «Korrespondenzen. Deutschland. C oblcuz, DO. Aug. (Freie Erfindung oder Wahrheit?) Wir tverden um Ausnahme des nachfolgenden Schreibens ersucht: Wir sind leider genöthigt, mit Bezugnahme auf die Erklärung des Herrn M. Günther, Koblenz, in Nr. 64 des „Israelit" nochmals zur Abwehr zu schreiten und glauben, dieses am besten thun zu können, indem wir das nachstehende Schreiben des früheren Borstands Mitgliedes Herrn Earl Kallmann, Koblenz, z. Z. in Karlsbad, veröffentlichen: Karlsbad, 17. August 1900. Im Besitze Ihres Geehrten vom 10. e. bestätige ich wunschgemäß, daß Herr Bk. Günther, Koblenz, mir am ersten Samstag, als der Vorhang vor der Thoralade hing, erklärte: „Herr Leopold Salomon habe denselben, ohne ihn anzufragen, aufhängen lasten und ivenn ihn irgend ein Anderer angebracht hätte, dann ließe er denselben herunterreißen." Zu jener Zeit war ich in der Synagoge der Nachbar des Herrn Giinther und gehörte dem Borstandskollegium an. Ich errnächtige Sie, resp. das Vorstandskollegium, von dieser Erklärung entsprechenden Gebrauch zu machen. Mit freundschaftlichen! Gruß Ihr Carl K a l l m a n n aus Koblenz. Das Originalschreiben stellten wir der Redaction des „Israelit" zur Berfiigung. Hiermit ist der Gegenstand für uns erledigt. Der Vorsitzende des Vorstandes: Raphael L o e b. Der Vorsitzende der Repräsentanten: A. Nathan. Rumänien. Bukarest, im Aug. lZ n m A u s z u g e au s R n m ä n i e n.) Die Auswanderung aus Rumänien dauert trotz den großen Schwierigkeiten, welche sich der Emigration neuerdings entgegen thürmen, ungeschwächt