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Der Israelit · 1900-08-20 · Heft 67 (20.8.1900) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 67 (20.8.1900)
Date
1900-08-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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v ^waegyspr? : 1374 LanVlvirthschaft beschäftigt werden können, zu verhindern. Alle Zweige des Handwerks sind überfüllt, das belveisen die zahlreichen Arbeitslosen in den Städten. (Gerade Letztere ziehen Alles an sich und für das Land, das einsame Prairieleben, herrscht wenig Neigung. Personalien. Adelohcim. Bor einigen Tagen verschied dahier im 46. Lebensjahre Herr Hirsch H a n a u e r. Verliert die politische Gemeinde an ihm ein schätzbares Mitglied im Bürgerausschuß, so reiszt sein früher Tod eine viel schmerzlichere Lücke in die kleine Zahl der jiidischen Gemeinde, deren Zierde der Verblichene war. Seiner Wirksamkeit als Synagogenrathsmitglied, die sieh durch ungeheuchelte Frömmigkeit und streng-religiösen Sinn auszeichnete, ist es mit zu verdanken, das; die Institutionen der Gemeinde genau nach den Vorschriften unserer Religion erhalten wurden. Jederzeit, insbesondere an den Jomim nauroim, leistete er seit 17 Jab ren der Gemeinde opferwillig Dienste als Baal Tefila, auch öfters als Tokea und Koreh. Durchdrungen von innigster Gottesfurcht lieh er sich Mizwoh kalo ebenso gewissenhaft angelegen sein, wie Mizlvoh chamuro. Leutselig, friedliebend, und äufzerst looblthatig, besonders im Stillen, tvar er bei Juden wie Andersgläubigen sehr angesehen. Nicht nur seinen Verwandten, sondern Jedem, der näher im Verkehr mit ihm stand. >var er ein wahrer Freund und Berather, ein Helfer in der Noth. Sein Andenken wird fortleben bei Allen, die ihn kannten. Möge der Allgütige de» herben Schmerz der tiefgebeugten frommen Gattin, mit neun unmündigen, religiös erzogenen Bindern in seiner großen Barmher zigteit lindern. Literarischrs. „Presrburger Gheiiobilder," von Hermann Löwin g e r. Druck und Verlag der Joh. W i r t h - s ch e n H o f b u ch d r u ck e r e i Act i enge s e l l s ch a f t. Nk a i n z 1900. 120 S. Preis 1 Mark. Das obenbenannte, vor kurzer Zeit in diesen Blättern angekündigte Merkchen unseres geschätzten Mitarbeiters Herrn Hermann. Löwinger in Frankfurt a. M. hat dieser Tage die Presse verlassen, und ist da mit der jüdische Büchermarkt um ein sehr interessantes, das jüdische Cultusleben der ältesten der Judengemeinden Ungarns, beleuchtendes Buch bereichert worben. Wie bereits seinerzeit hervorgehoben, enthalten die „Preßburger Ghettobilder" eine reichhaltige Sammlung von theils im „Israelit" und anderen hervor ragenden jüdischen Zeitschriften erschienenen, zum Theil noch nicht veröffentlichten interessanten naturgetreuen Schilderungen der originellen Typen und Erzählungen aus dem „alten Preßburger Judcnghetto," humoristischen wie auch ernsten Inhaltes. Das in fünf Abschnitte eingetheilte Werkchen enthält: 1. Typen aus der Preßburger Judengasse, 2. Jüdische Sagen und Alter thiimer in Preßburg, 0. Leben und Treiben der Preßburger Jeschiwa, 4. Jiidische Feste in Preßburg, 5. Vermischtes. Nach Einsicht desselben können wir dem Verfasser nur unser vollstes Lob spenden. Seine Zeichnung der originellen Tvpen aus der Preßburger Judengasse sind erfiillt von gesundem und köstlichem Humor, Ivelche die Lachmuskeln des Lesers in Belvegung setzen müssen. Dieselben sind aus dem vollen Leben gegriffen und psychologisch bis in die feinsten Details durchgearbeitet. „Die Sagen und Alterthiimer in Preßburg" sind in be^ sonders schönem und anregendem Style geschrieben und verbreiten Licht über das niysteriöse Dunkel, in welches so manches Blatt der Geschichte des alten Preßburger Judenghettos vor 200 Jahren gehüllt ist, und wird das Interesse jedes Altenhnmssorschcrs in hohem Maße anregen. Die getreue Schilderung deS „Lebens unb Treibens der Preßburger Jeschiwa," deren Freguentant der Verfasser viele Jahre hindurch gewesen, wird bei dem Kenner derselben und bei den Tausenden von Schülern, von denen noch heute Viele als hervorragende Rabbiueu in den berühmtesten jüdischen Gemeinden »oirlen, angenehme Jugenderinnernngen eooecken, doch auch bei den Fernstehenden das Jutereste für diese seit Jubchuuderteu bestehende größte Jeschilva Ungarns und Deutschland-, die noch jetzt mehr als 000 Rabbi uatsschülcr zählt, in hohem Maße wachrufeu. b^i'ne auzielzeude LeOiice toicd aucl, denk Leser'die itu letzten Abschnitte enthaltene Beschreibung der feierlichen Be gehnng des „Pesaehsestes", sonne des lustigen Treibens in der Preßburger Judengaye am „Pnrimfeste" bieten. Der reichhaltige Inhalt der „Preßbtirger Ghettobilder" steht tu keinen' Verhältnis; zu dem billigen Verkaufsvreis derselben, b'üir ivüirschen dem Merkchen, das in keiner Familienbibliothek fehlen sollte, die iveiteste Verbreitung. Feuilleton. Ein Schritt vom Wege. Indische Gloriette von Arnold Mann. s ] Wie herrlich und wie treffend das gesagt war! Keiner am Tische tonnte sich der Wucht dieser BeweiSführung entziehen, und selbst der Neffe, an den die Worte Herrn Froniann's unmittelbar gerichtet waren, sagte nach einer kurzen Pause kleinlaut: „Ja, Du hast recht, lieber Onkel!" Schon nach kurzem Besinnen jedoch setzte er aufblickend hinzu: „Allein mich dünkt doch. Du schüttest daS Kind mit dem Bade aus! Sieh' mal, in den sogenannten frommen

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