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Der Israelit · 1900-08-13 · Heft 65 (13.8.1900) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 65 (13.8.1900)
Date
1900-08-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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-,r 1334 Morgen OJJtontag) fängt die ernste Arbeit in Queen's- Hall an. D. B r i l. M a x I u n g in a n n. Zeitungsnachrichten und Carr-spandenzen. Deutschland. Mainz, 12. Aug. Im Großherzogthum Hessen sind bis heute die folgenden Summen zu Gunsten der rumänischen Juden nach Mittheilung des hiesigen Comitees gesammelt worden: In Rheinhessen 20,119.10 Mark, hiervon entfallen auf Mainz Mk. 17,430.16, auf Bingen Mk. 1000. In Starkenburg Mk. 10,179.17, hieran ist Darmstadt mit Mk. 9000 betheiligt. In Oberhessen M. 874.36, zusammen Mk. 31,172.62. Nach einem Beschlüsse der heute hier versammelt gewesenen Delegierten soll von dieser Summe der größere Theil der „Alliance isr." in Paris zur geeigneten Verwendung in Rumänien selbst zur Verfügung gestellt werden, während der Rest des Betrages einstweilen noch zur Verwendung für die am Orte Durchreisenden oder für spätere Entschlüsse an der hiesigen Depotstelle verbleiben soll. Von den in Frankfurt gesammelten Beträgen, die sich wohl auf insgesammt Mk. 400,000 belaufen dürften, sind etwa Mk. 100,000 am Platze selbst beziehungsweise in Rotterdam verwendet worden, während der Alliance in Paris einstweilen Mk. 80,000 gesandt wurden. Ein größerer Theil des übrig bleibenden Betrages soll den Absichten der Spender gemäß für Galizien verwendet werden. Bayreuth, 8. Aug. Am 1. August feierte Herr M. S i l b e r st e i n sein 26jähriges Jubiläum als Kultusbediensteter der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde. Aus Anlaß dieser Feier war der Platz des Jubilars in der Synagoge mit Blumen geschmückt. Am Samstag überbrachten ihm in der Wohnung Herr Rabbiner Dr. Kusznitzky sowie eine Deputation der Kultusgemeinde die Glückwünsche der Gemeinde und sprachen ihm unter Worten ehrender Anerkennung den Dank für die allzeit bewiesene treue Pflichterfüllung aus, wofür der Gefeierte bewegten Herzens dankte. Die Kultusgemeinde ließ ihm mehrere Geschenke überreichen: einen Pokal und eine Prachtbibel, ein Meisterstück an Ausstattung und Illustration. Aus Schwaben. Wieder hat die Gemeinde Fischach einen schweren Verlust erlitten, denn der würdige, brave Mann, der echte Jehudi, Herr Max Groß s. A., wurde in seinem 49. Lebensjahre von seiner irdischen Laufbahn abberufen. Welcher Verehrung, welcher Beliebtheit der Verewigte sich zu erfreuen hatte, konnte ma» bei der m‘:ip wahrnehmen, die ein wahrer ctrn [Vrrp gewesen. Ein großer Zug folgte der Bahre. Verwandte und Freunde aus Nah und Fern waren herzugeeilt, um dem Theuren die letzte Ehre zu erweisen. Die Verwaltung der politischen Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, ihrem Kollegen — der Verlebte gehörte derselben sieben Jahre als Mitglied an — den letzten Liebesdienst zu erzeigen; die Ortsfeuerwehr beschloß den Zug. Am Grabe sprach Herr Lehrer Hirsch mann, selbst auf's tiefste ergriffen, Worte der Trauer und des Abschiedes und gab ein herrliches Charakterbild des Verewigten, ihn als treuen Gatten, fürsorglichen Vater, innigliebenden Bruder und wackeren Freund und Bürger zeichnend. Oe st er r. -Ungar. Monarchie. Wien, 9. Aug. (Die rumänischen Aus- Wanderer.) Unweit des Holzer'schen Strombades am linken Donauufer ist seit ungefähr vierzehn Tagen für die rumänischen Auswanderer ein schwimmendes Asyl errichtet worden. Die Donau-Dampfschifffahrt- Gesellschaft, die sich überhaupt in humaner Weise der armen Emigranten annimmt, hat für diesen Zweck aus freien Stücken mehrere Schlepper unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Auf festem Grund verankert, dienen die Schiffe, zu einem großen Körper vereinigt, den Auswanderern als Wohnstätte, doch ist ihnen das Verlassen dieses schwimmenden Gebäudes untersagt. Die ursprünglich etwa tausend Personen starke Gruppe ist jetzt schon stark gelichtet und fast auf die Hälfte zusammengeschmolzen. Die Andern wurden für die Weiterfahrt nach Amerika ausgerüstet und schwimmen wahrscheinlich schon auf hoher See. Die Bedauernswerthen, die noch auf den Schleppern weilen, werden wieder in ihre Heimath zurückbefördert werden. Es sind Väter mit Weib und Kind, die, da sie ihre Familie nicht mitnehmen konnten, es vorziehen, lieber in das alte Elend zurückzukehren, als sich von ihren Angehörigen zu trennen und sie ihrem Schicksale zu überlassen. Wenn man den Landungssteg passirt hat und das Deck der Schlepper betritt, so hat man Gelegenheit, die Auswanderer in ihrem Thun und Treiben zu beobachten. In einer Ecke sitzen die Mädchen, emsig mit Handarbeiten beschäftigt, während sich die Frauen an den beiden Feuerherden, die sich auf Deck befinden, mit Kochen zu schaffen machen. Teilnahmslos und mit verdüsterten Gesichtern stehen die Männer in Gruppen beisammen, verbittert über die Hilflosigkeit ihrer Lage, die sie nicht ändern können. In rührendem Contrast zu diesem traurigen Bilde sieht man die Kinder sich ihren fröhlichen Spielen hingeben. Die Mahlzeiten bekommen die Auswanderer auf die Schlepper zugeführt. Auch unter der christlichen Bevölkerung der Donaustadt erweckt das elende Loos der Flüchtlinge Theilnahme und Mitleid. Ein Bäckermeister Namens Großschopf, der für die Armen das Gebäck liefert, sendet fast

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