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Der Israelit · 1900-08-06 · Heft 63 (6.8.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 63 (6.8.1900)
Date
1900-08-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1289 und »ne: gelernt werden, jedoch unter Benützung des Einführungsbuches -pion und sonstiger Lehrmittel, welche geeignet sind, zur Selbstthätigkeit anzuregen. Auch müßte die Agada mehr berücksichtigt werden. Im Seminar solle überhaupt nur eine einzige «rcee behandelt und im Ritual durch Unterweisung im po di-hin und in den nsvnp der angehende Lehrer schon für die praktischen Zwecke vorgebildet und befähigt werden, aus den Quellen zu schöpfen. Die beste Fortbildung bilde natürlich der Unterricht, naSo vtetpn. Jedoch würde bei solch methodischer rabbinischen Vorbildung der Lehrer in den Stand gesetzt werden, gerne weiter rmn zu studiren und auch mit Erwachsenen zu beginnen. Dann würde er auch die Sprache der Väter verstehen und die Werke unserer Dichter und Denker lesen und begreifen ohne Wörterbuch. Der hohe Werth eines ausgedehnten rabbinischen Wissens äußere sich aber auch im Vertrauen der Gemeinde auf die Persönlichkeit des Lehrers, in seinem Einfluß auf das Denken und Fühlen der Gemeinde und besonders in seinem Wirken, welches ja nur von höheren Rücksichten geleitet werden soll. Zum Schlüsse empfiehlt Referent neben dem "men noch zwei andere Werk»', cr^n py, sowie ^22 bv rmoSii, für die Anleitung zum Selbststudium des Talmud. Der Vorsitzende dankt Herrn Ehrmann für die sachlich eingehende Arbeit und eröffnet die Diskussion. In derselben hebt namentlich Herr Rabb. Dr. Horovitz hervor, daß die Schuld an dem stets abnehmenden rabbinischen Wissen nicht nur an Seminar und Schule, sondern an dem „religiösen Niedergang" überhaupt liege. Dennoch müßte Jeder am Platze das Seinige thun, und die Anstalten müßten gezwungen werden, voll und ganz ihre Aufgabe zu erfüllen. Es sei traurig, daß heutzutage noch übersetzte nv'ns» Lehrbücher existiren, und solche Schochtim, welche daraus ihr Wissen herleiten, dürften niemals autorisirt werden. Der Lehrer müßte befähigt werden, in die hebr. Sprache selbst einzudringen. Alle modernen Sprachen werden jetzt nach dieser Methode gelehrt, und da sollten wir mit der lebensvollen jüdischen Sprache Zurückbleiben?! Dem Vorschlag auf rabbinische Fortbildung des Lehrers müßte ernstlich näher getreten und derselbe baldigst verwirklicht werden. Von dem Resultate solchen Strebens auf die Jugend müßten auch die Alten beschämt und durch die Macht des lebendigen Beispiels selbst zum nachhaltigen Lernen angeeisert werden. Nach vorgenommener Rechnungsablage, wobei an alle Kollegen wiederholt die dringende Forderung ergeht, in eigenem Interesse sich eifrig für die Mehrung der Hilfskasse zu bemühen, wird dem Kassirer Entlastung ertheilt. Ein hierauf gestellter Antrag, behufs Erlangung jährlicher Subventionen zu Gunsten der Hilfskasse entsprechende Circulare an die einzelnen Gemeinden zu versenden, wird angenommen. Auf Anfrage eines Mitgliedes betr. Jnvaliditäts- Versicherungspflicht der Lehrer wird festgestellt, daß die Gemeinden angehalten werden, für alle Beamten, deren Besoldung weniger als 2000 Mk. beträgt, die Versicherungsbeiträge zu entrichten. Herr Schwarzschild - Schlüchtern, Vorstand des Lehrervereins „Jeschurun" in Kurhessen, gibt hierauf eingehend Erläuterung über den geplanten Zusammenschluß jüdischer Lehrervereine zu einem besonderen Verband. Die sodann vorgenommene Neuwahl des Vorstandes ergibt einstimmige Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder. Herr Dr. B a r n a ß dankt namens derselben für das bewiesene Vertrauen und verspricht, wie bisher alle Kräfte der guten Sache widmen zu wollen. Nachdem die Referate und Lehrproben für die Herbstkonferenzen und die nächstjährige Generalversammlung bestimmt waren, spricht der Vorsitzende dem Schulrath der Jsr. Religionsgesellschaft den Dank des Vereins für Ueberlassung des Saales aus und schließt unter Dank an alle Anwesenden für ihr Erscheinen und ihre Mitarbeit die Versammlung. Der Vorstand des „Unabhängigen Vereins isr. Lehrer im Großherzogthum Hessen." Ans Westphalcn. Es wird die Leser Ihres geschätzten Blattes sicher interessiren, daß die Bemühungen des „Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judenthums in der Provinz Westphalen" auch in der Beziehung von Erfolg gekrönt sind, daß es gelungen ist, in fast sämmtlichen demselben angeschlossenen Gemeinden einen genügenden Religionsunterricht zu schaffen. Die Aufgabe war keine allzuleichte, da es sich oft schwer ermöglichen ließ, die Mittel, die dazu nöthig waren, aufzubringen. Daß die allezeit hilfsbereite „Freie Vereinigung" in Frankfurt a. M. die Bemühungen des Vereins stets nach Kräften materiell unterstützt hat, ist in Ihrem geschätzten Blatte schon oft mit Dank erwähnt worden, auch von anderer Seite fanden wir thatkräftige Unterstützung. Von besonderem Interesse wird es jedoch wohl sein, daß auch die kgl. Regierung uns in letzter Zeit gerade in sehr dankenswürdiger Weise zu Hilfe gekommen ist. Für zwei Orte, deren Etat schon verhältnißmäßig sehr überlastet ist. ist von dem kgl. Ministerium ein Zuschuß zu den Unterhaltungskosten der Schulen gewährt worden, und desgleichen für einen Kreis weiterer kleinen Gemeinden, in denen es nur durch diese auf acht Jahre gewährte Subvention ermöglicht wurde, einen Wanderlehrerposten zu schaffen. Es sind dort vielleicht zwanzig Kinder augenblicklich, denen dadurch die Gelegenheit gegeben wird, den Unterricht in der Religion ihrer Väter zu erhalten, den sie bisher ganz entbehren mußten. Wir hoffen, daß es dem Verein gelingen wird, so weit seine Einflußsphäre reicht, sein Programm nach dieser und nach jener Richtung hin zu verwirklichen.

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