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Der Israelit · 1900-08-20 · Heft 67 (20.8.1900) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 67 (20.8.1900)
Date
1900-08-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1371 weil uns an demselben das erste u. höchste irdische Gut — das Leben geschenkt wird. Am Sterbetage dagegen können wir das höchste himmlische Gut, die Krone des Lebens, erwerben. Da klagen Biele, daß sie in die Niederungen des Lebens verseht worden, indeß Andere auf dessen Höhen wandeln. Das Höchste, was selbst kaiserlichen Kronen ihren wahren Glanz verleiht, ist doch einem Jeden, wohin ihn auch das Geschick gestellt hat, erreichbar. So lasset uns denn nach dem Ruhme jener unvergänglichen Krone ringen, die micfi Kaiser und König im Schweiße ihres Angesichts sich selbst erst erwerben muffen. Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Berlin, ID Plug. In einer der letzten Nummern der hiesigen Wochenschrift „Die Gegenwart" hatte ein Herr Thomas dafür plaidirt, daß, „um den wachsenden Antisemitismus, den alten Streit für und gegen die.Juden aus der Welt zu schaffen, womöglich von gelehrten und unparteiischen Männern unter staatlicher Aufsicht die „jüdischen Geheiinschriften" übersetzt werden mögen." In der dieslvöchentlichen Nuinmer desseiden Blattes persiflirt Prof. W. Mentzel diesen „gnb gemeinten Borschlag," verweist auf die Iviederholten gleichen Anregungei,, auf die Kennzeichnungen, tvelche sie von berufener Seite, am Nachdrücklichsten von dem ivackeren Pros. Sirack, erfahren haben, und schließt mit den l ressenden Worten: „Wenn es den Antisemiten Vergnügen macht, für die llebersetzung eine Million auszugeben — so viel wird nach Kennern die Ausgabe betragen — so mögen sie das Geld aufbringen und sich alle „Geheimschriften" übersetzen lassen. Kein Jude wird etwas dagegen haben. Nur die llebersetzer n ln Rohling würden sich die Juden mit Recht verbitten. Und endlich: ivie soll man dem beweisen, der nicht nachprüfen kann, auch nicht zu belehren ist? Die Gegner ivürden doch sagen: Der Jude wird verbrannt." >>anan, 18. Aug. Wir werden um Aufnahme der nachstehenden Notiz ersucht: Ihr Bericht über die hier stattgehabte Rabbinerwahl entspricht nicht ganz den Thatsachen. Wir bitten Sie deßhalb, dem nachstehenden, der „Frankfurter Zeitung" entnommenen Bericht, in Ihrem geschätzten Blatte Raum zu geben. Derselbe lautet: In der gestrigen Sitzung des Borsteheramtes der Israeliten ivurde die Neuwahl eines Rabbiners für die ehemalige Provinz Hanau vorgenommen. Sie fiel auf Herrn Dr. Salomon Bamberger - Burgprebbach. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug sechs, die drei Hanauer Mitglieder stimmten für S. Bamberger, die drei auswärtigen (Gelnhausen und Schlüchtern) für Dr. Cohn- Basel. Der Vorsitzende gab dann, wie dies bei Stimmengleichheit bis jetzt immer der Fall war. mit seiner Stimme den Ausschlag für Bamberger. Die drei auslvärtigen Mitglieder protestirten hiergegen, der anwesende Regierungsvertreter schwieg zu dem Protest. Königsberg, im Aug. (Rabbiner-Einführung.) Am vergangenen ivn: t mer wurde der neuerwählte Rabbiner Dr. N. N o b e l - Köln feierlichst in sein Amt eingeführt. Die Feier nahm schon am Freitag Abend ihren Anfang. In der festlich mit Lorbeerbäumen geschmückten Synagoge der Adaß-Jsroel hatte sich eine große Zuhörerschaft eingefunden, um Zeuge der erhebenden Feier zu sein. Nachdem das Lecho-Daudi und der Schabbos-Mismor von unserm Cantor Herrn Canter vorgetragen war, ergriff der Vorsitzende Herr Stadtverordneter Kaufmann A. Aron das Wort, um den Herrn Rabbiner im Namen der Gemeinde zu begrüßen. In schlichten, aber aus der Tiefe des Herzens kommenden Worten ermahnte er die Gemeindemitglieder zu weiterem treuen und festen Zusannnenhalten, aber auch gleichzeitig erinnerte er den Herrn Rabbiner an die schweren Pflichten, die seiner harren. Er gab auch der besonderen Freude und des großen Glückes Ausdruck, daß es gelungen, Herrn Rabbiner Nobel als Nachfolger des allverehrten Dr. Munk gewonnen zu haben und sprach die sichere Hoffnung aus, daß es ihm mit Gottes Hilfe auch gelingen wird, ein segensreiches Wirken in der Gemeinde zu entfalten. Alles war von den Worten des Redners auf's tiefste ergriffen, und sichtlich gerührt bestieg unser nuninehriger Rabbiner die Kanzel. In kurzen Worten dankte er für das große Vertrauen, das ihm die Gemeinde durch seine Erneu nung entgegengebracht hätte, und indem er der Hoffnung Ausdruck gab, daß auch unter seiner Leitung der Segen Gottes nicht fehlen werde und er daher zuver sichtlich in die Zukunft blicken könne, schloß die Rede und damit der erste Theil der Feier. Ihre Fortsetzung fand dieselbe in der am Samstag Vormittag gehaltenen Antrittsrede. Auch da hatte sich eine große Zuhörerschaft, ja eine noch größere als am Abend vorher, eingefunden, so daß die etwas zu spät Gekommenen außerhalb der Reihen stehen mußten. In einer fast dreiviertelstündigen meisterhaften und formvollendeten Rede entwickelte unser Rabbiner sein Programm. Wir übergehen eine Inhaltsangabe der Rede, da dieselbe demnächst im Druck erscheinen wird. So viel können wir aber konstatiren, daß jeder Einzelne über das Gehörte sichtlich erfreut war, und erst jetzt ein Jeder das Glück begriff, von welchem unser Vorsitzender am Vorabend sprach. Alle verließen die Synagoge mit dem Bewußtsein, daß keine bessere Wahl hätte getroffen werden können und man gibt sich der Hoffnung hin, daß es unserm Rabbiner gelingen wird, die Gemeinde zu festigen und zu kräftigen. Bei dieser Gelegenheit sei uns auch gestattet, das nachahmenswerthe Vorgehen der hiesigen

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