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Der Israelit · 1900-08-02 · Heft 62 (2.8.1900) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 62 (2.8.1900)
Date
1900-08-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1262 im ns pin*> gleich, die beiden anderen — den nach den obigen Ausführungen entsprechenden des babylon. Talmuds. An der Richtigkeit dieser Auffassung ist um so weniger zu zweifeln, als sie sich ganz genau mit der des Magen Abraham zum Orach chajim deckt. Dieselben lauten: '22 spno 17'x cx o’junn pts»^c iicxtf c^yx ’jco Renoir x^x "i^cn '70*53 opsS xsi im -pm? ps7 i7*x m ircin 'i' 11x26 nrn „Wenn man das Gebet auch in der Weise einer Bitte vorbringt, so lange es nicht als ein Anliegen betrachtet wird, das man dem Weltenkönig vorbringt, vielmehr nur, um seiner Pflicht zu genügen, betet, — so ist das nicht die richtige Art." Es ist also ganz ungerechtfertigt, wenn der Herr Gewährsmann behauptet: „Ueberall werden nur die beiden ersten Auslegungen des y3p zur halachischen Norm erhoben, die dritte aber BHr6 ^>i3’ i7*xtp bc völlig ignorirt." Nur die vollendete Unwissenheit konnte sich zu der letzteren Behauptung erheben. So lehrt Maimonides schon im 1. Cap. der Hilch. Tefillah: imx *531 11*3 rnonn 613 ein *53 ^crinb D”x im ex bee 131 ttnrr» "jns "p'tb mm 3 3'ipo 133 «sw m*?Brn ,13*133 6’EX BH1 3X1 7113131 ,"V3 TH'WföX 1 JO .13131 1313 .-13'1 x!?i 131: X1.18» V'111^ '13 '1 rix Es ist einem Jeden, sofern er dazu geneigt ist, gestattet, womöglich den ganzen Tag hindurch zu beten. Alle über das Muß der Pflicht hinausgehenden Gebete werden gleichsam als freiwillige Opferspenden betrachtet. Daher ist es erforderlich, daß in eine jede der mittleren Bitten irgend eine Einschaltung ähnlichen Inhaltes vorgenommen werde, es genügt auch schon, wenn dies nur bei einem derselben erfolgt, weil damit nur allein bekundet wird, daß es eine freiwillige und keine pslichtmäßige Leistung sei. Bemerkenswerth erscheint, daß Rif in seinen Ausführungen zur Mischnah 13^3 -.1113 'ip bve den Begriff 131 ,13 enr6 genau so wiedergibt, wie dies unsererseits Eingangs bei Auslegung der Worte Maimonides und des Tur geschehen ist. Seine Worte lauten dort: onr6 b'yca p^eno1132t tnttf 10731 web 37371 ^Bi’ ba :ab dxi ^ei’ 3'7i7ii it6bi xne> '13 Hierin 131 Wer sein Gebet bereits verrichtet hat und. die Synagoge betretend, die Gemeinde beim Gebete antrifst, darf mitbeten, wofern er irgend etwas persönlichen Inhaltes einzuschalten vermag, wodurch bekundet wird, daß das Gebet ein Herzensanliegen ist, sonst jedoch nicht. Es sei hier noch zum Schlüsse bemerkt, daß Ascheri in seinen Erörterungen zur bereits erwähnten Mischnah 13^3 Mino 'ip bve der Erörterung des Begriffes 131 .13 L>11*5 135eine weit angelegte Abhandlung widmet. Dieses Thema bildet endlich den Gegenstand, welchem Tur und Schulchan aruch orach chajim ein ganzes Capitel — das 107. nämlich — widmen. In diesem Momente fanden gerade sämmtliche Dezisoren das Menkmal, vermöge dessen das Gebet das Gepräge einer Herzensangelegenheit erhält. Der geneigte Leser wird darum am besten erkennen, welche Zuverlässigkeit der Gewährsmann des Herrn Geh. Regierungsrathes verdient, der schlechtweg behauptet, daß unsere Dezisoren dies alles völlig ignorirt hätten. Wer seine Kenntniß der Dezisoren höchstens aus den hierauf bezüglichen Verweisen am Rande unserer Talmudausgaben — die in diesem Falle allerdings versagen — zu schöpfen vermag, sollte sich doch wenigstens hüten, eine so sekbgewisse Sprache zu führen. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 31. Juli. An dem Zuge nach China, den ein Theil der Söhne unseres Vaterlandes unternimmt, um dort mit Einsetzung von Leben und Gesundheit die Ehre des deutschen Namens wieder herzustellen, werden sich auch verschiedentlich Juden betheiligen. So berichtet man uns, daß in der Münchener Synagoge am Freitag Abend eine Andacht für die nach China gehenden israelitischen Soldaten statthatte, bei welcher der stellvertretende Rabbiner nach einem Gebet für das Haus Wittelsbach und die glückliche Rückkunft der Truppen jedem der Abziehenden ein Gebetbuch überreichte. Auch aus Baden und dem Rheinland ziehen Glaubensgenossen mit in das ferne Ostasien. Aus Köln traf am Dienstag ein jüdisches Ehepaar auf dem Truppenübungsplatz bei Hagenau ein, deren zwei Söhne mit nach China gehen und von denen es galt, Abschied zu nehmen. Daß mancher Abschied von Eltern und Geschwistern sehr schwer geworden, läßt sich denken. Vor einem Vierteljahrhundert hätte man es in jüdischen Kreisen wahrscheinlich übel vermerkt, wenn ein jüdisches Blatt auf solche Thatsachen aufmerksam gemacht hätte. Man betrachtete es als so selbstverständlich, daß der jüdische Soldat von gleicher Liebe zum Vaterlande und von gleichem Muthe beseelt sei, wie seine nichtjüdischen Kameraden, daß man es als eine häßliche Lobhudelei auf den eigenen Stamm empfunden hätte, wenn man davon überhaupt nur Notiz genommen. Haben wir doch auch im Jahre 70—71 bewiesen, daß wir auch auf dem Felde unseren Mann stellen. Heute aber müssen Ivir ein solches Feingefühl bei Seite liegen lassen. Verleumdet und verlästert von allen Setten, haben wir die Pflicht, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, daß wir in unserer Liebe zu Kaiser und Reich gegen Niemanden zurückstehen. (Siehe auch unter Korrespondenz München.) Berlin, 31. Juli. Die „Voss. Ztg." schreibt: „Die „Deutsche Tageszeitung" interessirt sich für die Frage, wie viele jüdische Freiwillige sich wohl für die China-

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