Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 68 (23.8.1900)
- Date
- 1900-08-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1398 das Wort, und feierte die Toleranz der Stadt Rees, die Toleranz und Gesinnung der Anwesenden, und in erster Reihe die beispiellosen und hervorragenden Eigenschaften des Herrn Superintendenten, die ein Gedenkblatt in der Geschichte der israelitischen Gemeinde Rees bleiben werden, die ihm, dem Redner und seinen antvesenden isr. Collegen Beranlassung gäben, weithin zu verkünden, welche Eintracht lind tvelcher Frieden hier herrsche. Im Laufe des Abends kamen die Herren und Damen von den Gesangvereinen „Rheinklänge" und „Harmonia"; am Vorabend des Festtages hatten diese Vereine ihrem Ehrenmitaliede und Musikfreunde ihre Glückwünsche in Liedern dargebracht. Und als um 3 Uhr in der Frühe die Festtheilnehmer sich trennten, trugen mit ihnen die Wellen des Rheines die Akkorde dieses Festes in alle Welt. Ich schließe mit den Worten eines Festdichters: Mög' ferner Dich der Himmel hüten Vor jedem Leid und Ungemach, Dein Alter sei ein süßer Frieden, Ein einzig großer Ruhetag. E. L. Pad Nauheim. Obwohl in diesem Jahre die Zahl der Kurgäste nicht die des vorigen Jahres erreicht, ist sie doch eine sehr große. Unter ihnen befinden sich viele Israeliten aus allen Welttheilen, die hier Heilung und Linderung suchen. Richt allen Kranken wird aber die Freude zu Theil, hier das Gesuchte zu finden. Innerhalb drei Wochen, die ich hier tveile, sind nur bereits drei Falle bekannt geworden, daß israelitische Kranke hier starben. Für die Aufbewahrung israelitischer Leichen ist aber von der tleinen.israelitischen Gemeinde Hierselbst bis jetzt gar keine Fürsorge getroffen, ein Uebelstand, der von vielen Israeliten in sehr unangenehmer Weise empfunden worden ist. Wohl hat anläßlich eines Todesfalles ein Russe 1000 Rubel zur Errichtung einer israelitischen Leichenhalle gespendet, auch sind noch andere kleinere Spenden hinzugekommen; aber es fehlen noch 3—4000 Marl, um eine zweckmäßige, den religiösen Anforderungen entsprechende Leichenhalle errichten zu können. Auf diesen Uebetstand sotten hiermit alle die Kreise aufmerksam gemacht werden, die seine Entfernung beseitigen können. Es werden sich gewiß in der großen israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M., deren Wohlthätigkeitssinn sich so oft glänzend bewährt hat, Männer finden, die in Bälde die Herstellung der entbehrten Leichenhalle herbeiführen können, womit sie vielen israelitischen Kurgästen eine Wohlthat bereiten werden. K. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Nikolsburg, 19. Aug. Freitag, am Vorabend des Geburtstages des Kaiser Franz Joseph, wurde in der schön dekorirten Altschulsynagoge ein besonders feierlicher Festgottesdienst abgehalten. Die Spitzen der Behörden und Vertreter verschiedener Corporationen waren zugegen. Die weiten Räume konnten die Einlaßbegehrenden kaum fassen. Herr Obercantor Adolf N e u f e l d leitete den trefflichen Chor und executirte die Gesänge mit vollendeter Meisterschaft. Seine Solovorträge übten eine mächtige Wirkung aus. Die ergreifende Festpredigt hielt Se. Ehriv. Herr Rabbiner Dr. D. F e u ch t w a n g. Zw. lDie aus vielen anderen österreichischen und ungarischen Plätzen uns zugegangenen Festberichte haben wir ihres fast gleichlautenden Inhaltes ivegen nicht zum Abdruck bringen können. Red.) Personalien. München, im Aug. Ein in weiten Kreisen bekannter und geschätzter Mann, Herr Nathan H i r s ch , ist am 10. d. nach langem und sehr schwerem Leiden verschieden. Am 3. Juli 1333 in Jchenhausen (Bayern) geboren, kam ec nach vorhergegangener kaufmännischer Thätigkeit (in Bamberg, Mainz), im Jahre 1858 nach München, wo er auch bald das Bürger- und Heimath recht erlvarb. Roch im gleichen Jahren trat er in die bekannte Millyterzen- und Seifenfabrik (E. Wasser mann) zuerst als Prveurist, später als Theilhaber ein. Unter seiner Mitarbeit entwickelte sich dieses Etablissement aus kleinen Anfängen zu einem in der Branche hoch bedeutenden und tonangebenden Unternehmen. Der Verstorbene zeichnete sich durch ausgeprägten Gemeinsinn und durch mannigfache Bürgertugenden aus; das Vertrauen feiner Mitbürger innerhalb der hiesigen israelitischen Gemeinde berief ihn iin Jahre 1878 in die Eultusverwaltung, welcher er seitdem ununterbrochen bis zu seinem nun erfolgten Hinscheiden als eifriges und ivegen seines friedliebenden, eoneilianten Wesens allgeinein beliebtes 'Mitglied angehörte. Die riesige, aus allen Kreisen rekrutirende Theilnahme an seiner Bestattung legte Zeugniß ab van den vielseitigen, auf rief; tigen Smnbathien, deren sich der Dahingeschiedene zu erfreuen hatte. Vermischtes Münster. Die Antisemiten beabsielstigen, anstatt der Bez ichming „ Leutschsoeiale Reformvartei", den Namen „Deutsch nationale BoikSvartei" anzunelnnen. Das soll wenigstens auf dein nächsten ch'a> leilag beantragt weroen. Feuilleton Lin Schritt von» Wege. Züdischr? jHopeffc Don Arnold Mann. ■'1 Da fanden beim meine Eltern, daß sie vollauf mit uiir zufrieden sein konnten. Und in der That, ich war dem Gelübde, das ich mir in meinen Jünglingsjahren hundertfach wiederholt hatte, treu geblieben. Zumal nach jenem benkivürdigen Sabbatnachmittag, an dem Herr Leopold Frvmann bei Tische seine herrlichen Ideen über religiöse Cvnsequenz entwickelt hatte, und der mir mit jedem seiner Worte zeitlebens im Gedacht-