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Der Israelit · 1900-08-20 · Heft 67 (20.8.1900) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 67 (20.8.1900)
Date
1900-08-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Jahr zu Jahr gewachsen, sie war mächiig erstarkt an der Schönheit und an dem zauberhaft süßen Wesen dieses wunderbaren Mädchens, mit dem ich nie auch nur von Ferne andeutend ein Wort über meine Empfindungen gesprochen hatte und von dem ich doch mit dem glücklichen Instinkt der Jugend wußte, daß sein Herz dem meinen nicht minder heiß entgegenschlug. Es waren nur Kleinigkeiten, die mir als Boten dieser Gewißheit galten; geringfügige Worte, unbewachte Blicke, nebensächliche Fragen, aus denen ich wie der Goldsucher im Flußsande die blinkenden Stäubchen durchschimmern sah, die mir als Gewähr dafür galten, daß auf dem Grunde dieser Mädchenseele ein Goldschatz von Liebe ruhte, den ich zu heben bestimmt war. So war mir denn auch mein stetiges Avancement im Hause Fromann eine doppelte Freude. Es dünkte mir nicht nur ein Beweis meiner wachsenden kaufmännischen Fähigkeiten sowie des sich stets steigenden Vertrauens meines Chefs zu sein, es bot mir auch den sicheren Grund dar, auf dem meine Liebe zu Jda Fromann dem Ziele ihrer Sehnsucht entgegenreifen konnte. Was war natürlicher, als daß Herr Leopold Fromann den jungen Mann, den er ohnedies in sein Herz geschlossen, desten Lebensweg er die ganzen Jahre hindurch so sorgfältig überwacht hatte und den er thatsächlich ckls aufrichtigen, braven Jehudi nach seinem Herzen kannte, was war natürlicher, als daß Herr Fromann diesen jungen Mann für seine einzige Tochter zum künftigen Schwiegersohn bestimmt hatte? Der Gedanken mußte dem Chef kommen; es war nicht anders denkbar. Und wenn er nun gar zu der Erkenntniß kam, daß die Herzen der beiden jungen Leute ohnehin einander entgegenschlugen und es nur galt, den zarten Keim zu hüten, um ihn dereinst dem herrlichen Erblühen entgegen zu führen, ivie würde dann der beglückte Vater mit doppeltem Eifer das Ziel auch selbst herbeisehneu, welches den Liebenden so leuchtend vor der Seele stand! Bis jetzt allerdings waren diese meine Vermuthungen, die mir in mancher stiller Stunde durch daS Gemiith zogen, durch nichts Wirkliches bestätigt worden. So wenig zwischen Jda und mir noch irgend eine Aussprache erfolgt war, so wenig deutete in dem Benehmen meines Chefs irgend etwas auf einen Grad von Vertraulichkeit hin, den ich in dem von mir so heiß ersehnten Sinne hätte deuten können. Im Geschäft nach wie vor streng und durchaus sachlich, war Leopold Fromann im Privatumgang zwar von ungeminderter Herzlichkeit, mehr aber auch nicht. Wenn er sich wie die langen Jahre her auch jetzt noch fort und fort um meine religiöse Führung bekümmerte, meine Fortschritte im jüdischen Wißen mit Eifer verfolgte, sich wohl auch selbst einmal in ein Gespräch über jüdisch-wissenschaftliche Dinge mit mir einließ, so konnte ich das einfach noch aus Rechnung des heiligen Versprechens setzen, welches er dereinst meinem Vater gegeben hatte und welches inzwischen oft genug, schriftlich wie mündlich, erneuert worden war. Denn mein Vater hatte sich alljährlich einmal persönlich nach mir umgesehen. Auch ich war einigemale gelegentlich einer Reise, die ich in geschäftlichen Dingen für meinen Chef unternommen hatte, im elterlichen Hause eingekehrt. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Kkllenbkr. Donnerstag, 23. August, irs. Ab, D"'. Freitag, 24. August, 29. Ab. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M 7 Uhr — Min. Samstag, 25. August, 30. Ab, n"Tt n nto. Sabbat-AuSgang in Mainz und Frankfurt a. M. 8 Uhr 15 Min. Berlin 7 Uhr 57 Min. — München 7 Uhr 50 Min. — Hannover 8 Uhr 09 Min- — Stuttgart 8 09 Min. — Prag 7 Uhr 40 Min -- Straßburg 8 Uhr 10 Min. - Posen 7 Uhr 44 Min. Sonntag, 20. August, i. Elul, pppDi n"-n 'a dv. Der „Israelit" erscheint wSfhentlirb zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an — Der Buchhandel verkehrt durch V. W. Steinacker, Leipzig, Voßplntz jb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis oer Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3863. Telephon 315. Eine Rücksendung der an d.ie Redaetio» eingesandten Manuseripte findet nicht statt, «an vittet deshalb, sich von asten Einsendungen eine Eopie zurückznbehalten Gtellensuchende erhallen auf Wunsch die Jnseraten-Beilage vier Wochen lang gratis »nd franco zugefaudt Ebenso stunden wir aus Wunsch die Zahlung des JnfertionSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen._ Inhalt: (Hauptblatt). Leitender Artikel: Drei Audienzen. — Zestungsnachrichtenünd'Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Königsberg. Hanau. Aus Oftpre>ißen Aus Thüringen. Friedrichsladt. Oesterr-Ung. Monarchie: Prag. Frankreich: Paris. Rußland: Warschau. Amerika: Montreal. — Personalien. — Literarisches. - Feuilleton. bin Schritt vom Wege. (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Reisebriese aus der Schweiz. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Köln. Rußland: Petersburg. Minsk. Odessa. Inhalt der zweiten Beilage: Vierter Zionisten Congreß. Extra-Beilage: Sprüche der Väter. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstrabe Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen

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