Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 63 (6.8.1900)
- Date
- 1900-08-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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41. Jahrgang. Aeikage zu M 63 des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correfpondenzerr. Deutschland. Emden, 2. Aug. Anläßlich des am 19. v. Mts. stattgehabten 25jährigen Jubiläums des Oberbürgermeisters Fürbringer brachte der jüdische Gemeindevorstand, an seiner Spitze Herr Jacob Pels, der gleichzeitig auch Bürgervorsteher ist, seine Glückwünsche dar, auf die der Herr Oberbürgermeister erwiederte: „Ich nehme besonders gern Veranlassung, auf die dauernde Harmonie hinzuweisen, die stets zwischen den Einwohnern christlichen und jüdischen Glaubens in Emden geherrscht hat, und ich möchte lieber sterben, ehe die giftige Pflanze des Antisemitismus in Emden Wurzel faßt." München, 2. Aug. (Stiftung.) Die Jahresrenten der Stiftung, die von dem Betriebs- und Kanalingenieur Abraham Strauß in Dürkheim, mit einem Kapital von 20,000 zur technischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Ausbildung würdiger, bedürftiger und talentvoller Söhne und Töchter von Bahnwärtern, Wechselwärtern und von Straßenwärtern errichtet worden ist, werden im Jahre 1900 an Söhne oder Töchter von Straßenwärtern der bahr. Staatsstraßen zur Vertheilung gelangen. Gesuche um Unterstützung aus dieser Stiftung sind bis zum 1. Dezember l. I. bei dem kgl. Straßen- und Flußbauamt einzureichen, in besten Bezirk die Bewerber bezw. ihre Eltern ihren Aufenthalt haben, und durch die entsprechenden Nachweise und Zeugniste zu belegen. Fürth, 31. Juli. Am 26. Juni verschied dahier nach längerer Krankheit im 69. Lebensjahre Herr Dr. Aron Jsak Wolfs, welcher in verschiedenen Gemeinden lange Zeit hindurch das Amt eines Religionslehrers und Rabbiners segensreich verwaltet hat. Die Lauterkeit seiner Gesinnung, sein gottesfürchtiger Lebenswandel, der reiche Schatz seines Wistens, sowie seine Begeisterung für die Gotteslehre, deren Studium er sich während der ganzen Zeit seines Lebens auf's eifrigste angelegen sein ließ, und dessen Früchte er in mehreren schriftstellerischen Arbeiten, als da sind: „Das jüdische Erbrecht," „Uebersetzung von Maimonides' Mischnah Thora," der jüdischen Gelehrtenwelt offenbarte. erwarben dem Heimgegangenen die ungeteilte Liebe und Verehrung vieler Gutgesinnten auch über den Kreis seiner Wirksamkeit hinaus. Körperliche Leiden, sowie mancherlei herbe Enttäuschungen und bittere Erfahrungen, die seinem milden Sinne besonders nahe gingen, bestimmten den nunmehr Entschlafenen, seine öffentliche Wirksamkeit aufzugeben und im Stillen Gott und seiner Lehre zu leben. Er zog sich zu diesem Behufe nach Fürth zurück, wo ihn freundliches Wohlwollen und liebende Anerkennung gern aufnahmen. Dort verlebte er mehrere Jahre, ganz in den Dienst heiliger Lebenserfüllung aufgehend, lernend u. lehrend, bis der Tod ihn zu früh für die Seinigen, sowie für seine zahlreichen Verehrer ereilte. Möge er Ruhe finden, die ihm im Leben vielfach versagt geblieben. Strassburg i. E., 30. Juli. Im allgemeinen hört man heutzutage die .Klage, daß die Menschen in Folge der Hast und Unruhe des Lebens durchschnittlich nicht mehr so alt werden, wie einst in der „guten alten Zeit." Ilnd gewiß ist etwas Wahres an diesen Klagen. Einige Ausnahmen aber kommen doch immer noch vor und bestätigen vielleicht nur die Regel. So ward mir vor Kurzem gelegentlich eines Besuches, den ich einem im hiesigen israelitischen Krankenhause sich befindenden mir bekannten Kranken abgestattet habe, die Freude zu Theil, die Bekanntschaft der ältesten der hiesigen Frauen, der Frau Lanzenberg, zu machen, die als Pensionärin im hiesigen israelitischen Krankenhause lebt. Frau Lanzenberg, Urgroßmutter eines dreizehn Jahre alten Urenkels, des Sohnes des als guter Jehudi und tüchtiger, gewistenhafter Arzt allgemein bekannten Dr. Nordmann in Colmar, die vor einiger Zeit ihren 96. Geburtstag, umgeben von fast allen ihren Angehörigen, gefeiert hat, istrrra sowohl geistig als körperlich frisch und rüstig und gehört zu den alten ehrwürdigen stp;, auf die die Worte "2X buchstäblich anwendbar sind. rrr:r' nrr-'-x''-. Während ich diese Zeilen niederschreibe, wird mir mitgetheilt, daß in Buchsweiler, Elsaß, die Wittwe des vor etwa 60 Jahren verstorbenen Vorsängers Cers, welche im Jahre 1801 geboren ist, also im 99. Lebensjahre steht, noch rüstig sei, daß sie in ihrem hohen Alter noch striken und ihre Hausarbeit verrichten kann. Am 24. d. starb in Odratzheim bei Wassenheim, Elsaß, der älteste und geachtetste Mann des Ortes, Herr Leopold Levy s. A., der das hohe Alter von 84 Jahren erreicht hat. Der Verstorbene war ein frommer und gottesfürchtiger n n f 2, dessen Streben war. sein Wissen und Können zum Nutzen und zur Belehrung seiner Glaubensgenossen in Odratzheim und im benachbarten Schorlach-Bergheim zu verwerthen. rcBC rne» nc hielt er in genannten Ortschaften religiöse Vorträge, für welche er keine Belohnung beanspruchte, sondern rein ct^ trotzdem seine pecuniären Verhältnisse manches zu wünschen übrig ließen. Mögen dessen in Odratzheim wohnhaften zwei Söhne die Lebensweise ihres frommen Vaters sich zum Muster und Vorbild nehmen, damit sie dazu beitragen Vorletzten Donnerstag ex cnjc ny starb tit Barr. Elsaß, der Rabbiner E. R oller im 76. 2c: bensjahre, der Offizier d'Akadeinie und Versager