Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 64 (9.8.1900)
- Date
- 1900-08-09
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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•>n*7rsrsf r -- 134 Schulen der Alliance Israölite Universelle. Im Jahre 1898 war die Zahl der von der Allianz unterstützten oder unterhaltenen Schulen 91, von denen 57 Knaben* lind 34 Mädchenschulen waren mit einer Anzahl von 22 300 Kindern. Die Ausgaben der Allianz für das Ganze des Erziehungswerkes in den Schulen beliefen sich auf 6 00 0 00 Fr cs. Zu dieser Summe muss man ungefähr 450000 Eres, hinzufügen, welche die Gemeinden zu den Schulausgaben beigetragen haben. Diese grossen Leistungen der Gemeinden liefern den sichersten Beweis des Interesses und der wachsenden Zuneigung, welche die Eltern den Anstalten der Allianz bezeugen. Um den neuen Bedürfnissen, welche von allen Seiten entstehen, Rechnung zu tragen, um das Lehrpersonal zu vervollständigen, weil es überall reduzirt ist und um die von der Jewish Colonisation Association in der Republik Argentinien gegründeten Schulen mit den nöthigen Lehrern zu versehen, hat das Centralcomite in einem grossen Verhältnisse die Anzahl der Schüler in den Vorbereitungsschnlen vermehren müssen. Dieses sind Einrichtungen, welche in gewisser Hinsicht die Säulen des gazzen Schulwerks bilden, und die Resultate hiervon hängen nothwendigerweise von dem moralischen und pädagogischen Werthe der Lehrer ab, welche diese Anstalten leiten. 23 Jünglinge und 10 junge Mädchen sind im Jahre 1898 in die Vorbereitungsschulen aufgej nommen worden, welche bei der Wiedereröffnung von 1898—99 60 Knaben und 36 Mädchen zählten. Die ersteren sind in einem Gebäude, welches das Efgenthum der Ecole Normale Israölite Orientale ist. Um den neuen Zugang auf nehmen zu können, mussten die Räume beträchtlich erweitert werden. In demselben Gebäude sind 10 junge Leute untergebracht, weiche nach der Beendigung ihrer technischen Ausbildung an der Ackerbauschule zu Jaffa die Kurse des agronomischen Instituts von Paris besuchen, wo sie ihre wirtschaftlichen und landschaftlichen Kenntnisse vervollständigen, um später Aufseher oder Direktoren in den bestehenden oder noch zu gründenden Kolonien zu werden. Endlich hat das Centralcomite 10 junge Rumänen dort untergebracht, welche dazu bestimmt sind, später Lehrer in den israelitischen Schulen Rumäniens zu werden. Ein Theil der künftigen Lehrerinnen, nämlich 23, sind in der Anstalt der Frau Isaac aufgenommen, die übrigen werden in dem Institut Biselioffsheim erzogen. Das Erziehungswerk der Allianz hat in den letzten Jahren eine bedeutende Entwickelung entfaltet. Neue Schulen wurden in der Türkei, in Persien, in Marokko und in Egypten gegründet. Zu Anfang des Jahres 1898 ist eine Schule inTiberias eröffnet worden. Dieser kleine Ort zählt ungefähr 5500 Einwohner, unter welchen 4000 Israeliten. Man weiss, dass diese sehr arme Gemeinde, sowie die drei anderen heiligen Städte. Safed, Hebron und Jerusalem, fast ausschliesslich von den Almosen der „Cbalukah“ leben. In dem Bewusstsein, dass der Widerstand der Gemeindevorsteher gegen die Gründung einer Schule weniger heftig als früher sein werde, beschloss das Comite, den Versuch zu machen. Die zahlreichen und ernsten Schwierigkeiten stellten sich sofort ein , aber der junge Lehrer, welchen die Allianz mit der Leitung der Schule beauftragte, Herr Hochberg, liess sich nicht entmuthigen, er verfolgte sein Ziel mit einer Hingabe, die vor nichts zurückschreckte. Die Eröffnung fand am 23. Januar 1898 statt. Die feindseligen Rabbiner sprachen den Oberem, d. i. den Bann aus gegen alle Personen, welche ihre Kinder der Schule anvertrauen - würden, aber allmählich liess die Eeindschaft nach, und nach einigen Monaten des Kampfes wurde die Schule geduldet und angenommen. Sie zählt ungefähr 150 Kinder; die Verpflegung wird regelmässig gewährt, ein Lehrlingswerk hat begonnen, und bald wird eine Mädchenschule die Tkatigkeit der Allianz zu Tiberias vervollständigen. Herr Cazes wurde mit der Organisation der Allianzschulen zu Teheran betraut. Derselbe ist im Juli 1898 in dieser Stadt angekommen, und man wird über die nach mehrmonatlicher Arbeit gewonnenen Resultate urtheilen können. Anfangs, d. i. im J u 1 i 1898, schrieb Herr Cazes dem Comite : Die jetzige Schule ist nicht vollständig. Sie enthält eine Anzahl von Kindern, welche von sechs Lehrern zweifelhaften Werthes im Hebräischen und Persischen unterrichtet werden. Niemand zweifelt, dass man zu einer beträchtlichen Zahl von Schülern käme, wenn die nöthigen Lokalitäten vorhanden wären. Denn das bis jetzt von den Notabein der Gemeinde für 1200 Eres, jährlich gemiethete Hans entspricht nicht den Anforderungen, die zu stellen sind; es ist weder