Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 64 (9.8.1900)
- Date
- 1900-08-09
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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135 <?>-,•• r;> —'"-' hell noch geräumig. Eine der znerst za lösenden Aufgaben würde also die Miethe oder der Ankauf eines geeigneten Schullokales sein. Dreihundert Kinder zum wenigsten sind jetzt schon bereit, die Schule zu besuchen; wir werden in unserer Aufgabe durch einen Verein junger Leute, der sich vor einigen Monaten gebildet und viel dazu beigetragen hat, die Lernlust unter unseren Glaubensgenossen zu erwecken, recht wacker unterstützt. Einige Monate später schrieb Herr C a z e s: Seit den ersten Tagen der Anstellung sind bemerkbare Fortschritte erreicht worden; man urtheile selbst. Seit dem Monate November, kaum vier Monate nach der Eröffnung, zählt die Knabenschule 421 Schüler, von denen 117 zahlende und 304 frei sind. Diese Schüler waren in neun Klassen eingetheilt; die sechs ersten blieben in den verschiedenen Räumen des jetzigen Lokals, die drei anderen Klassen, bestehend aus drei Kindern von 6—8 Jahren, sind aus Mangel an Raum in zwei Synagogen untergebracht, unter der Leitung von drei Rabbinern, welche nur die Anfangsgründe des Hebräisch-Lesens unterrichten. Die Verpflegung erhalten seit November 1898 sechzig Knaben. Das ist ein Minimum, und die Zahl wird wenigstens verdoppelt werden, wenn man ein geräumiges und für Schulzwecke geeignetes Lokal gefunden haben wird. Die Eröffnung der Abendkurse wurde mit einem ausgezeichneten Eifer seitens der Gemeinde in Teheran aufgenommen. Schon am ersten Abend zählte Herr C a z e s 150 Zuhörer. Die ein geführten Kurse sind frei; es wird im Hebräischen, im Persischen, in der jüdischen Geschichte und im Rechnen unterrichtet. Die Aufmerksamkeit und Regelmässigkeit der Theilnehmer kann nicht bestritten werden. Der Augenblick ist nicht mehr fern, wo durch die Gründung einer Mädchenschule das Erziehungswerk der Allianz in Teheran vervollständigt sein wird. Nach und nach wird das Centalcomite neue Schulgruppen in den Hauptgemeinden der Israeliten Persiens bilden. Zu Saloniki, wo die israelitische Gemeinde an 60,000 Seelen zählt, ist die Zahl der Schulen zu gering, um allen schulpflichtigen Kindern Aufnahme gewähren zu können. Dank der Grossmuth der sei. Baronin von Hirsch sind im Jahre 1898 zwei Schulgruppen eröffnet worden, welche ungefähr 800 Kinder zählen, alle aus armen Familien und folglich gänzlich frei. Die Ausgabe für diese neuen Anstalten ist sehr beträchtlich. Auch zu S m y r n a hat sich das Schulwesen bedeutend entwickelt. Die Allianz hat die Leitung einer Reihe von Schulen übernommen, welche früher von Rabbinern geleitet und in welchen Unterricht und Disziplin sehr vernachlässigt waren. Sie hat an die Spitze der bedeutendsten dieser Schulen einen der gewissenhaftesten Lehrer, Herrn Rahmane, gesetzt; die gewonnenen Resultate sind sehr befriedigend. Diese Schulen zählen zusammen eine jugendliche Bevölkerung von fast 700 Kindern. Im Oktober 1897 hat die Allianz eine Schule zu Casablanca inMarroko eröffnet. Dank der Energie, dem Takt und der Intelligenz ihres jungen Direktors, Herrn Moses Nahon, gedeiht diese Anstalt von den ersten Monaten an. Der Bericht, welchen Herr Nahon an das Centraleomite über die gewonnenen Resultate im ersten Versuchsjahre gerichtet hat, enthält viele Thatsachen und Nachrichten, welche die Leser dieses Berichts nicht ohne Interesse ver- 1 nehmen werden. Bei Eröffnung der Schule standen in unseren Listen 281 Schüler, 160 zahlende und 121 freie. Mehr als die Hälfte dieser Kinder gehören Familien aus Tanger und Tetuan an und sprechen das Spanische; der Rest besteht aus Bedürftigen aus Rabath oder Marakesch, oder aus berberischen Dörfern, und versteht nur das Arabische; so bildete auch die Verschiedenheit der Sprachen ein ernstes Hinderniss für die Klasseneintheilung. Wenn es auch mit ein wenig Geschick gelingt, Kinder verschiedener Abstammung in eine Abtheilung bei den profanen Fächern zu bringen, so ist die Sache für den hebräischen Unterricht nicht leicht. Die Familien verlangen, dass die Bibel in die Muttersprache übersetzt werde; sie halten darauf, dass ihre Kinder theilnehmen an den häuslichen religiösen Zermonien, und nehmen mit Interesse Ihre Fortschritte wahr; man muss diese gerechtfertigten Wünsche zu befriedigen suchen; andererseits würden zwei Klassenreihen für das Hebräische arge Zersplitterung verursachen. Wir haben uns den Umständen fügen müssen; die schon fortgeschrittenen Schüler sind nach ihren Muttersprachen im hebräischen Unterricht getrennt worden; alle anderen, welche das Hebräisch-Lesen an fingen, oder sich darin weiter üben mussten, sind nach ihren Fähigkeiten ohne Rücksicht auf ihre Muttersprache klassifizirt worden. Sie wurden Spanisch redenden Rabbinern an vertraut. Für die Schüler, welche fast alle mit dem Abc anflDgen, konnte der Lehrplan nur äusserst einfach sein: Lesen, Schreiben, Rechnen und etwas heilige Geschichte und Geographie für die älteren ist Alles, was das Central-Comitä im Monate Dezember 1897 gatgeheissen hat. (Fortsetzung folgt.)